Zeitreise in Bildern durch die Kiersper Geschichte

Als der Wienhagener Turm 1929 eingweiht wurde, gab es noch keinen Wald, der den Blick einschränkte.

Kierspe - Jedes Jahr laden die Stadtwerke Kierspe und die Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen ihre Kunden auf eine Zeitreise mit einem Kalender ein. Denn jedes Blatt zeigt ein Foto einer längst vergangenen Zeit – aber immer ein Stück Heimatgeschichte.

Von Johannes Becker

Doch auch Zeitreisen benötigen einen Reiseleiter, der die Geschichte erklären kann, sich auskennt in den Gassen der Stadt und der zumindest weiß, wen er fragen kann, um zu erfahren, wer auf den Bilder abgelichtet wurde. Dieser Reiseleiter ist seit vielen Jahren der Kiersper Ortsheimatpfleger Ulrich Finke. Dieser hatte bei dem neuen Kalender erstmals die Möglichkeit, hochformatige Fotos zu verwenden. Darüberhinaus konnte er diese auch mit aussagekräftigen Texten direkt neben dem Bild versehen.

Das Titelbild zeigt – wie in all den Jahren – das Alte Amtshaus, das den Kierspern trotz des Brandes vor etwa einem Jahr erhalten geblieben ist.

Natürlich startet der Januar mit einem Winterbild, wenn auch der Ort, an dem die Kinde und Jugendlichen Ski und Schlitten fahren, ungewöhnlich ist, denn als Piste haben sie sich in den späten 1930er Jahren die Kölner Straße ausgesucht.

Premiere hat Mühlenschmidthausen, zumindest als Fotomotiv für den Kalender. Abgebildet wird eine Bauernfamilie vor dem eigenen Haus. Natürlich darf der Ochse auf dem Foto nicht fehlen, ersetzte er doch in vielen bäuerlichen Betrieben das teure Pferd bei der Feldarbeit.

Mit einem Blick auf das Dorf mit der Margarethenkirche als Zentrum geht es im März weiter. Auffällig auf der Aufnahme aus dem frühen 20. Jahrhundert ist der Strommast, der elektrisches Licht in den Häusern rund um den Kirchhof verheißt.

Nicht nur in der Nachbarstadt Meinerzhagen, auch in Kierspe wurden Pfannen geschmiedet, von Adolf Karge auch noch 1947. Das Aprilbild zeigt den Handwerker vor seiner Schmiede in Beckinghausen – allerdings in früheren Jahren.

Weiter geht es mit Kommunionkindern vor der ehemaligen katholischen Kirche am Butterberg, der Luiseneiche ohne jede Bebauung in der Nähe und in voller Pracht, jungen Frauen, die dort sitzen, wo heute die Straße „Im Kamp“ verläuft und einer Schulklasse der Pestalozzischule, damals noch am alten Standort an der Kölner Straße.

Staunen lässt die Aufnahme des Wienhagener Turms von 1929. Denn bei seiner Einweihungsfeier war der Betonturm nicht vom Wald umgeben, sondern von einer Heidelandschaft. Den Rest des Jahres beschließen Bilder einer Kartoffeldämpfanlage, dem Ehrenmal in Rönsahl und einer Schlittenfahrt, diesmal auf der Windfuhr – und mit einem Blick auf das Gelände, auf dem der Volme-Freizeitpark derzeit entsteht.

Der Kalender, der in einem aufwendigen Druckverfahren hergestellt wurde, wodurch die Fotos an Tiefe und Schärfe gewinnen, ist in einer Auflage von 3000 Stück erschienen. Er kann kostenlos ab dem 30. Oktober bei den Stadtwerken und den Sparkassenfilialen abgeholt werden.

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