Der geruchlose Tod

+
Bezirksschornsteinfegermeister Mike Budde (links) und Wehrleiter Georg Würth setzen sich für den Einsatz von Kohlenmonoxid-Warngeräten ein. ▪

KIERSPE ▪ Es ist ein geruchloser und wohl auch nahezu schmerzfreier Tod, der die Menschen trifft, die einer zu hohen Konzentration von Kohlenmonoxid (CO) ausgesetzt sind – und immer wieder sorgen defekte Heizungsanlagen, verantwortungsloses Verhalten und verstopfte Kamine für ein Ausströmen des geruchlosen Gases. Doch mit elektronischen Warngeräten ist ein effektiver Schutz möglich.

„Ärzte bezeichen Kohlenmonoxid als das Chamäleon der Notfallmedizin. Denn aufgrund seiner Symptome tarnt sich eine Vergiftung mit dem Gas perfekt. Die Opfer klagen meist über grippeähnliche Beschwerden und Kopfschmerzen. Das macht es einem Arzt sehr schwer den tatsächlichen Grund der Erkrankung zu erkennen. Und so führt eine CO-Vergiftung häufig auch zum Tod“, berichtet Bezirksschornsteinfegermeister Mike Budde. Gemeinsam mit Wehrleiter Georg Würth setzt er sich für den Kauf und Einsatz von Warngeräten ein.

Die Kiersper Wehr hat auf die Bedrohung durch CO bereits reagiert. Für den Löschzug I wurden bereits zwei Warngeräte angeschafft, mit denen die Wehrleute die Situation klären können, bevor sie eine Wohnung ohne Atemschutzgeräte betreten.

Budde: „Im Gegensatz zu vielen anderen Gasen ist Kohlenmonoxid geringfügig leichter als Luft und mischt sich dementsprechend sehr gut mit der umgebenden Atemluft. Darüber hinaus kann das Gas durch Mauerwerk diffundieren (hindurchdringen).“

Das Gas entsteht vor allem bei unsauberen Verbrennungen, die durch einen Sauerstoffmangel entstehen. Deshalb sind defekte Heizungsanlagen und verstopfte oder falsch betriebene Kamine die Hauptursache für eine zu hohe CO-Konzentration.

„Wenn die Gefahr einer Vergiftung besteht, müssen sofort alle Bewohner gewarnt werden, die daraufhin das Gebäude umgehend verlassen. Anschließend müssen sofort die Feuerwehr und der Rettungsdienst benachrichtigt werden. Die Wehrleute messen dann die CO-Konzentration und der Rettungsdienst versorgt die eventuell Betroffenen. Danach müssen Fachleute die Ursache beseitigen und die Wohnung gut durchlüften – natürlich nur, wenn sie mit Atemschutzgeräten ausgerüstet sind“, erklärt Würth, der auch verdeutlicht, dass die Gefahr durch die gute Dämmung der Häuser und dicht schließende Fenster zugenommen habe. „Da hilft auch ein gelegentliches Stoßlüften, um auch geringe Kohlenmonoxid-Konzentrationen zu verhindern, denn gerade bei Kaminöfen liegt schnell ein Bedienungsfehler vor, der eine unsaubere Verbrennung fördert“, so der Wehrleiter weiter.

Eindringlich warnt Würth aber auch vor der Nutzung von Heizpilzen und gasbetriebenen Heizstrahlern in geschlossenen Räumen. Auch habe das Betreiben von Grillanlagen in geschlossenen Räumen in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Sicher auch eine Folge des Abstellens der Stromversorgung bei unbezahlten Rechnungen. „Den besten Schutz vor dem geruchlosen Tod durch eine CO-Vergiftung bieten Warngeräte, die auf elektro-chemischer Basis arbeiten und in einer Höhe von 1,50 bis 1,80 Meter an einer zentralen Stelle im Wohnbereich angebracht werden sollten. Wer sich ein zweites Gerät gönnt, sollte dieses in dem Raum montieren, in dem sich die Verbrennungsanlage befindet. Doch möglichst nicht zu nahe an der Anlage. Die Warner haben eine Lebensdauer von rund fünf bis sieben Jahren und kosten je nach Ausführung zwischen 50 und 70 Euro. Im Alarmfall geben die Geräte einen Warnton – ähnlich dem eines Rauchmelders – ab“, erklärt der Wehrleiter abschließend. ▪ Johannes Becker

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare