Auf den Spuren von Graf Fastenrath

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Heimatkundler Karl-Friedrich Marcus heizte unterwegs die Spannung an mit so mancher kindgerecht erzählter Geschichte aus Rönsahls alter Zeit.

Rönsahl – Spannung pur – und das praktisch von der ersten bis zur letzten Minute – war angesagt bei der am Wochenende stattgefundenen und vom Jugendzentrum Come together in Rönsahl organisierten Wanderung im Rahmen der Ferienspiele der Stadt Kierspe.

Schließlich ging es dabei um nichts Geringeres als die Suche nach dem geheimnisumwobenen Schatz, den der legendäre Graf Fastenrath, so es den denn jemals gegeben haben sollte, auf seiner Flucht aus Hagen bis nach Rönsahl retten und hier im Waldgebiet an der äußersten südwestlichen Spitze des Sauerlandes verstecken und vor seinen zahlreichen Widersachern in Sicherheit bringen konnte.

Schenkt man denn den Schilderungen von Jugendzentrums-Leiterin Susanne Struth-Gräve Glauben, die der Sache im Vorfeld der Wanderung nachgegangen war und die Geschichte gemeinsam mit ihrem Helfer Niklas König und Karl-Friedrich Marcus vom Heimatkundekreis in Rönsahl kindgerecht aufbereitet hatte, so hat sich die spannende Handlung um den geheimnisumwobenen Schatz – wenn überhaupt – so vor rund 250 Jahren abgespielt.

14 Ferienspielkinder hingen gespannt am Mund des Heimatfreundes, als sich die muntere Schar in Erwartung der Dinge, die da kommen sollten, vom Jugendzentrum aus ein Stück weit über die Kreisstraße 2 auf den Weg ins Dorf gemacht hatte. Die Kinder folgten dabei genau den zum Teil noch nicht entschlüsselten Hinweisen in einer ominösen Schatzkarte und orientierten sich bei der Spurensuche an unterwegs immer mal wieder auftauchenden Wegzeichen, die der legendäre Graf wohl hinterlassen hatte.

Zur Erhöhung der Spannung wusste Karl-Friedrich Marcus unterwegs so manche Begebenheit aus Rönsahls alter Zeit zu erzählen und weckte dabei den Entdeckergeist der Kinder, als er von unterirdischen Gängen berichtete, die von Nachbarhäusern zur Servatiuskirche führten und den Dorfbewohnern in schweren Zeiten als Fluchtweg zur Wehrkirche als Verteidigungsstellung gedient hatten. Dichtung und Wahrheit kamen – manchmal eng miteinander verwoben – zu ihrem Recht, als die Schatzsucher auf den Spuren des Grafen schließlich im Waldgebiet um die Ölmühle ankamen, auf dem Weg dahin einiges erfahren hatten aus der Zeit vor 800 Jahren, als im Ölmühlental, das zu den Ausläufern des damaligen „Ruhrgebiet des Mittelalters“ zählte, noch Eisen geschmolzen wurde, bevor in späteren Jahren stattdessen die Schwarzpulverherstellung im hiesigen Raum in voller Blüte stand und in mancherlei Hinsicht zur Entwicklung beigetragen hat. Versteht sich am Rande, dass der Wissensdurst der munteren Schar irgendwann gestillt war, die kleine Rasselbande bei der Suche nach dem vergrabenen Schatz dann fündig und zum Abschluss eines unterhaltsamen Tages mit allerlei Leckereien belohnt wurde.

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