Herumfliegende Dachteile verletzen zwei Menschen

+
Beschädigt wurden auch mehrere Fahrzeuge auf dem Gelände des Raiffeisenmarktes, als ein Carport durch den Sturm zum Einsturz gebracht wurde.

KIERSPE ▪ Zwei Schwerverletzte, abgedeckte Dächer, vollgelaufene Keller, Geröll auf der Bundesstraße sowie unzählige entwurzelte oder abgeknickte Bäume sind die Bilanz des heftigen Unwetters, das am Donnerstag kurz nach Mittag über Kierspe hinwegzog.

Zwei Mitarbeiter der Firma Babyplast, die sich neben dem Raiffeisenmarkt befindet, wurden schwer verletzt, als sich bei dem einsetzenden Unwetter Dachteile des Marktes lösten und in das Rolltor des Unternehmens flogen. Dort wollten die beiden Angestellten gerade das Tor schließen, als sie von der Dachpappe getroffen wurden. Kurz darauf wurden ganze Fassadenteile aus einem Gebäude der Firma Babyplast gerissen. An dem Raiffeisenmarkt wurde aber nicht nur das Dach abgedeckt, auch Rolltore wurden aus der Verankerung gerissen. Durch die Löcher in der Außenhaut des Gebäudes konnten große Mengen Wasser eindringen, die den Markt unter Wasser setzten. Draußen war außerdem ein Carport vom Sturm umgeworfen worden, der mehrere geparkte Autos stark beschädigte.

Unwetter verursacht erhebliche Schäden in Kierspe

Über die Feldstraße wurden große Geröllmassen auf die Volmestraße gespült, so dass sich der Schutt nach Feuerwehrangaben dort rund einen Meter hoch türmte. Doch letztlich war dies nur ein weiterer Grund, weshalb die B54 für Stunden gesperrt werden musste. Ein paar Meter weiter waren Teile des Hangs abgerutscht. Mit Radladern versuchten Bauarbeiter die Straße wieder frei zu bekommen. Neben den Wassermassen, die die Straße unpassierbar gemacht hatten, waren auch zahlreiche Bäume umgeknickt oder entwurzelt worden und auf die Straße gestürzt.

Gleiches galt auch für den Weg durch die Schnörrenbach, die Verbindungsstraße nach Halver (L 528), die B 237 zwischen Kierspe und Rönsahl, sowie für die Friedrich-Ebert-Straße. An letztgenannter Straße waren auch etliche Keller vollgelaufen.

Kurz bevor die Wehrleute vorsorglich von der Leitstelle in die Gerätehäuser gerufen wurden, hatte es bereits zwei kleinere Einsätze für die Kiersper Helfer gegeben. So fühlte sich eine Frau von steigendem Wasser auf der Osemundstraße in ihrem Auto bedroht und an der B54 war ein einzelner Baum umgestürzt.

Doch als der Sturm in seiner ganzen Härte einsetzte, verschärfte sich die Situation für die rund 50 Wehrleute, die mit allen 17 Fahrzeugen der Kiersper Wehr ausgerückt waren, um den Menschen in der Volmestadt zu helfen, deutlich. Wobei sich die Rönsahler Feuerwehr erst einmal selbst helfen musste, denn innerhalb von Minuten stand das Gerätehaus rund einen Meter unter Wasser.

Im Einsatz war auch das DRK Kierspe, das mit einem Krankentransportwagen den sogenannten Grundschutz für die Stadt sicherstellte. ▪ Johannes Becker

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare