Jugendzentrum: Angebote auch nur für Jungen oder Mädchen

Echte Kerle alleine im Wald: Das Programm des Kiersper Jugendzentrums ist teilweise geschlechterspezifisch.

Kierspe - Welche Rolle gemeinsame Fahrten und geschlechterspezifische Angebote des Jugendzentrums für die jungen Teilnehmer spielen, zeigt ein Blick auf die Arbeit der Kiersper Einrichtung.

„Die Mädchen sollen Zeit untereinander verbringen und dabei nicht mit Jungen in Konkurrenz stehen. Dann entwickeln sich auch andere Gespräche und es stehen Themen im Mittelpunkt, die sicher nicht aufkämen, wenn Jungen dabei wären“, erklärt die Leiterin des Kiersper Jugendzentrums ihre Motivation, einmal im Jahr eine Mehrtagesfahrt für Mädchen, die sogenannte Girls-Fun-Tour, anzubieten.

So machten sich die Kiersper Mädchen im Alter von 12 bis 15 Jahren gemeinsam mit mehr als 50 weiteren Mädchen aus insgesamt sieben Jugendzentren auf den Weg. Damals ging es nach Witten in eine Jugendherberge. Neben einem Theaterbesuch in Oberhausen, einer Shopping-Tour in Essen und einem Besuch im Kletterpark standen auch Kreativnachmittage und Sport auf dem Programm.

Doch was den Mädchen recht ist, sollte den Jungs billig sein. Und so bietet der Jugendzentrums-Mitarbeiter Christian Schwanke seit einigen Jahren auch eine viertägige Fahrt für Jungen im Alter von 14 bis 18 Jahren an. Üblicherweise werden dabei Unterkunftsmöglichkeiten ausgesucht, in denen sich die Teilnehmer selbst verpflegen müssen. „Natürlich bieten wir auch Programmprunkte an, wie beispielsweise Cartfahren, aber die meiste Zeit verbringen wir im Haus, kochen zusammen oder sitzen am Lagerfeuer“, erklärt Schwanke.

Dabei stehe jede dieser Fahrten unter einem Motto. Im vergangenen Jahr sei es um Sucht und Drogen gegangen. Und für den Mitarbeiter ist die Geschlechtertrennung bei dieser Fahrt ganz wichtig: „Dann können die Jungs so sein, wie sie sind. Sie müssen dann nicht unter Beweis stellen, wie cool sie sind.“ Ganz bewusst wird auch auf eine gemeinsame Fahrt mit anderen Zentren verzichtet. „Dann kommt erst gar kein Konkurrenzverhalten auf.“

Weites Angebot in der geschlechterspezifischen Jugendarbeit

Neben diesen Fahrten gibt es noch weitere Angebote, die nach Geschlechtern getrennt sind. Beispielsweise die emanzipatorische Mädchen- und Jungenarbeit, die in Zusammenarbeit beziehungsweise unter der Regie der Gesamtschule stattfindet.

Bei den Jungen stehen an den zwei Tagen am Ende des achten Schuljahrs Konflikttraining, das Sprechen über eigene Gefühle, die Auswirkungen des eigenen Handelns und das Akzeptieren von Grenzen auf dem Programm. Bei den Mädchen geht es um Themen wie Selbstverteidigung, „aufs Bauchgefühl hören“, Selbstsicherheitstraining und Sexualität.

Aber natürlich gibt es auch Fahrten an denen Jungen und Mädchen gemeinsam teilnehmen können. So ging es in der Vergangenheit in den Movie-Park nach Bottrop, zur Eisdisco oder auch in ein Grusellabyrinth. Im Rahmen der Ferienspiele wurden Touren in den Zoo, zum Ketteler-Hof und den Karl-May-Festpielen angeboten.

Fußball-Turniere, Lasertag, Rassismuswochen

Gerade in den Ferien besteht auch im Jugendzentrum die Möglichkeit, vom eigenen Programm ein wenig abzuweichen und besondere Aktionen anzubieten. So fanden dann auch Fußballgolf-Turniere statt, es wurde gemeinsam geschwommen oder geschaut, wer beim Lasertag die wenigsten „Treffer“ abbekam. Alle zwei Jahre, immer dann, wenn kein Stadtfest stattfindet, wird gemeinsam mit dem DRK-Kindergarten, Feuerwehr, Gesamtschule, da Capo, Hand in Hand und weiteren Vereinen ein Stadtfest auf der Fritz-Linde-Straße veranstaltet.

Aber natürlich gibt es auch bei Veranstaltungen außerhalb des normalen Programms viele, bei denen der pädagogische Gedanke im Vordergrund steht. So zum Beispiel bei den Rassismuswochen, der Aidswoche oder der Ausbildungsbörse.

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