Handzahmer Uhu, Waldkauz und Bussard

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Insgesamt 33 Mädchen und Jungen hatten sich für die Aktion des Hegerings und der Rönsahler Landfrauen angemeldet – die Wanderung fiele zwar aus, dafür ging es nach Gut Haarbecke.

Rönsahl - Stets einen Spitzenplatz im Rahmen der unterschiedlich strukturierten Unterhaltungsangebote, welche die Kiersper Vereinswelt während der Sommerferien für die daheimgebliebenen Kinder bereit hält, nimmt zweifellos die gemeinsame Aktion von Hegering und Rönsahler Landfrauen ein.

Denn die in diesem Jahr übrigens nun schon zum dritten Mal in Folge durchgeführte naturnahe Wanderung führte die Teilnehmer auf die Spuren des legendären Robin Hood. Für die Mädchen und Jungen bedeutete dies wieder spannende und lehrreiche Erlebnisse zugleich – das hat sich längst herumgesprochen: Die Meldeliste für diese Ferienspielaktion war in kürzester Zeit ausgebucht.

Doch als es am Dienstagnachmittag so weit war, dass die Wanderung durch den „Sherwood Forest“ starten sollte, drohte das miserable Wetter, genauer gesagt der pausenlose Regen, Planern und Kindern einen Strich durch die Rechnung zu machen. Aber: Das Ganze abzusagen, kam für den Hegering und die Landfrauen nicht infrage.

Mit selbst geschnitzten Bogen und Pfeilen aus biegsamen Zweigen des Mussstrauches konnten die Kinder einen Wettbewerb ausschießen.

Zu groß wäre wohl die Enttäuschung bei den immerhin 33 Mädchen und Jungen gewesen, sicherlich auch für die knapp 20 Betreuer, die sich zum Teil schon im Vorfeld allerhand hatten einfallen lassen. So hatten Carsten Woeste, Dirk Münch und Krystian Wagner beispielsweise tags zuvor aus dem biegsamen Holz des Nussstrauches insgesamt 120 Pfeile und die dazugehörigen Bogen geschnitzt – für den geplanten Bogenschieß-Wettberwerb.

Es genügte ein Anruf auf Gut Haarbecke, um die gesamte Aktion retten zu können. Denn Eigentümer Rudolf Bengelsträter stellte bereitwillig das geräumige und regensichere Zelt im Innenhof des Gutes zur Verfügung, und so konnte alles, wie geplant, über die Bühne gehen. Als die Kinder und ihre Betreuer auf Gut Haarbecke ankamen, brannte dort bereits ein Lagerfeuer, das am frühen Abend zum Braten von Stockbrot und Würstchen einlud.

Zuvor jedoch galt es für die Kinder, ihre Treffsicherheit im Umgang mit Pfeil und Bogen unter Beweis zu stellen. Danach stand noch eine besondere und nicht alltägliche Überraschung auf dem Programm: Falknerin Trude Gassmann und ihre Tochter Anna-Lena vom Hegering Hückeswagen hatten drei ihrer handzahmen Greifvögel mitgebracht und wussten einiges über diese Tiere aus der Familie der Habichtvögel zu berichten. Die Falknerin hatte einen vierjährigen Waldkauz, einen zehn Jahre alten amerikanischen Wüstenbussard und den fünfjährigen Uhu „Sky“ – der absolute Star dieses Greifvogel-Ensembles – mitgebracht.

Hautnah konnten die Ferienspielkinder einen Uhu, einen Waldkauz und einen Wüstenbussard erleben. Die handzahmen Greifvögel hatte Falknerin Trude Gassmann mitgebracht.

So erfuhren die Mädchen und Jungen, dass der Uhu – im Jahr 2005 zum Vogel des Jahres ernannt – über eine Flügelspannweite von 1,10 bis 1,20 Meter verfügt, als die größte Eule der Welt gilt und als nachtaktiver Jäger ein breites Beutespektrum hat. Ein Uhu geht in der freien Natur auf die Jagd nach kleinen Wirbeltieren wie Mäusen, Ratten und Vögeln, verschmäht aber auch Igel und Wildkaninchen nicht und lässt es sogar auf einen Kampf mit dem Fuchs ankommen.

Selbst ein schlafender Artgenosse wie der Bussard ist nicht vor den Fängen des großen Greifvogels sicher. Auch Wüstenbussard und Waldkauz ernähren sich vornehmlich von kleinen Wirbeltieren. Trude und Anna-Lena Gassmann erzählten auch vom schnellsten Vogel der Welt: Der Wanderfalke schafft im Sturzflug bis zu 300 Kilometer pro Stunde.

Sie berichteten zudem von der Falknerei als solcher, die zu den ältesten Jagdarten zählt – und dies alles in einem kindgerechtem Frage- und Antwortspiel, sodass für die Ferienspielteilnehmer einmal mehr ein wissens- und erlebnisreicher Tag im Rahmen der Ferienspiele stattfand.

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