Fachwerkkonstruktion für das Dach gerichtet

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Die Fachwerkholzbinderkonstruktion besitzt eine hohe Trag-kraft. ▪

KIERSPE ▪ Zwar ist der erste Schnee jetzt schon gefallen, doch ist der Architekt Horst Becker sicher, dass das Gebäude rechtzeitig, bevor mehr kommt und es auch kälter wird, in dieser Woche winterfest gemacht werden kann. Am Freitag wurden die Vollholzbinder für das Dach an der ehemaligen Firma Walter Brune , ursprünglich Metallwarenfabrik August Hessmert, angeliefert und mittels eines großen Hydraulikkrans platziert. Jetzt kommt noch die Verschalung und die Abdeckung mit Polymerbitumenbahnen oben drauf, dann ist das Innere geschützt vor den Unbilden der Witterung.

Die Instandsetzung des Gebäudes, die federführend von Klaus Brunsmeier vom Verein Heesfelder Mühle in Halver vorangetrieben wird, schreitet zügig voran. Geplant ist dort ein Wasserkraft-Projekt, denn zu der Immobilie gehören noch die historischen Rechte. Entstehen soll bei diesem Regionale-Vorhaben, dessen Umsetzung bereits seit dem Frühjahr läuft, als die nicht mehr nutzbaren und einsturzgefährdeten Gebäudeteile abgerissen wurden, ein Beispiel für die schon sehr frühzeitige industrielle Nutzung der Wasserkraft im Volmetal. Der Komplex wird zu einem touristischen Anlaufpunkt umgestaltet und später auch ein Museum beinhalten.

Am Obergraben von der Volme her soll ein Neubau errichtet werden, in dem dann eine moderne Energieschnecke ihren Dienst tun soll. Angestrebt ist nämlich die Gewinnung regenerativer Energie an dieser Stelle. Zum einen durch Wasserkraft, zum anderen aber auch durch eine Photovoltaikanlage, die auf dem nach Süden ausgerichteten Dach des Hauptgebäude installiert werden soll.

Aufgrund der komplexen Genehmigungsverfahren für die Maßnahme kam es jetzt zu einer Verzögerung bei der Baufertigstellung, doch wurde Ende der vergangenen Woche der Dachstuhl durch Stefan, Wolfgang und Thomas Sikora von der Zimmerei Sikora gerichtet. Die Vorarbeiten waren bereit zuvor in der Werkstatt des Betriebs erledigt worden.

„Es handelt sich um eine Fachwerkholzbinderkonstruktion mit metallenen Knotenblechen, wodurch größere Abstände möglich sind und trotzdem eine hohe Belastbarkeit gewährleistet ist“, macht Horst Becker aufmerksam, der sich diese Lösung hat einfallen lassen. Er betont, dass auf aufgrund der geplanten Photovoltaikanlage einiges an Gewicht auf das Dach kommt. Seine Hochbaufirma hatte im Oktober auch den Stahlbetonringanker auf das vorhandene Ziegelmauerwerk aufgebracht, das im Rahmen der Restaurierung erhalten werden sollte. Nur so ließ sich eine ausreichende Statik erzielen.

Der niedrigere hintere Teil des Gebäudes ist schon vor einigen Wochen fertiggestellt worden. Am heutigen Montag, wenn der Plan eingehalten werden kann, soll die 30 Millimeter starke Verschalung in Nut- und Federkonstruktion folgen und dann schnell auch die erste Polymerbitumenbahn aufgebracht werden, mit der das Gebäude dicht wäre. Mit der zweiten Bahn hätte es dann noch etwas Zeit, deutet Becker an. Die Verschalung an den Kopfseiten wird optisch einiges hermachen und soll in Eigenleistung erstellt werden.

Rolf Haase

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