Juna und Rufus

Süße Alpaka-Kinder in Kierspe: Nicht scheu, aber vorsichtig

+
Juna verbringt knapp vier Wochen nach ihrer Geburt noch viel Zeit mit ihrer Mutter Goldi. Wobei diese auch durchaus froh ist, wenn ihr Jüngster mit seinem „Freund“ Rufus über die Weide tollt.

Kierspe - Es läuft gut auf der Alpaka-Farm in Kierspe. Mittlerweile auch bei Juna und Rufus. Vorbei die Zeiten, in denen die beiden Alpaka-Kinder mit eher unsicherem Schritt über die Weide gingen.

Jetzt, nach noch nicht ganz einem Monat, sind sie Bestandteil der Herde, wobei die kleinen Anden-Kamele wohl eher das Gefühl haben, die Herde wäre ausschließlich zu ihrer Unterhaltung da.

Scheu sind die beiden jungen Alpakas in keiner Weise, aber vorsichtig, vor allem, wenn Fremde auf die Weide kommen. Mit deutlichem Abstand und großer Neugierde beäugen sie alles Neue. Doch, als klar ist, der Besuch beschäftigt sich in erster Linie mit der Besitzerin der Alpaka-Farm Christiane Väthen, widmen sich Juna und Rufus wieder ganz dem Spiel, ihren Müttern und auch den „Tanten“.

Denn die beiden jungen Hengste wachsen erst einmal nur unter Frauen auf. Die Hengste und damit auch die Väter stehen nur ein paar Meter weiter auf einer anderen Weide. „Es ist der erste Nachwuchs aus eigener Zucht. Wir hatten allerdings schon einmal eine Geburt hier, da wir einmal eine trächtige Alpaka-Stute gekauft haben“, erzählt Väthen.

Christiane Väthen von der Alpaka-Farm Inti, Kierspe.

Trotz der einmaligen Erfahrung war die Besitzerin der Farm ganz schön aufgeregt, als klar war, dass zwei der Stuten kurz vor der Geburt standen. Sowohl Rufus als auch Juna kamen tagsüber auf die Welt. Was in Europa wie Luxus für den Züchter klingt, ist in den Anden, wo die Kamele normalerweise leben, überlebenswichtig. Denn dort müssen die Tiere mit extremen Temperaturschwankungen klar kommen.

Klettert das Thermometer dort tagsüber auf angenehme Werte jenseits der 20 Grad Celsius, werden nachts Werte von bis zu minus 25 Grad Celsius gemessen. Väthen: „Da die Alpaka-Mütter ihren Nachwuchs nicht trockenlecken, muss das die Sonne übernehmen. Bei einer Nachtgeburt hätten die Kleinen dann keine Chance.“ So werden dann wohl auch Maya, Anni und Madiba ihre Jungen in Kürze tagsüber zur Welt bringen.

Juna (links) und Rufus genießen die Zeit auf der Weide. Auch, wenn sie schon fast vier Wochen auf der Welt sind, gibt es doch immer Neues zu entdecken.

Dann verwandelt sich die Weide mit den weiblichen Tieren endgültig in eine Mutter-Kind-Gruppe. Väthen berichtet, dass sich die Tiere mit allem rund um ihren Nachwuchs viel Zeit lassen. So dauert die Tragzeit rund 12 Monate und gestillt wird ebenfalls für einen langen Zeitraum. Das wird für Rufus und Juna allerdings nicht zutreffen, die beiden werden nach rund sieben bis acht Monaten von ihren Müttern Milou beziehungsweise Goldi getrennt. Dann geht es auf die Weide und in den Stall der Hengste.

„Es ist wichtig, dass die beiden von den Hengsten noch als Jungtiere erkannt und akzeptiert werden“, erklärt Christiane Väthen. Angewiesen sind die beiden dann längst nicht mehr auf die Muttermilch, die sie aber wohl noch gerne weiterhin trinken würden. Bereits nach wenigen Tagen haben Juna und Rufus es ihren Müttern gleich getan und begonnen, auch Gras zu fressen.

Was anfangs noch ein spielerisches Nachamen war, wird nun immer mehr zum Bestandteil der Nahrung. Derzeit besteht die Herde – inklusive der beiden Jungen – aus 16 Tieren. Kommen dann nun noch drei weitere junge Alpakas dazu, ist erst einmal Schluss mit der Zucht. „Wir brauchen ausreichend viele Tiere, damit wir für die Spaziergänge immer wechseln können und einzelne Alpakas nicht überfordern“, erklärt Väthen.

Alpaka-Stute Maya muss sich noch ein wenig gedulden, bis auch sie Mutter wird.

In diesen Spaziergängen und überhaupt in den Erlebnissen mit den Tieren liegt die Geschäftsidee. Denn auf der Alpaka-Farm Inti werden die Tiere nicht wegen ihres Fleisches gehalten – und auch nicht wegen ihrer Wolle, wobei auch die Kiersper Kamele einmal im Jahr geschoren werden. Väthen: „Da ist es aber nicht leicht, einen Abnehmer zu finden. Auch, weil so viele verschiedene Wollfarben zusammenkommen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare