Bedarf an barrierefreien Wohnungen steigt

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Nicht mehr wiederzuerkennen sein dürfte das Haus am Strandbadweg 24, das von Grund auf saniert wird. Es wird barrierefrei senioren- und behindertengerecht umgebaut. Dazu werden außen auf der Rückseite zum Garten hin Balkone und ein Plattformlift angebaut. ▪

RÖNSAHL ▪ Der demografische Wandel bedingt, dass es in Zukunft mehr ältere Menschen gibt, die noch dazu auch älter werden.

Aus dem Grund zeichnet sich ab, dass an Wohnungen, die dieser Entwicklung Rechnung tragen, sowie außerdem ebenfalls an Pflegeheimen ein erhöhter Bedarf bestehen wird. Nicht ohne Grund wird in diesen Bereich seit geraumer Zeit verstärkt investiert. In Rönsahl ist das Angebot an barrierefreien Wohnungen, die optimal für Senioren sowie auch für Menschen mit Behinderungen geeignet sind, allerdings bislang gleich null. Doch soll sich das ändern: Da gibt es verschiedene Ideen und ein Projekt wird derzeit sogar schon von Ortsbürgermeister Horst Becker und seiner Bauunternehmung am Strandbadweg 24 realisiert.

Das Konzept dabei ist, auch an diesem sonnig gelegenen Straßenzug, wo es zudem keinerlei größeren Steigungen gibt und sich alle wichtigen Versorgungseinrichtungen wie Einkaufsmöglichkeiten, Banken und Ärzte in gut erreichbarer Nähe befinden, barrierefreies Wohnen zu ermöglichen. Von den sechs Wohnungen sind die vier im Erdgeschoss und Obergeschoss jeweils für Senioren gedacht und die beiden kleineren im Dachgeschoss für junge Familien. Beckers Idee ist dabei Jung und Alt unter einem Dach in einer Hausgemeinschaft, die sich gegenseitig unterstützt. Dass dieses Konzept sehr gut ankommt und gefragt ist, zeigt sich darin, dass bereits sämtliche Wohnungen nach kürzester Zeit vermietet waren. Teilweise ziehen die Mieter im Rahmen von Familienzusammenführung sogar aus dem Ruhrgebiet nach Rönsahl. Einer der Mieter hat bereits zugesagt Hausmeistertätigkeit zu übernehmen und den Garten sowie die Umlagen zu pflegen.

Es handelt sich um ein Mietshaus, das im Jahr 1958 errichtet wurde und jetzt von Grund auf saniert wird. „Ich habe eigenhändig daran als Lehrling im dritten Ausbildungsjahr mitgearbeitet“, erinnert sich der derzeitige Investor Horst Becker, der in die Immobilie aktuell insgesamt rund 450 000 Euro steckt.

Die Elektro- und Wasserinstallationen sind teilweise bereits erneuert worden. In alle Räume kommt eine Fußbodensheizung, die von einer neuen Heizungsanlage mit Erdgasbrennwerttechnik beschickt wird. „Überlegt worden war zunächst auch eine Geothermienutzung, doch aufgrund der schwierigen geologischen Verhältnisse in Rönsahl, die größere Risiken bedingen, wurde dann letztlich davon abgesehen“, erläutert Becker. Geplant ist jedoch noch eine Photovoltaikanlage. Das gesamte Gebäude wird optimal gedämmt, so dass es hinterher energetisch dem KfW-Standard 40 genügt. Wir bauen eine 14 Zentimeter dicke Dämmung außen vor. Alle Fenster erhalten eine moderne Wärmeschutzverglasung. Ein neues natürlich ebenfalls optimal gedämmtes Dach ist ist ebenfalls Bestandteil der Maßnahme.

Damit unter Beibehaltung des Eingangs über das Treppenhaus auch die beiden Wohnungen im Obergeschoss einen barrierefreien Zugang erhalten, wird außen ein Plattformlift angebaut, von dem aus die dort neu errichteten Balkons und somit die Wohnungen erreichbar sind. Selbstverständlich ist die gesamte Fläche einschließlich des Bades absolut barrierefrei. Die Wohnungen im Erdgeschoss und Obergeschoss sind 60 Quadratmeter groß und die im Dachgeschoss 45 Quadratmeter. Diese Größen sind ideal, wenn Menschen sich im Alter kleiner setzen möchten und auch keine Arbeit mehr mit dem Garten haben wollen.

Begonnen wurde mit dem Projekt im November des vergangenen Jahres. Schon im Juli wollen die Mieter einziehen, so dass Horst Becker und die Bauunternehmung bis dahin noch einiges an Arbeit hat. Doch ist er zuversichtlich, dass alles termingerecht klappt. Angesichts des derzeitigen Frostes sieht er nur ein paar Probleme mit der Herrichtung der Außenanlage.

Rolf Haase

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