Erwerb eines Biotops in Kierspe setzt jahrzehntelanges Engagement fort

Naturschützer kaufen ein Moor in Kierspe

Bernd Bunge
, Vorsitzender des Fördervereins Naturschutz Märkischer Kreis.
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Bernd Bunge, Vorsitzender des Fördervereins Naturschutz Märkischer Kreis.

Kierspe - Der Förderverein Naturschutz Märkischer Kreis will 2021 dort weitermachen, wo er vergangenes Jahr aufgehört hat – bei der Stärkung der heimischen Tier- und Pflanzenwelt. Klares Indiz dafür: Erst kürzlich hat der Verein wieder ein Grünareal gekauft – und damit dauerhaft für den Naturschutz gesichert.

Es handelt sich um eine rund 1000 Quadratmeter große Hangmoor-Fläche in Kierspe. Moore gelten als ökologisch besonders wertvoll, aber auch als gefährdet. Der Moor-Erwerb ist dabei ein weiteres Glied in einer langen Kette von Ankäufen und Aktivitäten des Fördervereins Naturschutz. Doch der Reihe nach.

Klimaerwärmung, Waldsterben, Insektentod – die aktuellen Nachrichten zum Zustand der Natur klingen nicht gut. Das gilt durchaus auch für das heimische Grün. Kranke Laub- und Nadelbäume sowie Trockenheit sind die Stichwörter. Aus Sicht von Umweltschützern bedeutet die prekäre Diagnose im Umkehrschluss: Die Natur braucht dringend mehr Verbündete.

In dieser Rolle sieht sich schon seit Jahrzehnten der Förderverein Naturschutz Märkischer Kreis. Seit ihrer Gründung im Jahr 1983 bemüht sich die gemeinnützige Organisation um den Erhalt der für das Sauerland typischen Tier- und Pflanzenwelt.

Die Methode dabei: Jahr um Jahr kauft der Verein ökologisch wertvolle Areale im gesamten Kreisgebiet an, um sie dauerhaft zu erhalten. „Mittlerweile verfügen wir über mehr als 2,6 Millionen Quadratmeter Flächen im Märkischen Kreis“, weiß Bernd Bunge. Der Lüdenscheider ist Vorsitzender des Fördervereins mit seinen rund 100 Mitgliedern, darunter Einzelpersonen wie Umweltverbände.

Auch das kleine Hangmoor „Braucke“, gelegen zwischen der Ortschaft Wehe und dem Flugplatz Meinerzhagen, wartet mit der typischen Vegetation auf. Der Förderverein Naturschutz MK ist seit 1995 Besitzer der Parzelle.

Das Wilhelmstal zwischen Altena und Werdohl, der Steinbruch Helmke bei Iserlohn und besonders auch der Stilleking vor den Toren Lüdenscheids sind prominente Beispiele für den Einsatz der Naturschützer. Im Naturschutzgebiet Stilleking, das der Verein im Zusammenspiel mit dem Naturschutzzentrum Märkischer Kreis, der Stadt Lüdenscheid und der Nordrhein-Westfalen-Stiftung für Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege realisiert hat, finden etwa neben den bekannten Heckrindern auch Bodenbrüter und seltene Gräser ein Refugium. Für sein Engagement hat der Verein in den vergangenen 38 Jahren immer wieder auch Lob von Bürgern und Politik eingeheimst.

„Mit dem Ankauf in Kierspe setzen wir unsere Arbeit konsequent fort“, sagt Bunge. Das Hangmoor – der Name verrät es – befindet sich dabei an einer leichten Steigung und wird von oberhalb gelegenen Bach-Rinnsalen gespeist. Ein ideales Biotop etwa für die ebenso seltene wie markant-gelbe Moorlilie. Auch Vögel, Schmetterlinge und Eidechsen fühlen sich in Mooren wohl. Allerdings: Der Lebensraum Moor gilt nach Einschätzung von Naturschützern wegen Trockenheit, Entwässerungsmaßnahmen und landwirtschaftlicher Nutzung in Deutschland als bedroht. Daher auch die aktuelle Initiative des Fördervereins, der bereits in der Vergangenheit heimische Moorflächen erworben hat.

Klar, dass derlei Projekte auch finanziert werden müssen. Sein Geld bezieht der Förderverein dabei vor allem über öffentliche Fördergelder und über Privatspenden aus der Bevölkerung. Gerade auch auf Letztere ist der Verein laut Bernd Bunge „zwingend angewiesen“.

Infos

Weitere Informationen zur Arbeit des Fördervereins Naturschutz finden sich auf der Inter

Der Förderverein Naturschutz MK

Gegründet wurde der Förderverein Naturschutz MK am 26. Mai 1983 in Lüdenscheid. Seine Ziele sind die finanzielle Förderung des Naturschutzes und der Landschaftspflege durch Kauf, Pacht, Neuanlage oder Pflege naturnaher Biotope. Sein Wirkungsbereich erstreckt sich über den gesamten Märkischen Kreis. Der Verein hat zurzeit 96 Mitglieder, darunter 71 Einzelmitglieder, sieben Familienmitglieder und 18 Vereine. Als Jahresbeitrag zahlen für Einzelmitglieder 30 Euro, Familien-/Partnermitgliedschaften kosten 50 Euro, Vereins- oder Firmenmitgliedschaften schlagen mit 60 Euro zu Buche. Der Verein ist Mitglied in der Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt NRW, Mitglied im Förderverein der NRW-Stiftung und Projektpartner der NRW-Stiftung.

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