Blaulicht-AG lockt die Grundschüler

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Lehramtsanwärterin Sarah Grochol schaute sich genau an, wie die Kinder die Schläuche an den Verteiler anschlossen. Vor allem Phil (2. von rechts) kannte sich gut aus.

Kierspe - Für das Land ist es ein Pilotprojekt – für die Feuerwehr Kierspe schon fast Routine. Die Rede ist von der Einbeziehung von Feuerwehr-Themen in den Schulalltag. An der Pestalozzischule findet die Feuerwehr-AG bereits zum zweiten Mal statt, an der Schanhollenschule ist es der erste Durchgang. Wobei Georg Würth, Wehrleiter der Kiersper Wehr, lieber von Blaulicht-Gruppen spricht, denn auch das Rote Kreuz Kierspe ist in das derzeit noch außergewöhnliche Angebot einbezogen.

Blauer Himmel und Sonnenschein – ideale Voraussetzungen, den Unterricht an diesem Tag ins Freie zu verlegen. Auf dem Schulhof steht bereits eine Kiste mit den notwendigen Utensilien: dünne D-Schläuche, Verteiler, Hydrantenschlüssel und sehr kleine Holhstrahlrohre. „Die haben wir extra für die Ausbildung in Schule und bei der Kinderfeuerwehr angeschafft“, erklärt Würth, der den Kindern zuerst den Hydranten erklärt und ihnen zeigt, wie der Schlauch angeschlossen wird. Am Verteiler übernimmt dann Phil, ein Schüler, der bereits in der Kinderfeuerwehr ist, das Anschließen der Schläuche, an deren Ende sich dann das Hohlstrahlrohr befindet.

Vom breit gefächerten Wassernebel bis zum harten Strahl lassen die Endstücke alles zu – und erweisen sich als echte Herausforderung für die Kleinen. Als sie dann erkannt haben, wie der Hebel einzustellen ist, gibt es keine Rettung mehr für den Container am Ende des Platzes. Denn dieser stellt für die kleine Übung den Brandherd dar.

Die Kinder haben auf jeden Fall sichtlich Spaß an dem etwas anderen Unterricht. Das sei auch bei der Theorie oder den „Brandversuchen“ so gewesen, berichtet Lehramtsanwärterin Sarah Grochol, die genau wie die Kinder für die AG ihre Freizeit „opfert“. Denn Unterrichtszeit möchte das Land für das Modellprojekt nicht zur Verfügung stellen. Deshalb soll der Unterricht in Form von Arbeitsgemeinschaften stattfinden. Doch das mindert das Interesse bei den Kleinen in keinster Weise. Ursprünglich sollten Schüler des dritten und vierten Jahrgangs teilnehmen, doch das Interesse war so groß, dass die AG jeden Unterricht gesprengt hätte. Nun wurden erst einmal 20 Schüler des dritten Jahrgangs aufgenommen, zum Halbjahr soll es dann vielleicht einen Wechsel geben.

DRK und Feuerwehr schulen Grundschulkinder

Für die Wehr lohnt sich der Einsatz auf jeden Fall. Von der AG, die im vergangenen Jahr stattfand, sind sieben Kindern zu den Löschzwergen und in die Jugendfeuerwehr gewechselt. Zwei weitere folgen noch.

Ob sich der Einsatz auch für das DRK in diesem Maße auszeichnet, wird sich noch zeigen. Mit Ann Kristin Theiß steht jedenfalls nicht nur eine Lehrerin für die AG zur Verfügung, sondern auch eine überzeugte Rotkreuzlerin. „Das Projekt läuft im Rahmen der Aktion ,Feuerwehrensache’ (die MZ berichtete) bis zum Ende des kommenden Jahres. Im Jahr 2017 geht dann der Erfahrungsbericht ans Innenministerium. Nicht nur aus Kierspe, sondern auch aus anderen Städten, in denen die Projekte anders konzipiert sind. Danach wird sich entscheiden, ob und in welcher Form das Projekt Einzug in den AG-Unterricht der Grundschulen in Nordrhein-Westfalen findet“, erklärt Wehrleiter Würth.

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