Reanimationskontrolle via App

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Insgesamt 20 Schüler der Gesamtschule lassen sich derzeit zum Schulsanitäter aus- beziehungsweise weiterbilden, um im Notfall den Mitschülern oder auch Lehrern helfen zu können. Dazu gehört auch die Reanimation und Wiederbeatmung, die an einer Puppe geübt wird.

Kierspe - Ein recht aktueller Fall vor Weihnachten, als ein Schüler reanimiert werden musste, machte die Notwendigkeit deutlich: Für die Ausbildung der Ersthelfer an der Gesamtschule (GSK) musste eine neue Reanimationspuppe her.

Zumal die vorhandene sehr alt und schwer ist sowie über Funktionen verfügt, die eigentlich nicht für die Schulung der Schulsanitäter benötigt werden, erklärt Jasmin Bölling, die gemeinsam mit Michael Brück die aktuell 20 Mädchen und Jungen vom 5. bis zum 13. Jahrgang regelmäßig schult. Bölling betont aber sofort: „Die Reanimation vor Weihnachten ist vorbildlich verlaufen. Alles ist gut gegangen!“

Was auch den Ersthelfer der GSK – die gibt es dort schon seit 2004 – zu verdanken ist, denn sie werden jeweils bei einem Notfall hinzugerufen. Das gilt ebenfalls, wenn Hilfe in der nahen Schanhollenschule benötigt wird, erklärt die Erste-Hilfe-Beauftragte der Gesamtschule. Häufig sind es zwar eher einfache Aufgaben für die Schüler, wie Rettungssanitäter oder Notarzt zum Notfallopfer führen oder auch der Sanitätsdienst bei Sportturnieren.

Die neue Reanimationspuppe ist deutlich leichter und kleiner als das alte Modell.

Doch sie können auch mehr und das betrifft nicht nur den Einsatz des Defibrillators in der Sporthalle, den der Stadtsportverband angeschafft, denn dieser erklärt klar und deutlich, was zu tun ist. In einem Lehrgang und den sich wiederholenden Schulungen lernen die Gesamtschüler auch, wie reanimiert und wieder beatmet wird. Das geht mit dem neuen Set – eine Erwachsenen-, eine Jugend- und eine Kinderpuppe plus Zubehör – noch besser.

Die Puppen können per Bluetooth mit dem Smartphone verbunden werden und zeigen, mithilfe einer App, ob der Druck bei der Reanimation mit der richtigen Stärke und im richtigen Rhythmus erfolgt. Ebenso, ob genug Luft und damit Sauerstoff in die Lungen des Opfers geblasen wird. Die Anschaffung des Reanimationspuppensets dürfte sich also gelohnt haben. Denn Jasmin Bölling hatte sich umgesehen und den Kostenvoranschlag beim Förderverein vorgelegt.

Wenn die beiden Lungenflügel grün leuchten, war die Wiederbeatmung korrekt. Die Reanimationspuppe ist per Bluetooth mit dem Smartphone verbunden.

Der übernahm dann auch den größten Teil der rund 1200 Euro teuren Sets, das aus den schon genannten drei unterschiedlich großen Puppen sowie Zubehör einschließlich eines Satzes Atemmaskenaufsätze (sechs Stück) besteht. „Wir könnten aber noch zwei oder drei solchen Atemmasken-Sets gebrauchen“, hoffen Michael Brück und Jasmin Bölling, dass sich vielleicht noch Spender dafür finden. Schließlich sind es 20 Ersthelfer, für die dann die sechs Masken während der Übungen stets desinfiziert werden müssen.

Letztlich geht es bei dieser Erste-Hilfe-AG darum, den Schülern die Angst zu nehmen und ihnen das Wissen zu vermitteln, dass sie die richtigen Maßnahmen ergreifen. Das gilt beispielsweise auch für den Umgang mit dem Defibrillator, der dem Anwender genau sagt, was er zu tun hat: Vom Einstecken der Kabel bis zum möglicherweise lebensrettenden Stromimpuls.

Auch wenn der Defibrillator „nur“ in der Sporthalle zur Verfügung steht – „Ihn in die Schule zu holen, würde viel zu lange dauern!“ – so üben die Schüler auch mit diesem Gerät, dafür steht eine menschlich-aussehende Folie zur Verfügung. Wer die Schulsanitäter in Sachen Atemmasken-Set oder auch anderweitig unterstützen möchte, kann sich an Michael Brück, E-Mail michael.brueck@gski.kierspe.de, wenden.

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