Corona-Jahr

Hilfsgütertransport: Erschwerte Bedingungen für Verein Kinder von Tschernoby

Kinder von Tschernobyl - Hilfe - Ukraine
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Lebensmittelpakete statt Suppe wurden in Bila Zerkwa verteilt. Die Corona-Pandemie machte dies notwendig – gleichwohl konnte der Verein Kinder von Tschernobyl im November einen Hilfsgütertransport in die Ukraine schicken.

Auch für den Verein Kinder von Tschernobyl wird 2020 als Corona-Jahr in die Geschichte eingehen. Es begann im Frühjahr, als eine für Anfang April geplante Hilfsgüterannahme den Lastwagen endgültig füllen sollte – geplant war eine Hilfsgüterfahrt nach Bila Zerkwa in der Ukraine.

Kierspe - Die Annahme wurde jedoch abgesagt, um sowohl die Mitarbeiter als auch die (anliefernden) Spender zu schützen. Infolgedessen konnte der Transport nicht abgeschickt werden.

Die Mitglieder des Vereins arbeiteten dennoch in kleinen Gruppen – unter den entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen – weiter, sodass im vergangenen Monat dann doch noch ein Transport in die Ukraine geschickt werden und so die Menschen in Bila Zerkwa trotz der Corona-Pandemie Hilfsgüter empfangen konnten. Das Verfahren zur Beladung des Lastwagens war dabei mit der Stadtverwaltung abgestimmt worden. Und in Bila Zerkwa ist längst mit der Verteilung begonnen worden.

Mit der Verteilung der Hilfsgüter, die im November in Bila Zerkwa angekommen sind, wurde natürlich längst begonnen.

Natürlich, so wird von Vereinsseite berichtet, habe das Coronavirus auch in der Ukraine zu starken Behinderungen bei den Hilfsaktivitäten der Kirchengemeinde geführt, welche vom heimischen Verein finanziert wird. Die Armenküche konnte zwar kein warmes Essen mehr ausgeben, aber die Stadtverwaltung in Bila Zerkwa stimmte der Weitergabe von Lebensmitteln im Freien zu. Auf diese Weise sei dieselbe Anzahl von Personen mit abgepackten Lebensmittelportionen versorgt worden wie zuvor mit warmer Suppe.

Verteilung im Internet zu sehen

Via Internet konnten die deutschen Unterstützer ein kleines Video sehen, welches nicht nur die Verteilung dokumentiert, sondern auch die Dankbarkeit der Menschen dort deutlich macht. Zwar war der verantwortliche Pastor der Kirchengemeinde in Bila Zerkwa selbst infiziert, aber rechtzeitig genesen, um die Hilfsgüterlieferung in Empfang zu nehmen und die Verteilung zu organisieren.

Darüber hinaus konnte Gisela Steinbach, Vorsitzende des Vereins Kinder von Tschernobyl, auch berichten, dass die Unterstützung der sogenannten „Medikamentenkinder“ trotz Corona weitergeführt wurde. Gut 30 schwerkranke Mädchen und Jungen erhalten die erforderlichen Medikamente und Therapien. Denn wenn Kinder an Diabetes, Mukoviszidose, Asthma, Leukämie oder ähnlichen Krankheiten leiden, fallen deren Familie fast unweigerlich in die Armut, da das Gesundheitssystem nicht entsprechend ausgelegt sei. Daher sei die Hilfe des Vereins bei den Eltern hoch willkommen.

Ohne Einnahmen

Derartige Aufgaben wie die Armenküche und die Medikamentenhilfe, darauf macht der Verein immer wieder aufmerksam, sind ohne laufende Geldeinnahmen nicht zu leisten. Deshalb gibt es nicht nur regelmäßig Geld- und Hilfsgüterspenden, sondern auch Frauen, die hochwertige Socken strickten – die wiederum vom Verein verkauft werden. Dies geschieht normalerweise an einem Stand, den der Verein auf Weihnachtsmärkten und Stadtfesten aufbaut. Diese sind wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr ausgefallen. Grund genug für die Vereinsvorsitzende, die Socken von zu Hause aus zu verkaufen. Die inzwischen regelmäßigen Abnehmer dieser Socken und natürlich auch alle anderen Interessenten können diese per Telefon – Gisela Steinbach ist unter der Rufnummer 0 23 59/90 31 73 zu erreichen – bestellen.

Im Lager des Vereins Kinder von Tschernobyl in Vorth sorgen Tische für den geforderten Corona-Abstand.

Der Verein Kinder von Tschernobyl und besonders die Menschen, die in der Ukraine von der Hilfe profitieren, freuen sich, dass die regelmäßigen Spender diese Arbeit auch in Corona-Zeiten nicht vergessen haben und danken dafür allen.

Der Verein Kinder von Tschernobyl

Der Atomunfall von Tschernobyl ist mittlerweile 34 Jahre her. Die Strahlung, die damals die Menschen in der Ukraine und in Weißrussland getroffen hat, sei es unmittelbar oder durch die Aufnahme von Wasser und Nahrungsmitteln, schädigte das Erbgut in den Keimzellen. Aus diesem Grund werden die Folgen über Generationen zu finden sein und sich sogar ausweiten. In den am stärksten betroffenen Gebieten der Ukraine und Weißrusslands findet man unter anderem stark gehäuft Geburtsschäden, Hirntumore bei Kleinkindern, Nervenschäden, Krebsarten und allgemeine Immunschwäche. Viele der gehäuft auftretenden Krankheiten sind ganz normale Krankheiten, für welche die Menschen wegen der Strahlenbelastung aber sehr viel anfälliger sind. Der Verein „Kinder von Tschernobyl“ will den Menschen in bestimmten Bereichen der Ukraine helfen, die heute noch offiziell als strahlenbelastete Zone IV ausgewiesen sind. Quelle: www.kinder-von-tschernobyl-kierspe.de

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