Keine Chance für Rassismus: GSK ausgezeichnet

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Schule gegen Rassismus: Schulleitung, Kollegium, Paten und natürlich Schüler freuten sich über die Zertifizierung, die nun in Form eines Schildes dokumentiert wird.

Kierspe - Die Gesamtschule durfte sich am Samstagabend feiern – und zwar zu Recht. Denn sie trägt ab sofort den Titel „Schule ohne Rassismus“. Zur Zertifizierung waren zahlreiche Gäste im PZ erschienen.

„Boa tarde!“ „Boungiorno!“ „Guten Tag!“ – in insgesamt zwölf verschiedenen Sprachen, darunter arabisch, türkisch und russisch, begrüßten Schüler und Lehrkräfte verschiedener Nationalitäten ihr Publikum. Bereits diese Begrüßung veranschaulichte, was Schulleiter Johannes Heintges im Anschluss bestätigte: Schüler und Lehrer aus insgesamt 25 Ländern zu haben, die 21 verschiedene Muttersprachen sprechen, sei eine „großartige Bereicherung“. 

Zur Feier des Tages begrüßte Heintges besondere Gäste: etwa den ehemaligen Schüler Gordan Dudas, heute Abgeordneter des Düsseldorfer Landtags, sowie Bürgermeister Frank Emde – beide sind zugleich Paten der Gesamtschule. Außerdem wurde Alexandra Herl, die Regionalkoordinatorin für das Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ begrüßt. 

„Gelebte Integration ist Alltag“ 

Es war für alle Beteiligten ein besonderer, prägender Tag. Eines sei dabei aber nicht zu vergessen: „Das friedliche, rassismusfreie Miteinander, die gelebte Integration – das ist bei uns nichts Besonderes, es ist Alltag“, betonte der Schulleiter, der sich auch über den Besuch zweier ehemaliger Schulleiter, Martin Koenen (1972-1992) und Fritz Schmid (1992-2007) freute. 

Mit ihren Unterschriften hatten insgesamt 1343 Personen, sowohl Lehrkräfte als auch Schüler, ein klares Zeichen gesetzt und das bezeugt, was sie seit Langem leben: ein Miteinander, geprägt durch Toleranz und Zusammenhalt – „etwas, auf das wir alle wirklich stolz sein können“, sagte Heintges. 

Gordan Dudas, der sich beim Betreten der Bühne schmunzelnd an die einstige Vergabe seines Abiturzeugnisses erinnerte, betonte die Verantwortung, die die Schule trage, besonders im Rückblick auf die 80 Jahre zurückliegende Pogromnacht. „Unsere gemeinsame Verantwortung ist, dass sich diese Verbrechen nicht wiederholen“, erklärte der SPD-Landtagsabgeordnete. Es gelte, Frieden und Freiheit zu verteidigen. Dabei band er einige Schülerinnen und Schüler bewusst in seinen Vortrag mit ein, um zu zeigen, wie selbstverständlich zwischenmenschliche Unterschiede sind. 

Kierspes Bürgermeister Frank Emde bedankte sich im Namen der Stadt, aber auch persönlich für das „starke Signal“ der Schüler. Dazu wählte er den bekannten, jedoch immer wieder berührenden Titel „Heal the world“ von Michael Jackson – manchmal drücke ein Lied mehr aus als tausend Worte.

„Schule der Tradition und Zukunftsorientierung“

Regionalkoordinatorin Alexandra Herl nannte die Gesamtschule eine „Schule der Tradition, aber auch der Zukunftsorientierung“ und verdeutlichte damit die Ausrichtung des couragierten Miteinanders mit „Zuversicht auf Nachhaltigkeit“. Beachtlich und bewegend aus Sicht aller Beteiligten: Bei der Unterschriften-Petition, bei der 80 Prozent aller Schüler und Lehrer ihre Stimme für eine Schule gegen Rassismus erhoben, handelte es sich um ein Schülerprojekt, um einen „respektvollen Umgang miteinander“ einzufordern, erklärte Schülersprecherin Nadine Meinhardt. Dabei wurden die Jugendlichen von der Lehrkraft Alican Sevim unterstützt. 

Nach einigen Tanzbeiträgen und Musikstücken des Schulorchesters, das von Peter Hoberg geleitet wird, wurde die Zeremonie beendet. Aber natürlich nicht ohne Symbolkraft. Überreicht wurde ein großes Schild mit noch viel größerer Bedeutung: „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“.

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