Bald wird aus ZOB Kierspe wieder Kierspe-Bahnhof

Der Einladung der Stadtverwaltung folgten zahlreiche Kiersper, um dabeizusein, wenn der Busbahnhof eröffnet wird. ▪ Fotos Becker

KIERSPE ▪ 13 Monate Baulärm, Staub und Umleitungen – für die Anwohner am Hammerkamp, der unteren Kölner Straße und auch der Wehestraße brachte der Bau des neuen Zentralen Omnibusbahnhofs auf dem ehemaligen Bahnhofsgeländes manche Unannehmlichkeit. Und so war es allen Rednern ein Anliegen, den Anwohnern für ihre Geduld zu danken.

Neben dem Dank an die Anwohner stellte Bürgermeister Frank Emde noch einmal die Planung des neuen Busbahnhofs ins Zentrum seines Grußwortes. So habe die eigentliche Planung im Jahr 2004 begonnen, als das Land mitgeteilt habe, dass ab dem Jahr 2007 eine Förderung des Projektes möglich sei. Man habe sich bereits im Jahr 2005 auf den Standort festgelegt, um die Option zu haben, Bus und Bahn wieder miteinander zu verknüpfen. 2007 habe es dann Gespräche mit allen Beteiligten gegeben und Ende 2009 habe die Zusage über die Förderung der Maßnahme vorgelegen.

„Vor allem die Sicherheit für die Fahrgäste lag uns am Herzen. Und auch die MVG drängte auf eine Beseitigung der bisherigen Situation“, so Emde bei seiner Rückschau. Natürlich war es dem Chef der Stadtverwaltung ein Anliegen auch noch einmal die Kosten zu erwähnen. Diese hätten sich auf ziemlich genau zwei Millionen Euro belaufen, von denen das Land 1,5 Millionen Euro übernommen habe.

Auch Burkhard Sasse vom Ingenieurbüro für Bauwesen Schmist aus Lennestadt schaute in seinem Grußwort zurück auf die Arbeiten. Vor allem natürlich auf die technischen Details. Und da gab es wahrhaft beachtliche Zahlen: So seien insgesamt 3000 Quadratmeter befestigte Flächen rückgebaut und hergestellt worden, dabei seien 8000 Kubikmeter Bodenmassen und Fels bewegt worden. Unter anderem hätten alleine 3500 Tonnen Frostschutzmaterial eingebaut werden müssen, das entspreche rund 150 Lkw-Ladungen. „Neben den eigentlichen Bauarbeiten musste das Gelände gegenüber der Straße Hammerkamp aufwendig abgestützt werden. Die Mauer hat eine Länge von 75 Metern und ist in Teilbereichen bis zu acht Meter hoch. Dabei wurden 25 Tonnen Betonstahl und 625 Kubikmeter Stahlbeton verarbeitet. Darüberhinaus wurde die Mauer mit 21 Dauerankern im Hang verankert“, erklärte Sasse. Der Ingenieur nutzte seine Redezeit auch dazu, der Stadt für den interessanten und anspruchsvollen Auftrag zu danken, der schließlich dazu geführt habe, dass neben dem ZOB mit seinen vier Bushalteplätzen auch zwei Park- und Rideplätze mit 18 Stellplätzen entstanden sei.

Als letzter Redner griff Gerhard Schmier, Geschäftsführer der Märkischen Verkehrsgesellschaft zum Mikrofon: „Ich bin seit 1998 Geschäftsführer der MVG und seit dieser Zeit gibt es auch Überlegungen, die Verkehrssituation für unsere Busse im Bereich Tannenbaum zu ändern.“ Als „toll“ bezeichnete Schmier das, was in den 13 Monaten entstanden sei. Für die Fahrgäste gebe es keine gefährlichen Fahrbahnüberquerungen mehr, es seien bessere Umsteigemöglichkeiten geschaffen worden und nun bestehe auch Sichtkontakt zwischen den Fahrern, da sei ein Austausch leichter möglich. Vor allem lobte der Geschäftsführer das problemlose Einfädeln in den Verkehr. Er appellierte an die zahlreich erschienen Gäste, das neue Angebot anzunehmen, „gerade im Vorgriff auf die Reaktivierung der Schienenstrecke im Jahr 2015“. Er schloss mit den Worten: „Dann wird aus dem ZOB Kierspe wieder Kierspe-Bahnhof.“

Musikalisch begleitet wurde die Feier von der Stadtkapelle unter Leitung von Götz Land. Für das Grillen der Würstchen und die Ausgabe der Getränke sorgte die Tauchsportgruppe Kierspe.

Finanziell getragen wurde die Veranstaltung von den Stadtwerken, der Märkischen Verkehrsgesellschaft, dem Bauunternehmen Kriesten und dem Ingenieurbüro Schmidt. ▪ Johannes Becker

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