„Viele sprechen von Europa, wir hingegen leben es“

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Bücher, Bilder, Uhren, Wappen, Minzpralinen und Schokolade wurden zwischen den Bürgermeistern und den Städtepartnerschaftsvereinen ausgetauscht. –

KIERSPE – „Mit Freu(n)den feiern“ wollten die Menschen, die sich am Samstagabend im PZ der Gesamtschule eingefunden hatten. Denn, so formulierte es Bürgermeister Frank Emde in seinem Grußwort mit einem Satz des griechischen Philosophen Epikur von Samos.

Von Luitgard Müller

„Von allen Geschenken, die uns das Schicksal gewährt, gibt es kein größeres Gut als die Freundschaft, keinen größeren Reichtum, keine größere Freude.“

Anlass für die Feier war der erste Besuch von acht Gästen aus der britischen Partnerstadt Denton nach der Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages im vergangenen September in der nahe Manchester gelegenen Stadt. Als Paten dieser neuen Partnerschaft waren auch zwölf Gäste aus Montigny-le-Bretonneux angereist. Die französische Partnerstadt feierte im vergangenen Jahr bereits das 20-jährige Jubiläum ihrer Freundschaft mit Denton, und wird in diesem Jahr die Feier zum 25-jährigen Städtepartnerschaftsjubiläum mit Kierspe ausrichten.

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Besuch aus den Partnerstädten

„Dies ist ein außergewöhnliches Ereignis, das selbst in Europa Seltenheitswert hat“, freute sich Michel Laugier, Bürgermeister von Montigny, und weiter: „Viele sprechen von Europa, wir hingegen leben es schon voll und ganz seit langer Zeit.“ Sein Dank galt allen, die diese Städtepartnerschaften begründeten, ganz besonders aber den Gastfamilien, denn der Aufenthalt in den Familien sei eine einmalige Gelegenheit, sich besser kennenzulernen, die unterschiedlichen Eigenarten zu entdecken und dauerhafte persönliche und unvergessliche Beziehungen aufzubauen.

Andrew Gwynne, Mitglieder der Labour-Party und Member of Parliament, aus Denton sagte, er hoffe, dass sich die neue Partnerschaft mit Kierspe in den kommenden Jahren weiter festigen und zu einer ebenso starken Verbindung entwickeln möge wie zwischen Denton und Montigny. Auch wenn in Großbritannien die Europäische Gemeinschaft häufig diskutiert werde, befürworte er sie: „Zusammen sind wir stärker. Wir stehen alle vor denselben Schwierigkeiten und Herausforderungen, suchen nach denselben Antworten und Lösungen. Zusammen sind wir nicht weniger britisch, französisch oder deutsch, aber mehr Europäer.“ Vor allem die Jugendlichen würden davon profitieren. Bezugnehmend auf die Stadtrundfahrt am Morgen, bei der die Gäste über die weitere Stadtplanung informiert worden waren, prophezeite Gwynne den Kiersper Jugendlichen eine vielversprechende Zukunft in einer „schönen Stadt und einer fantastischen Umgebung“.

„Nur der hat das Leben verstanden, der Bäume pflanzt, unter denen er selbst nie sitzen wird“, griff George Newton, Vorsitzender der Denton Town Twinning Association, dem englischen Partnerschaftsverein, die Gedanken seines Vorredners in seinem Grußwort auf. Die nicht immer friedvolle Geschichte, sei eben Geschichte. Jetzt gelte es, sich die Hand über das Wasser zu reichen, Brücken zu bauen für eine dauerhafte Freundschaft.

Gegenseitiges Vertrauen und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen sei dazu notwendig, sagte Bürgermeister Frank Emde: Die Politik kann das europäische Haus nur planen. Mit Leben füllen müssen es die Menschen, ohne sie geht es nicht.“

„Haus- und handgemachte Musik“, so Moderator Clemens Wieland, wurde den Gästen bei der Feier geboten. Die Bläserklasse 7.3 der GSK, der Chor Monday, Monday, die Jugendbigband High Vol(u)me der Musikgemeinschaft Kierspe mit Lucia Sikora (Gesang) sowie Annette Gräfe (Gesang und Gitarre) und Horst Becker (Mundharmonia), ein neues Duo der Kiersper Musikszene, sorgten für den musikalischen Rahmen der Feier.

Und auch die Mitglieder von Rat und Verwaltung übten sich an diesem Abend in Harmonie und besangen unter der Leitung von Annette Gräfe mit dem von ihr geschriebenen Lied „Kierspe – meine Stadt“ ihre Heimatstadt.

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