Festkonzert der Sängervereinigung

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120 Jahre ist die Sängervereinigung Vorth-Grünenbaum geworden. Sonntagnachmittag hatte sie zu einem Festkonzert eingeladen. J

KIERSPE ▪ Es war ein gelungenes Konzert, zu welchem die Sängervereinigung Vorth-Grünenbaum 1891 in das PZ der Gesamtschule eingeladen hatte. Vor 120 Jahren gründete sich der Männerchor als „Vornberger-Männer-Gesangsverein“. Am vergangenen Sonntagnachmittag hatte er zu einem Festkonzert eingeladen, welches durch die Mitgestaltung vieler befreundeter Chöre bereichert wurde.

„Es ist schön, dass Sie hier sind“, freute sich gleich zu Beginn des Festkonzertes Paul-Wilhelm Kieberger, Vorsitzender der Sängervereinigung. „Auch dass die Bundestagsabgeordnete Petra Crone anwesend ist freut mich sehr, denn in ihrem Wohnhaus, einer ehemaligen Schule, begann das Wirken unseres Chores.“ Es war schon beeindruckend auf dem Programmzettel zu lesen, dass insgesamt elf Chöre zu den Ausführenden gehörten. So vielfältig, wie die Anzahl der Chöre, war dann auch das Programm.

Doch bevor das Festkonzert so richtig beginnen konnte, wartete Clemens Wieland, der durch das Programm führte, mit einer kleinen Überraschung auf. Zwei Taktstöcke hatte er in der Hand, einen „Guten“ für die die Auftritte, der aus Ebenholz mit Elfenbein ist und eine Ton-A-Flöte hat und einen Probetaktstock, der schon etwas abgebrochen und ausgefranst aussah. „Diese Taktstöcke haben einmal dem Großvater von Günter Wermekes gehört, der damals den Chor dirigiert hatte“, berichtete Clemens Wieland und übergab sie an den Chordirektor FDB Ingo Reich, der mit dem Ebenholztaktstock nun das Konzert eröffnete.

Nach der Auftritt durch die Sängervereinigung Vorth-Grünenbaum 1891 übernahmen die Chöre MGV Liedertafel Hellersen 1905 und MGV Halver 1854 die Bühne. „Dass sich Mitte des 19. Jahrhunderts so viele Chöre gegründet haben, hatte eine Bedeutung“, informierte Clemens Wieland die Zuhörer. „Es war nicht nur Freizeitgestaltung, in einem Chor zu singen. Damals war Deutschland noch nicht wiedervereinigt und mit dem Gesang wollten die Männer politisch Stellung beziehen. Daher sollte gerade bei dem Liedgut der Männerchöre auf die Texte geachtet werden.“ Alsdann machte sich auf der Bühne die Übernahme der männlichen Domäne durch Frauen langsam bereit. Sofia Wawerla betrat mit dem MGV Rönsahl 1951 die Bühne und leitete so auf den Wandel im Chorgesang durch Frauenchöre ein. Diese gründeten sich später, als die Männerchöre. Capella Femina zeigte schwungvoll, dass auch Frauenchöre ansprechend Musik machen können. „Barbar‘ Ann“, ein Lied von den Beatles, sang die Frauengruppe.

„Mir ist es kalt den Rücken herunter gelaufen“, flüsterte eine Zuhörerin ihrer Nachbarin zu, als der letzte Ton von „Conquest of paradis“ verklungen war. Der Männerchor Kierspe 1899/1900 hatte dieses Lied neu in sein Repertoire aufgenommen und überzeugend vorgetragen. Locker, fröhlich, frech, so präsentierten sich die „Wild Generation Kid’s der Musikgemeinschaft Kierspe“ mit ihrem Dirigenten Frank Müller. Sie spielten für die Festgäste Stücke aus dem Bereich Jazz, der Filmmusik und des Pop. Auch wenn der eine oder andere Ton noch nicht ganz sicher war, Spaß an der Musik hatte sie, das war zu merken. Ein Wunsch der Nachwuchsband der Musikgemeinschaft Kierspe wäre es, künftig mehr Auftritte zu haben, um so mehr Routine zu bekommen.

Das Konzert der Sängervereinigung war ein gelungenes Konzert. Dank der guten Arbeit von Chordirektor Ingo Reich und Sofia Wawerla waren hervorragend arrangierte und vorgetragene Lieder zu hören. Der Gesang der Chöre war sauber und die Stimmen gaben die Emotionen, die im Text zur Sprache kamen, überzeugend wieder. Auch als beim Auftritt der Chorgemeinschaft aller Männerchöre von Ingo Reich kaum noch Platz auf der Bühne war, war jedes Wort des Textes zu verstehen.

Gertrud Goldbach

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