Abriss der kleinen Sporthalle am Felderhof rückt näher

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Abriss oder Renovierung? Noch ist keine Entscheidung über die Sporthalle I im Sportzentrum Felderhof gefallen.

Kierspe - Abriss oder Renovierung, Kosten von rund 450 000 Euro oder etwa 900 000 Euro? Diese Varianten gibt es für die Sporthalle I im Sportzentrum Felderhof. Welche umgesetzt wird, entscheidet der Ausschuss für Sport und Jugend in der Sitzung am 27. Mai, ab 17 Uhr im Clubheim der „Kerspe-Knappen“.

Für den Sportbetrieb ist die Halle seit Ende Januar 2015 gesperrt, nachdem ein so genannter Baubiologe eines Sachverständigenbüros bei seiner Begutachtung eine mögliche Gefährdung durch herabfallende Teile der Innenverkleidung ausgemacht hatte, weil die Giebelwand in Richtung Schwimmbad durchfeuchtet und damit einsturzgefährdet ist. Hinzu kommen viele weitere gravierende Mängel, wie Schimmel im Geräteraum und Treppenhaus, ein defekter Fußboden, undichte Fenster oder eine kaputte Lüftung.

Gesamter Schulsport ausgelagert

Zweiter Ausschuss beteiligt:

Nach dem Ausschuss für Sport und Jugend (27. Mai), wird sich am 22. Juni der Ausschuss für Umwelt und Bauen mit der Sporthalle I befassen. „Erst wenn dort ebenfalls eine Entscheidung gefallen ist, können wir die Arbeiten ausschreiben und Angebote einholen“, sagt Rainer Schürmann, Sachgebietsleiter für Bauverwaltung und Planung.

„Wegen der anhaltenden Gefährdungslage wurde die Halle seitdem nicht mehr benutzt“, sagt Rainer Schürmann, Sachgebietsleiter für die Bereiche Bauverwaltung und Planung, auf MZ-Anfrage. Der Schulsport der Gesamtschule sowie der Schanhollen-Grundschule findet seitdem in der benachbarten Vier-Felder-Halle statt, die erst im August 2008 eröffnet wurde. Auch alle Sportvereine und Gruppen, die zuvor die kleine Halle genutzt hatten, habe man nebenan oder in den Hallen am Haunerbusch und in Rönsahl unterbringen können. „Lediglich für eine private Fußballgruppe konnten wir keine Lösung finden“, erklärt Schürmann.

Sporthalle müsste grundsaniert werden

Nach fast vier Monaten des Leerstandes wird sich in Kürze der Ausschuss mit der Sporthalle befassen. Eine Sanierung wäre aufwendig. Unter anderem müssten das Dach, die Fenster, die Fassadendämmung sowie Hallenboden und -decke erneuert werden. „Sollte sich der Ausschuss für die Sanierung entscheiden, müsste zudem plausibel aufgezeigt werden, wofür die Halle so dringend benötigt wird, nachdem wir in den vergangenen Monaten auch so ausgekommen sind“, sagt Schürmann.

Allerdings hätte auch ein Abriss einige Tücken. Eine Fernwärmeleitung, die die Schanhollenschule versorgt, müsste umgelegt werden und auch das Erscheinungsbild des Schulhofes der Gesamtschule würde sich verändern. Denn unter der Stufenanlage vor der Halle, die viele Schüler während der Pausen zum Verweilen nutzen, liegt der Geräteraum der Halle. Bei einem Abriss der Halle, müssten auch die Stufen weichen. „Wir müssen uns vorher also genau überlegen, was mit der Fläche anschließend passieren soll, können direkt auf dem Schulhof nicht einfach ein Loch lassen“, sagt Schürmann.

Haushaltsbudget reicht weder für Abriss noch Sanierung

Für den Sachgebietsleiter wären eine Erweiterung des Schulhofes, des ebenfalls angrenzenden Parkplatzes oder eine „Freifläche, die sich mit dem Schulhofumfeld verträgt“, möglich. Ein genaues Konzept müsse im Fall des Hallenabrisses aber ein Landschaftsarchitekt entwickeln. Letztlich dürfte die Entscheidung auch eine des (fehlenden) Geldes werden. Im Haushalt für 2015 sind für die Halle I lediglich Mittel in Höhe von 150 000 Euro vorgesehen, die weder für Abriss und Neugestaltung der Fläche (450 000 Euro) noch für eine Sanierung (900 000 Euro) reichen. „Die fehlende Summe müsste in den Folgehaushalt eingepreist werden. Egal, was wir machen. Fertig werden wir in diesem Jahr in keinem Fall“, so Schürmann.

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