„Leader“ soll Lust auf ländliche Lagen machen

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Mehr als 40 Interessierte verfolgten das erste „Leader“-Regionalforum in der Historischen Brennerei Rönsahl.

Kierspe - Jetzt kommt „Leader“: Die vier Kommunen „Oben an der Volme“ setzen nach der erfolgreichen Bewerbung um Regionale-Fördermittel nun auf ein Programm der Europäischen Union, das zwar längst nicht so hoch dotiert ist – die Region aber doch nach vorne bringen soll.

Von Frank Zacharias

Am Montagabend fand in der Historischen Brennerei Rönsahl eine erste Info-Veranstaltung für die Öffentlichkeit statt. Die Resonanz auf dieses „Regionalforum“ stellte die Veranstalter durchaus zufrieden: Mehr als 40 Bürger waren den teils weiten Weg nach Rönsahl gefahren, um sich von Susanne Neumann vom begleitenden Fachbüro „neuland“ über die Möglichkeiten von „Leader“ zu informieren. Und sie erfuhren schnell, dass diese Abkürzung mit dem englischen Begriff für „Führer“ nichts zu tun hat. Er steht viel mehr für „Liason entre actions de développement de l´économie rurale“, was im Deutschen nicht weniger formell klingt: „Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft“. Diese sperrigen Beschreibungen mit Leben zu füllen, das wird in den kommenden Wochen die Aufgabe des Büros „neuland“ und der Verwaltungsspitzen aus Kierspe, Meinerzhagen, Halver und Schalksmühle sein.

Es geht, wie bereits berichtet, um eine Art Mitmachprogramm, bei dem Bürger ihre Ideen insbesondere für ländliche Ortslagen formulieren können. Um am Ende jedoch eine Gesamtförderung von 2,3 Millionen Euro, verteilt auf sieben Jahre und die vier Kommunen, zu erhalten, muss zunächst ein „Gebietsbezogenes Regionales Entwicklungskonzept“ (GIEK) erstellt werden – und bereits am Montag sammelten die Anwesenden erste Ideen und Anregungen, die darin enthalten sein könnten.

Doch bereits im Vorfeld fanden, so berichtete Susanne Neumann, intensive Gespräche unter den Initiatoren von Kommunen und Fachbüro statt, in denen die Ausgangslagen der Region „Oben an der Volme“ analysiert sowie Stärken und Schwächen herausgearbeitet wurden. Und wer in der Vergangenheit an einer der zahlreichen Regionale-Veranstaltungen teilnahm, wird manche Parallelen entdeckt haben: so etwa die Volme als verbindendes Element, die gemeinsame Wirtschaftshistorie, die schwächelnde Nahversorgung oder die lückenhafte touristische Infrastruktur. All dies könne im Rahmen des Entwicklungskonzeptes angegangen und thematisiert werden, wobei fünf Schwerpunkte im Rampenlicht stehen: Kinder/Jugend, Naherholung/Tourismus, Dorfentwicklung, Wirtschaft und Klima- und Ressourcenschutz/Energie. Auf die Masse an Ideen komme es nicht an. „Sie sollten für die Bewerbung pro Gebiet ein bis zwei Leuchtturmprojekte nennen können“, erklärte Neumann.

Am Montag standen jedoch zunächst gemeinsame Ziele im Mittelpunkt der Arbeitsgruppen, die sich je Themenschwerpunkt zusammentaten: Genannt wurden unter anderem bessere kulturelle oder gastronomische Angebote, E-Bike-Stationen, ein interkommunaler Klimaschutzbeauftragter oder auch eine bessere Vernetzung untereinander. Erste Projektideen wurden allerdings auch schon genannt: etwa ein „Generationengarten“ oder die Auslobung eines Innovationspreises. Die Anregungen sollen nun vertieft und im Rahmen weiterer Treffen ausgearbeitet werden.

Die Zeit drängt: Bereits im zweiten Quartal 2015 sollen 22 bis 24 „Leader“-Regionen benannt werden – etwa 40 haben sich nach Angaben des Fachbüros „neuland“ bislang beworben. Halvers Bürgermeister Dr. Bernd Eicker, der die Runde in Vertretung für seinen Kiersper Amtskollegen Frank Emde begrüßte, betonte daher, dass man sich „sputen“ müsse. „Aber man sieht auch an diesem Vorhaben, dass wir zusammenwachsen.“

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