Kirchengemeinde sucht dringend neue Bufdis

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Zur Verstärkung des Teams sucht Nina Oberlies derzeit neue Bewerber für den Bundesfreiwilligendienst oder das Freiwillige soziale Jahr. Eine wichtige Aufgabe ist dabei neben anderen Gemeindeaufgaben die Verteilung von Essen auf Rädern. ▪

KIERSPE ▪ Der Bundesfreiwilligendienst bietet die Möglichkeit, für eine überschaubare Zeit von einem Jahr etwas ganz anderes zu machen, sich im sozialen Bereich zu engagieren und Erfahrungen zu sammeln. Gerne wird dies von Abiturienten genutzt, die sich zwischen der Schule und der weiteren Ausbildung oder dem Studium eine Auszeit nehmen möchten, um sich auf die wesentlichen Dinge des Lebens zu besinnen.

Gerade werden bei der evangelischen Kirchengemeinde im Rahmen des mobilen sozialen Hilfsdienstes wieder drei Stellen frei, so dass neue Bewerber gesucht werden, wie Nina Oberlies informiert. Sie vertritt gegenwärtig den erkrankten Ralf Schustek, dessen Aufgabengebiet früher die Betreuung der Zivildienstleistenden war und heute eben derer, die im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes oder des Freiwilligen sozialen Jahres angestellt sind.

„Ich wusste anfangs lange gar nicht, ob ich als Bufdi oder über das FSJ eingestellt worden bin“, bemerkt einer der derzeitigen Stelleninhaber. Das ist in der Praxis aber auch nicht wichtig, denn die Beschäftigung sieht ansonsten identisch aus. Nur können den Bundesfreiwilligendienst auch noch Interessierte über 27 Jahre machen, während beim Freiwilligen sozialen Jahr ab diesem Alter Schluss ist. Die meisten, die für die evangelische Kirchengemeinde tätig sind, sind junge Leute, die diese Chance nach der Schule nutzen. Der Bundesfreiwilligendienst hat Mitte 2011 als neue Option die Wehrpflicht abgelöst.

Die evangelische Kirchengemeinde hat in der Regel fünf Mitarbeiter, die in diesem Rahmen über die Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe angestellt sind. Die Bufdis übernehmen verschiedene Aufgaben in der Gemeinde, unter anderem sind sie für die Verteilung des Essens auf Rädern zuständig. Durchschnittlich sind das jeden Tag rund 60 Essen, die von der Küche der Behindertenwohneinrichtung Waldheimat in Rönsahl abgeholt werden und dann zu Senioren, Behinderten oder auch Kranken gebracht werden. Der eine oder andere Plausch gehört natürlich dazu.

„Den jungen Leuten stehen 26 Tage Urlaub im Jahr zu und sie nehmen an vier einwöchigen Seminaren und einer Exkursion teil“, macht Oberlies aufmerksam. Nach einem Einführungsseminar, bei dem es in erster Linie um die Rechte und Pflichten geht, gibt es noch verschiedene Themen wie Gewaltvermeidung und Umgang mit aggressiven Patienten, Krankheitsbilder, auch Sucht oder allgemeine politische Bildung, wie die derzeit noch im Einsatz befindlichen jungen Leute, Ann-Kathrin Glaser, Lars Ackermann und Mario Pankratz berichten. Nicht dabei waren am Montag Franziska Koppenhöfer und Matthias Redekop.

Für die 21-jährige Glaser geht das eine Jahr jetzt zu Ende, denn sie hat noch Resturlaub zu nehmen. „Ich habe sehr viel beim Umgang mit älteren Leuten gelernt“, zieht sie ein Fazit und beschreibt, was sie alles gemacht hat neben der Essensausgabe.: „Wir haben einen behinderten Jungen betreut, fungierten als Fahrer bei Altenfahrten, haben Anlagen und Gärten gepflegt oder auch in den Gemeindehäusern aufgeräumt“, schildert sie. Im Gegensatz zu ihrem Kollegen Lars Ackermann machte es ihr Spaß, ab und zu den Rasen zu mähen. Büroarbeiten wie Rechnungen schreiben, Tourpläne für Essen auf Rädern erstellen oder die Post sortieren fielen weiterhin an. Das empfand Ann-Kathrin Glaser als positiv, weil sie ohnehin jetzt eine kaufmännische Lehre anstrebt. Insgesamt hat sie den Job gerne gemacht und fand ihn überwiegend interessant.

Ende August endet die Zeit für den 20-jährigen Ackermann, der danach ein Lehramtsstudium in den Fächern Biologie und Chemie beginnen will. „Wenn man eine Ausbildung im sozialen Dienst macht oder in dieser Richtung studiert, wird die Zeit als Praktika anerkannt“, weiß er. Der 20-jährige Pankratz hat jetzt etwa ein halbes Jahr geschafft und will voraussichtlich bis Januar bleiben, um dann ebenfalls entweder eine Ausbildung oder ein Informatikstudium anzuschließen. Schon nach der Hälfte der Zeit wird der Bundesfreiwilligendienst anerkannt. Es kann jeden Monat gekündigt werden, wenn beispielsweise Aussicht auf eine Stelle in einem Betrieb oder an einer Hochschule besteht.

Wie Mario Pankratz erwähnt, macht sich die Zeit auch gut in jedem Lebenslauf. „Es gibt ein Zeugnis, in dem es beispielsweise auch um die soziale Kompetenz geht“, wirft Oberlies noch ein. Im Falle eines Studiums wird der Bundesfreiwilligendienst als doppeltes Wartesemester anerkennt, ergänzt Pankratz.

Die wenigsten Stelleninhaber bei der evangelischen Kirchengemeinde wollen hinterher wirklich im sozialen Bereich arbeiten. Anders ist das bei den derzeit fünf Bufdis lediglich bei Franziska Koppenhöfer, die Heilerzieherin werden will. Auch sie ist nur noch bis Juni dabei. Matthias Redekop hat noch bis November. So entsteht für die Gemeinde zurzeit ein gewisser Druck, weil sie die Stellen dringend besetzen muss. Zusätzlich ist aktuell wegen Krankheit noch ein besonderer Engpass entstanden, so dass Nina Oberlies heute bei Essen auf Rädern sogar selbst mitfahren muss.

Interessierte können sich unter Tel. 0176/ 75889693, oder per E-Mai gemeindebuero@ev-kirche-kierspe.de melden.

Rolf Haase

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