Feuerwehr Kierspe informiert auf Facebook

Sirenen heulen am Warntag auch in Kierspe

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Im Gerätehaus Neuenhaus kann die Sirene, die sich auf dem Dach des Gebäudes befindet, nur von Hand ausgelöst werden. Christopher Eichert zeigt, wie es funktionieren würde.

Kierspe - Wenn die Sirenen heulen, dann wird immer eine Ausnahmesituation angekündigt. Große Brände, bei denen alle Kräfte der Feuerwehr zum Einsatz gerufen werden, oder eine Katastrophe, bei der die Menschen im Allgemeinen gewarnt werden sollen.

Am Donnerstag, 6. September, werden im gesamten Kreis – genau wie überall in NRW – die Sirenen aufheulen. Allerdings nur, um das Signal „Entwarnung“ (Details ganz unten) zu verbreiten. An diesem Tag soll die Alarmierungskette überprüft werden – auch mit einer Aktion der Kiersper Feuerwehr.

Wenn der Feuerwehrmann Christopher Eichert hinter die Eckbank im Aufenthaltsraum der Löschgruppe Neuenhaus tritt, dann kann er mit einem Knopfdruck die Sirene auf dem Dach des Gerätehauses auslösen. Dass das bis heute so und nicht anders geschehen kann, macht die Entwicklung der Alarmierung durch Sirenen im gesamten Land deutlich.

Bis in die 1990er-Jahre hinein waren alle Sirenen an ein Netz angeschlossen, über das die Leitstellen den Alarm für die einzelnen Sirenen steuern konnten. Doch nach dem Ende des Kalten Krieges und der Einführung der sogenannten Funkmeldeempfänger hielt der Gesetzgeber die Sirenen für überflüssig. Viele der Geräte wurden zurückgebaut und auch der Alarmierungsweg für die verbliebenen Geräte umgebaut.

Dabei wurde die Sirene auf dem Dach des Gerätehauses zwar vom Netz getrennt, jedoch nicht an ein neues, mit dem heute die Signale übermittelt werden, angeschlossen. „Deswegen ist es noch nicht klar, ob auch hier das Signal am 6. September ausgelöst wird“, erklärt Eichert. Ansonsten weiß er aber zu berichten, dass die übrigen Sirenen im Stadtgebiet an diesem Tag, und zwar pünktlich um 10 Uhr, ertönen werden.

Dass die Sirenen an diesem Tag überhaupt ertönen, ist dem landesweiten Warntag geschuldet, den Innenminister Reul angeordnet hat. Doch es wird nicht bei dem Dauerton, der für Entwarnung steht, bleiben. Denn auch die Warnapp Nina wird aktiviert und so jeden, der diese auf seinem Smartphone installiert hat, auf den Warntag hinweisen – und sogar entsprechende Laufschriften im Fernsehen und Durchsagen im Radio soll es geben. 

Damit sind auch dann nahezu alle Kanäle genutzt, die öffentlichen Stellen zur Verfügung stehen, um die Menschen im Land auf eine Gefahr aufmerksam zu machen. Aber eben nur nahezu alle. Denn die Feuerwehr Kierspe wird auch ihren Facebook-Kanal nutzen, um auf den Tag hinzuweisen.

Dann werden alle Leser dieser Nachricht aufgefordert, ein sogenanntes „Like“ zu hinterlassen, damit die Wehrleute besser abschätzen können, wie viele Kiersper sie auf diesem Weg erreichen können.

Denn mittlerweile ist es für die Helfer im Ort schwer, die Menschen auf Notlagen oder Katastrophenfälle hinzuweisen. „Auch wenn jetzt wieder neue Sirenen aufgestellt wurden, werden wir längst nicht alle Kiersper erreichen. Dafür sind es viel zu wenige“, so Eichert. 

Letztlich bedauert der Wehrmann das, denn nur die Sirene ist letztlich in der Lage, die Menschen auch zu wecken. Früher waren etliche Fahrzeuge der Wehr auch noch so ausgerüstet, dass mit ihnen Lautsprecherdurchsagen möglich waren. Mittlerweile steht den Kierspern dafür aber nur noch ein Fahrzeug zur Verfügung. 

Von dem Warntag verspricht sich der Wehrmann mehr, als nur einen Test der Alarmierungswege: „Das ist eine gute Möglichkeit, die Menschen für die zur Verfügung stehenden Warnungen zu sensibilisieren. Bereits im Vorfeld will die Wehr aber auch ihre Möglichkeiten nutzen, um auf das Ereignis am 6. September hinzuweisen. Dazu nutzt sie ihren Facebook-Account: Über ihn sollen vor dem Warntag täglich Nachrichten verbreitet werden, die sich mit der Alarmierung und dem Warntag beschäftigen. Dort soll es dann Tipps geben, wie sich die Kiersper im Alarmfall verhalten sollten.

Die Sirenensignale

Heute stehen noch vier Signale zur Verfügung, mit denen die Menschen auf Gefahren hingewiesen werden können beziehungsweise mit denen mitgeteilt wird, dass die Gefahr vorüber ist – oder mit denen Wehrleute in die Gerätehäuser gerufen werden. 

Warnung bei Gefahren: Ein auf- und abschwellender Dauerton. Erklingt dieser, sollten Radios eingeschaltet und auf Lautsprecherdurchsagen geachtet werden. 

Entwarnung: Dauerton. 

Probealarm: Eine Kombination aus den Tönen Entwarnung, Warnung und Entwarnung. 

Alarmierung der Feuerwehr: Ein zweimal unterbrochener Dauerton.

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