Heißes Eisen, schmelzendes Plastik

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Zehn Kinder wanderten in Begleitung von Silvia Baukloh und Christel und Rolf Hansen zunächst vom Kiersper Rathaus zum Schleiper Hammer und wurden dort von Karl-Heinz Kraus durch das 200 Jahre alte Gebäude geführt.

KIERSPE - Trotz Temperaturen jenseits der 30 Grad brannte am Donnerstag das Schmiedefeuer im Schleiper Hammer. Zu Gast waren zehn Ferienspielkinder, die sich trotz des Schwimmbadwetters für eine Einführung in die Schmiedekunst entschieden hatten.

Zunächst ging es jedoch erstmal auf Wanderschaft: Vom Treffpunkt am Kiersper Rathaus machte sich die Gruppe, begleitet von Silvia Baukloh und Christel und Rolf Hansen, zu Fuß auf den Weg zu dem Museumsgebäude. Dort erwartete sie schon eine Stärkung: Reni Wollmann hatte frische Waffeln gebacken und Getränke bereitgestellt, sodass sich die Kinder nach der Wanderung erstmal ein wenig ausruhen konnten.

Doch schon während der Pause schweiften die Blicke der Besucher durch den Raum voller alter Maschinen. Riesige Feder- und Fallhämmer, Sägen, Fräsen, Hobel, Stanzen und Drehbänke warteten geradezu darauf, näher in Betracht genommen zu werden. Bevor es los ging, verteilte Karl-Heinz Kraus vom Kiersper Heimatverein gelbe Arbeiterhelme – die sind Pflicht.

Ein Teil der Gruppe ging zunächst ein Stockwerk höher in die Kunststoffabteilung. Dort lernten sie, wie die alten Pressen funktionieren: In eine Form wird Kunststoffgranulat eingefüllt und mittels Drück und Wärme geschmolzen und in Form gebracht wird. Auf diese Weise entstehen zum Beispiel Eierbecher und Untersetzer in verschiedenen Farben.

Noch spannender fanden die Kinder allerdings die Schmiede und die Schlosserei. Karl Heinz Kraus erklärte ihnen zunächst, was sie anfertigen sollten: Einen gebogenen Eisenhaken. Der Rohling, eine schmale Stange, musste im ersten Schritt auf die entsprechende Länge gekürzt werden. Messstab anhalten, mit der Kreide anzeichnen, auf die Maschine legen und kräftig den Hebel hinunterdrücken – geschafft. Danach ging es weiter in die Schlosserei, in der im Gegensatz zur Schmiede nur mit kaltem Eisen gearbeitet wird. Auch dort durften die Kinder selbst Hand anlegen und das Werkstück weiter bearbeiten.

Nebenan in der Schmiede wurde es dann laut: Während die Eisenstücke im Feuer auf die richtige Temperatur erhitzt wurden, erklärte Karl-Heinz Kraus die Funktionsweise der einzelnen Maschinen. Er deutete auf die vielen Riemen und Räder, die entlang der Decke zu den Maschinen liefen, drückte einen Knopf an der Wand und mit einem lauten Brummen kam Bewegung in den Raum.

Angetrieben durch eine Wasserturbine mit 25 Pferdestärken konnten nun die Schmiedehammer per Fußpedal betrieben und ihre Geschwindigkeit gesteuert werden – fast kinderleicht. Aber auch zum klassischen Schmiedehammer wurde gegriffen, um dem Haken den letzten Schliff zu verpassen. Ihre angefertigten Stücke durften die Jungen und Mädchen anschließend mit nach Hause nehmen. - Von Laila Weiland

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