Pastor Reiner Fröhlich: „Ich hatte ein mulmiges Gefühl“

Evangelische Kirchengemeinde verzichtet auf Gottesdienste

Auch die in der Margarethenkirche geplanten Gottesdienste entfallen.
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Auch die für die Margarethenkirche geplanten Gottesdienste entfallen.

Kierspe – „Wir haben alles abgesagt. Es finden in unseren Kirchen keine Gottesdienste statt, mindestens bis einschließlich 10. Januar“, sagt Pastor Reiner Fröhlich von der Evangelischen Kirchengemeinde Kierspe. Gleiches gilt auch für die Gemeinde in Rönsahl, wo ebenfalls alle Gottesdienste ausfallen werden.

Ursächlich für die endgültige Entscheidung ist eine Empfehlung der Landeskirche, aber diese trifft damit auch die Gefühlslage des Kierspers Fröhlich. „Je länger der Anstieg der Infektionszahlen dauerte, umso mulmiger wurde mir“, sagt Fröhlich, „denn mit der Zunahme an Infizierten steigt natürlich auch das Infektionsrisiko in den Kirchen, trotz Abstand und der Einhaltung aller Hygienekonzepte.“

Umso mehr freut sich der Pastor, dass man bereits im Vorfeld einen Videogottesdienst gedreht hat, der in allen drei Kirchen aufgenommen wurde. „Wie wir damit weitermachen, müssen wir sehen, vor allem, wenn die Gottesdienste auch noch nach dem 10. Januar ausgesetzt werden sollten. So, wie wir das im Frühjahr gemacht haben, wird es sicher nicht möglich sein, denn das war schon sehr teuer für die Gemeinde“, sagt Fröhlich. Damals hatte man jede Woche einen Videogottesdienst erstellt und diesen online gestellt.

Doch nicht nur Fröhlich scheint sich Gedanken über eine mögliche steigende Gefahr durch die Zunahme der Infektionszahlen gemacht zu haben, das zeigen auch die Anmeldezahlen, die für die Weihnachtsgottesdienste vorgelegen haben. „Bislang hatten wir, je nach Gottesdiensten, nur zwischen zwei und 35 Anmeldungen. Dabei hätten wir Platz für 70 Besucher pro Gottesdienst gehabt“, sagt der Pastor, „das zeigt, dass sich viele Menschen mit einer Präsenzveranstaltung unwohl fühlen.“ In normalen Jahren kommen in den beiden Kirchen allein am Heiligen Abend rund 800 Menschen zu den Gottesdiensten – ein Zufall, dass beide Kirchen ziemlich genau 400 Plätze bieten.

„Wie es weitergeht und welche Angebote wir den Gemeindemitgliedern machen können, werden wir über die Meinerzhagener Zeitung und auf unserer Homepage mitteilen“, so Fröhlich.

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