Müde Augen begegnen dem stechenden Blick

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Luisa ist sichtlich stolz, den kleinen Buntfalken halten zu dürfen. Aber auch der Uhu machte der Vorschülerin später keine Angst.

Kierspe - Tierischen Besuch bekamen die Kinder des Awo-Kindergartens Höherstraße gestern. Gleich fünf Vögel und ein Frettchen hatte Falknerin Birgit Schmid mitgebracht, um den Vorschulkindern die heimische Tierwelt ein wenig näherzubringen – wohl wissend, dass man schon ein wenig Glück haben muss, einige der Tiere in der Natur zu entdecken.

Alle Vögel der Umgebung verstummten, als Falknerin Birgit Schmid ihre Tiere aus dem Auto holte. Alle Tiere – nein, ein unsichtbarer Vogel gab laut und dauerhaft Alarm. „Der warnt die anderen Vögel, denn jeder meiner Vögel ist eine große Gefahr, für die wildlebenden Gartenvögel“, machte Schmid gleich zu Anfang klar, dass es sich bei ihren „Mitbringseln“ keinesfalls um Schmusetiere handelt. Wenngleich sich die Vögel und auch das Frettchen Streicheleinheiten gefallen ließen und sich auch auf dem Arm der jungen Tierfreunde wohlfühlten. Eine Chance, die die Kleinen ergriffen, auch wenn sie sich vor einigen der Tiere mit stechendem Blick ein wenig fürchteten – zumindest am Anfang der rund einstündigen Vorführung.

Bei Schmid war der Kontakt zu den Wildtieren eher zufällig. Vor rund 20 Jahren hatte sie eine verletzte Schleiereule gefunden. Da sich der aufgesuchte Tierarzt nicht so gut mit Wildvögeln auskannte, ging es weiter zu einer Greifvogelstation. Schmid: „Das hat meinem Mann und mir aber nicht so gut gefallen. Wir haben auch nachher keine Informationen mehr zu dem Fundtier erhalten.“

Doch die kurze Begegnung reichte, um bei der Herscheiderin und ihrem Mann die Leidenschaft für die Vögel zu wecken. So entstand die Idee, die Voraussetzungen zu schaffen, solche Tiere selbst aufnehmen zu dürfen. Denn der Gesetzgeber verbietet es Laien, solche Vögel zu besitzen.

Nach der erfolgreichen Jägerprüfung stand der Falknerschein im Aufgabenheft. Beim Züchter wurde dann der erste Falke erworben. Heute verfügt die Familie über eine ganze Schar von Falken und Eulen im eigenen Garten – artgerecht untergebracht in speziellen Schutzhütten und Volieren.

Mit ihren Tieren reist Schmid gerne zu Schulen und Kindergärten, um auch den Nachwuchs für die Tiere zu begeistern. Auf Flugvorführungen verzichtet sie dabei. „Ich will den Kollegen, die das beruflich machen, nicht zur Konkurrenz werden“, erklärt die Falknerin.

So blieben dann gestern der sechs Wochen alte Steinkauz, die acht Wochen alte Schleiereule, der vierjährige Uhu, der sieben Jahre alte Bussard und der zwölf Jahre alte Buntfalke auf dem Arm beziehungsweise auf ihren Standen, an denen sie angebunden waren. „Denn auch, wenn die Tiere sehr vertraut mit Menschen sind, bleiben es doch Wildtiere, die sich nicht dressieren lassen“, sagt Schmid. Gleiches galt auch für das Frettchen, das sich den Kindern aber neugierig entgegenstreckte. Doch bei dem kleinen Vierbeiner zeigten die Kinder wenig scheu. Ganz anders, wenn der imposante Uhu mit seinen Flügeln schlug.

Aber vielleicht lag das auch an der Müdigkeit der Vorschulkinder. Diese waren einen Tag zuvor in der Freilichtbühne in Freudenberg gewesen und hatten anschließend im Kindergarten übernachtet.

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