Fast eine Million Euro Förderung für Kierspe

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Die Pestalozzischule wurde mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II bereits im Jahr 2010 energetisch saniert. Nun plant die Stadt arbeiten an den übrigen Schulgebäuden durchzuführen.

Kierspe - Die Stadt Kierspe darf sich über einen unerwartet hohen Geldsegen freuen. Aus dem Kommunalinvestitionsförderungsfonds des Bundes für finanzschwache Kommunen fließt wahrscheinlich knapp eine Million Euro nach Kierspe.

Mit dem Geld sollen umfassende energetische Sanierungsmaßnahmen an den Grundschulgebäuden sowie an der Gesamtschule durchgeführt werden. „Wir sind von der Höhe der Summe selbst überrascht, aber natürlich auch extrem erfreut“, sagte Kämmerer Olfa Stelse auf Anfrage unserer Zeitung. Allerdings sei die für Kierspe hohe Summe von exakt 974 244,80 Euro auch ein Indikator dafür, „dass es uns finanziell ansonsten eben nicht so gut geht.“

1,1 Milliarden Euro für Nordrhein-Westfalen

Insgesamt fließen aus dem bundesweiten Fonds rund 1,1 Milliarden Euro nach Nordrhein-Westfalen. Über die weitere Verteilung entscheidet die Landesregierung, die jetzt einen Gesetzentwurf, der in Kürze verabschiedet werden soll, auf den Weg gebracht, der definiert, dass für den Zugriff auf den Fonds finanzschwache Kommunen über die sogenannten Schlüsselzuweisungen, der Differenz zwischen Finanzkraft und Finanzbedarf, definiert werden. „In diesem Fall ist es für uns also einmal positiv, dass wir eine recht steuerschwache Kommune sind“, erklärte Stelse. Während Kierspe – falls das Gesetz tatsächlich so verabschiedet wird – also fast eine Millionen Euro erhält, gehen beispielsweise die Nachbarstädte Meinerzhagen und Schalksmühle leer aus.

Arbeiten könnten noch 2015 starten

Welche Arbeiten an den Schulgebäuden genau durchgeführt werden, wolle die Verwaltung jetzt prüfen und anschließend vom Ausschuss für Bauen und Umwelt absegnen lassen. „Nach aktuellem Stand halte ich es für möglich, noch in diesem Jahr in einigen Teilbereichen mit den Sanierungsmaßnahmen zu beginnen“, sagte Stelse. Da die meisten Arbeiten aber recht zeitaufwendig seien, soll laut Stelse der Maßnahmenschwerpunkt in den Sommerferien 2016 liegen.

Städtischer Eigenanteil von zehn Prozent

Komplett kostenfrei ist das Förderprogramm für Kierspe nicht. Das Kommunalinvestitionsförderungsgesetz sieht einen 90-prozentigen Fördersatz bei einem zehnprozentigen städtischen Eigenanteil vor. Bei zu erwartenden 974 244,80 Euro muss die Stadt knapp 98 000 Euro bereitstellen, so dass sich die Gesamtsumme auf fast 1,1 Millionen Euro erhöht. „Wir hätten auch ohne das Förderprogramm in den kommenden Monaten Geld in die energetische Sanierung der Schulgebäude gesteckt, allerdings wäre die Summe deutlich geringer ausgefallen“, sagte Stelse, der nun perspektivisch mit sinkenden Heiz- und Stromkosten für die Stadt rechnet.

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