Kulturveranstaltungen abgesagt

Schwere Zeiten für Gastronomie

Corona - Lockdown - Gastronomie - Berkenbaum - Funke
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Kein Essen im Restaurant, auch wenn dort noch, wie hier in Haus Berkenbaum , gekocht wird, kein Bier in der Kneipe, keine Kulturveranstaltung: Die neue Corona-Schutzverordnung – der Lockdown light – sorgt auch in Kierspe für gravierende Einschränkungen des alltäglichen Lebens.

Das erste, was geschah, als die verschärften Corona-Schutzbestimmungen bekannt wurden, war die Absage aller November-Veranstaltungen des Vereins Kommunikation und Kultur (KuK) Kierspe-Meinerzhagen. 

„Wir bemühen uns um neue Termine“, erklärt Wolfgang Schmitz in Vertretung des KuK-Vorsitzenden Karl-Heinz Kraus gegenüber der Meinerzhagener Zeitung. „Wir versuchen, noch in dieser Woche Klarheit zu schaffen.“ Gleichzeitig muss er aber auch zugeben, dass es schwierig wird, Veranstaltungen zu verschieben. Denn Konrad Beikircher präsentiert im Beethoven-Jahr (250. Geburtstag) ein entsprechendes Programm. Die Lesung mit Peter Prange war vom Frühjahr in den November verschoben worden und kann nun erneut nicht stattfinden. Auch das Konzert mit dem Quartett Cuarteto Mosaico findet nicht statt. Bislang noch im Veranstaltungskalender steht am 16. Dezember der Kabarettabend mit René Steinberg.

Finanziell werde KuK keine Probleme haben, weil die Verträge mit den Künstlern entsprechend gestaltet sind. Ernste Probleme werden aber die Gaststätten und Restaurants (nicht nur) in Kierspe bekommen. Denn sie müssen am Montag schließen, dürfen dann nur noch einen Abhol- und Lieferservice bieten. „Wir müssen ja leben“, ist im Landhaus Varmert bei Santo zu erfahren. Ab Montag gibt es dort dann nur noch den Liefern- und Abholservice. Dies ist auch für alle anderen Gaststätten und Restaurants die einzige Möglichkeit, im Monat November Umsätze zu erzielen.

„Storno! Storno! Storno!“, berichtet Ernst-Willi Funke, Inhaber des Hauses Berkenbaum, dass das Telefon am Donnerstag nicht mehr still stand. Die Reservierungen für Essen wurden abgesagt, Übernachtungen gibt es keine mehr, weil es keinen Tourismus, keine Veranstaltungen gebe. Schon jetzt fehlten dem Haus Berkenbaum fast 1700 Übernachtungen und damit letztlich auch etwa 1500 Mahlzeiten, zeigt Funke auf, dass es für die Gastronomie sehr schwierig sei, obwohl: „Niemand hält sich so an die Hygiene-Regeln wie die Gastronomie“. Selbst Firmenmitarbeiter kämen nicht mehr, da die heimischen Unternehmen sie nicht in den Betrieb lassen würden – nur im äußersten Notfall.

Niemand hält sich so an die Hygiene-Regeln wie die Gastronomie.

Ernst-Willi Funke, Inhaber von Haus Berkenbaum

Eine normale Gastronomie finde nicht statt, befürchtet er zudem, dass viele Gaststätten nicht überleben werden –auch wenn Unterstützung versprochen wird. Im Frühjahr hätte es zwar schnell eine Soforthilfe gegeben, aber „die reichte nur für 21 Tage“. Für sein eigenes Haus zeigt sich Funke optimistisch: „Wir sind schon lange da und solide. Wir werden es überleben.“ Gerade jetzt im November beginne traditionell die Zeit der Gänse-Essen. Diese werden zwar zubereitet, müssen dann aber abgeholt. Einen Lieferservice, wie andere Gaststätten und Restaurants, hat Haus Berkenbaum nicht. Obwohl es insbesondere für die Gastronomie eine sehr schwierige Zeit ist, appelliert Funke an alle: „Bleibt zu Hause und haltet euch an die Regeln!“

Räukepütt wird geschlossen

Die Verschärfungen der Corona-Schutzverordnung trifft nicht nur die Gastronomie und die Kultur im heimischen Raum sehr hart, sondern hat natürlich auch Auswirkungen auf andere öffentliche Einrichtungen. So wird das Hallenbad Räukepütt für die Öffentlichkeit geschlossen. Ob Schulschwimmen (ebenso wie Schulsport) stattfinden darf, war bis gestern Mittag im Rathaus noch nicht bekannt – von der Landesregierung lag die neue geänderte Schutzverordnung nicht vor, wie Dorette Vormann-Berg, Leiterin des Sachgebiets Zentrale Verwaltung, auf MZ-Nachfrage erklärte. Stand der Dinge am Donnerstag, so Vormann-Berg weiter, bleiben die Stadtbibliothek und die Jugendzentren in Kierspe weiter geöffnet.

Verstärkte Kontrollen durchs Ordnungsamt

Die Corona-Infektionszahlen steigen immer stärker an. Im Märkischen Kreis gilt seit dem 23. Oktober die Gefährdungsstufe 2 und damit schon deutliche Einschränkungen im Bereich der Gastronomie. Mit der Neufassung der Corona-Schutzverordnung zum 1. November sind vonseiten der Bundes- und Landesregierung weitere Einschränkungen bereits angekündigt. „Das Ordnungsamt Kierspe wird die Einhaltung der verschärften Regelungen (Sperrzeit, Kontakteinschränkungen) durch zusätzliche Kontrollen, insbesondere auch an Halloween, überwachen“. Es werde aber gleichzeitig an alle Kiersper Bürgerinnen und Bürger appelliert, sich weiterhin an die bestehenden Regelungen zu halten.

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