Erste Abfallpatin in Kierspe

Auf Tour mit Handschuh und Greifer

Abfallpatenschaft - Bürgermeister Stelse - Semeraro
+
Heidi Ellebrecht (links) ist erste Abfallpatin von Kierspe. Die Ideengeberin erhielt jetzt von Bürgermeister Olaf Stelse und Regina Semeraro Ausweis und Ausstattung.

Sie geht gerne spazieren, besonders in dem kleinen, idyllischen Wald am Wernscheid. Gleichzeitig ärgert sich Heidi Ellebrecht aber auch über den vielen Müll, den sie in dem „hübschen Wald“ findet. Doch anstatt nur zu klagen, hat sie dem Bürgermeister im vergangenen Jahr die Idee einer Abfallpatenschaft vorgeschlagen.

Kierspe - „Wenn es in großen Städten geht, warum nicht auch in kleinen?“, hatte sich Heidi Ellebrecht gedacht, nachdem sie im Internet auf diese Sache aufmerksam geworden war. Denn solche Abfallpatenschaften gibt es zum Beispiel in Dortmund. Im Kiersper Rathaus war man von diesem Vorschlag angetan. „Wir können es mal versuchen“, erklärte jetzt Bürgermeister Olaf Stelse.

Stadt stellt Ausrüstung

Die Idee wurde also aufgegriffen, soll nun in diesem Frühjahr realisiert werden. Wobei die erste Abfallpatin von Kierspe bereits gefunden ist, sie ihren Ausweis und eine Ausrüstung erhalten hat. Der Ausweis soll ermöglichen, dass eingesammelter Müll am Bauhof abgegeben werden kann, damit dieser nicht die eigene Mülltonne füllt. Dazu gibt es Handschuhe – in verschiedenen Größen – einen Greifer und Müllbeutel. Das soll natürlich Schule machen: Jeder, der möchte, kann sich einen bestimmten Bereich aussuchen, um dort den Müll aufzusammeln und – dies, so lange er möchte beziehungsweise es kann.

Durch das Abfallsammeln soll nicht nur anderen sozusagen als Mahnung gezeigt werden, keinen Müll achtlos in die Natur zu werfen. Vorstellbar sei auch, so Heidi Ellebrecht, Kinder und Jugendliche in das Sammeln einzubinden und, wenn es in Gemeinschaft gemacht wird, den fleißigen Einsatz beispielsweise mit einem gemeinsamen Grillen abzuschließen.
„Das stärkt auch die Gemeinschaft“, sagt der Bürgermeister, der darauf hinweist, dass man beispielsweise auch am Gemeinschaftshaus in Bollwerk eine Abfallsammel-Ausrüstung deponiert habe, sodass alle dort Greifer, Handschuhe und Müllbeutel holen und Abfall einsammeln können. Das sei natürlich auch in anderen Orten möglich.

Weitere Abfallpaten gesucht

Wer also in Kierspe Abfallpatin oder Abfallpate, ob als Einzelperson, eine Nachbarschaft oder Anwohnergemeinschaft, werden möchte, kann sich für Ausrüstung und Ausweis an Regina Se-meraro (Tel. 0 23 59/66 11 41, E-Mail r.semeraro@kierspe.de) wenden. Bei ihr gibt es einen Anmeldebogen. Das Ganze sei natürlich, so betonen Olaf Stelse und Regina Semeraro, absolut freiwillig und könne jederzeit aufgenommen und auch beendet werden. Auch den (öffentlichen) Bereich – gleich, ob Wald, Straße, Straßenabschnitt oder Ortsteil – , der sauber gehalten werden soll, können sich die Abfall-Paten aussuchen. Gleiches gilt für den Aufwand (täglich, wöchentlich, monatlich) für das Sauberhalten.

„Ein sauberer und gepflegter Zustand von Wohngebieten, Straßen und öffentlichen Anlagen prägt das Image einer Stadt. Für die Sauberkeit einer Stadt zu sorgen, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und eine Herausforderung, die nur gemeinsam angenommen werden kann“, heißt es im Aufruf an alle Kiersper, Abfallpate der Stadt zu werden. Denn: „Leider gibt es immer noch zu viele Menschen, die ihren Müll in der Natur entsorgen und damit das Stadtbild und somit das Umfeld eines jeden Kiersper Einwohners verschmutzen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare