Ferienspiele: Das eigene Brot backen

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Die Kinder hatten viel Spaß beim Brotbacken in der Rhader Mühle. ▪

KIERSPE ▪ In vielen Kiersper Familien kommt in diesen Tagen Steinofenbrot aus der Rhader Mühle auf den Tisch. 36 Kinder hatten die Backaktion bei der Anmeldung zu den Ferienspielen auf ihrem Wunschzettel angekreuzt, aber nur für 16 ging der Wunsch auch in Erfüllung. Für mehr Kinder reichte der Platz einfach nicht aus. Dabei wussten viele schon, was sie erwartete, waren sie doch – zum Teil mehrfach – bei früheren Gelegenheiten in der Rhader Mühle gewesen.

Der Heimatverein nimmt die Ferienspiele zum Anlass, Kindern das Handwerk früherer Zeiten nahezubringen und stößt dabei auf rege Resonanz. So konnten die Kinder im Schleiper Hammer Kleinigkeiten aus Eisen schmieden und aus Bakelit pressen. Brotbacken ist demgegenüber noch vergleichsweise verbreitet. Seine Mutter würde zuhause auch selber backen, erzählte ein Junge.

Zwischen acht und 14 Jahre alt waren die Mädchen und Jungen, die sich am Dienstagnachmittag am Haus Berkenbaum trafen, um von dort zur Rhader Mühle zu laufen. Ihre Begleiterinnen vom Heimatverein nutzten die kleine Wanderung, um immer wieder auf Besonderheiten am Wegesrand hinzuweisen. So lernten die Kinder die Unterschiede zwischen den einzelnen Getreidearten – und auch Naturbeobachtungen anderer Art kamen nicht zu kurz, wurde doch auf dem Weg ein Fischreiher gesichtet.

In der Rhader Mühle angekommen, hieß es Schürzen umbinden, Ärmel hochkrempeln und Hände waschen, denn jetzt wurde der Teig angesetzt. Die Erwachsenen waren schon am Vortag fleißig gewesen und hatten den Holzofen angefeuert. Normalerweise reicht die Hitze für 70 bis 80 Brote, an diesem Nachmittag fiel die Ausbeute etwas bescheidener aus.

Jedes Kind durfte sein eigenes Brot backen. Dazu verkneteten sie in einer Schüssel Roggen- und Weizenvollkornmehl, Wasser, Salz und Hefe als Treibmittel. Erst allmählich wurde aus der klebrigen Masse ein Brotteig, der diesen Namen auch verdiente. Mit einem großen Laken abgedeckt, blieben die Teigschüsseln dann in der Sonne stehen, denn Hefeteig muss gehen. Danach formten die Kinder aus dem Teig Brotleiber. Um ihre Brote wiederzuerkennen, ritzten sie Nummern in den Teig. Das Einschieben in den Ofen übernahmen dann allerdings die Erwachsenen.

Während die Teigleiber sich im Ofen in richtige Brote verwandelten, konnten sich die Kinder vor dem Backhaus tummeln, Seilchen springen und Fangen spielen. Nach einer knappen Stunde kam der große Augenblick: 16 braune, duftende Brote wurden mit dem großen Holzschieber aus dem Ofen geholt. ▪ bnt

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