Kierspe von oben

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Vier Mädchen und Jungen gingen Sonntag auf dem Flugplatz „Auf dem Dümpel“ an den Start. Die Piloten Niko Huhn und Jürgen Salewsky machten mit ihnen einen Rundflug über die Talsperren, Steinbrüche und Kierspe.

KIERSPE -  „Das war toll“, strahlten Sarah und Sebastian, die Sonntagmittag gerade aus einem Motorflugzeug ausgestiegen waren. Gut eine Viertelstunde waren sie in der Luft, hatten erst Kierspe, dann den Biggestausee aus der Luft gesehen und waren dann wieder auf dem Flugplatz „Auf dem Dümpel“ gelandet. Eingeladen waren sie im Rahmen der Ferienspiele von den Jugendzentren Kierspe und Rönsahl.

Von Gertrud Goldbach

Gerade einmal vier Mädchen und Jungen haben sich in diesem Jahr für die Ferienspiele angemeldet. „So wenig Kinder hatten wird noch nie“, informierte Susanne Sattler vom Jugendzentrum. „Das hat für die begleitenden Erwachsenen den Vorteil, dass sie die Gelegenheit nutzen und auch einmal einen Rundflug über Kierspe machen können.“

Jeweils drei Kinder durften in eines der Flugzeuge steigen. Jürgen Salewsky und Niko Huhn vom Luftsportclub Dümpel waren die Piloten. Niko Huhn hat bereits mit 13 Jahren zu fliegen begonnen. Inzwischen, gute sechs Jahre später, darf er auch alleine mit den Maschinen in die Luft abheben. Eine Kurzmitgliedschaft beim Luftsportclub mussten alle Fluggäste eingehen. „Es ändert sich zurzeit viel im Luftsport, so dass wir unsere Gäste um diese Mitgliedschaft bitten müssen“, erklärte der stellvertretende Vorsitzende Jürgen Salewsky den Fluggästen. So konnten nicht nur die Kinder, auch die erwachsenen Besucher in die Luft steigen und einen etwas anderen Blick auf ihre Heimat werfen.

Sonntagmittag übernahm Niko Huhn den ersten Flug und es war für alle richtig entspannt zu fliegen. Gerade einmal gute 15 Kilometer pro Stunde ging der Wind und die Thermik ließ das kleine Flugzeug ein wenig hin- und herschaukeln.

Schon von der Startbahn an bot sich den Kindern ein atemberaubender Blick über das Sauerland. „Bei schönem Wetter können wir von hier aus sogar das Siebengebirge sehen“, erklärte Niko Huhn seinen Fluggästen. Sonntagmittag war es dafür ein wenig zu diesig, doch dafür bekamen die Kinder anderes zu sehen. Zuerst machte das kleine Flugzeug einen Bogen zur Aggertalsperre, die Genkeltalsperre war danach zu sehen und an Meinerzhagen vorbei flog die kleine Gruppe Richtung Kierspe. In der Beethovenstraße wohnen Sarah und Sebastian. Die sahen sie aber nicht sehr genau, ein kleiner Wald war im Weg. „Dafür haben wir aber unsere Turnhalle gut sehen können“, freute sich Sebastian. „Die ist gut an den großen Solarmodulen zu erkennen, die auf dem Dach sind.“ Nach Kierspe machte das Flugzeug einen Schlenker Richtung Listertalsperre und Biggesee, dessen Ausmaße nur aus der Höhe so richtig zu erkennen sind. Nun noch über drei Steinbrüche hinweg und das Flugzeug näherte sich wieder dem Flughafen Dümpel.

Für die Kinder hatten die Piloten ein Motorflugzeug ausgesucht, mit welchem sie einen freien Blick auf die Landschaft hatten. Zwei Tonnen Abfluggewicht können sie heben, wobei auch das Flugzeug mitgerechnet wird. „Motorflugzeuge können über 50 Jahre alt werden“, erklärte Jürgen Salewsky. „Unsere Flugzeuge sind gepflegt und stehen keine fünf Nächte draußen.“ 180 PS hat eine Maschine bei einem Hubraum von sechs Litern. In einer Flugstunde verbraucht sie etwa 32 bis 33 Liter, je nachdem, wie hoch sie fliegt. Auch so etwas wie einen Technischen Überwachungsverein gibt es für die Flugzeuge. Dort werden die Maschinen regelmäßig kontrolliert. Da gibt es die 50-Stunden-Kontrolle, die 100-Stunden-Kontrolle und die große Kontrolle bei 2000 Stunden.

Kinder und Jugendliche, die Spaß am Fliegen haben, können beim Luftsportclub Dümpel mitmachen. Dort werden sie ausgebildet und an das Fliegen herangeführt. Später können sie mit den Maschinen des Vereins starten und eigene Flüge unternehmen.

So weit waren die Kinder der Ferienspiele aber noch nicht. Sie warteten Sonntag geduldig auf ihren Flug. Nach einem eindrucksvollen Tag ging es dann mit dem Auto zurück nach Kierspe.

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