Allianzgebetswoche wird in Kierspe und Rönsahl parallel eröffnet

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Der Bibeltext wurde in der Margarethenkirche dreisprachig verlesen; auf Deutsch, Arabisch und Farsi.

Kierspe - „Einzigartig“ ist das Thema der Allianzgebetswoche und zumindest ungewöhnlich war auch der Eröffnungsgottesdienst in der Margarethenkirche. Unter den zahlreichen Besuchern waren viele Arabisch sprechende Menschen und für sie gab es alles, was dort gesprochen wurde, per Knopf im Ohr in ihrer Muttersprache.

Als Übersetzer fungierte der Syrer Jamal el Ali aus Halver. Ausgerüstet mit Mikrofon und Manuskript saß er auf der Empore und übersetzte simultan. Wer nur Farsi sprach, konnte immerhin den Bibeltext verstehen, der dreisprachig gelesen wurde. Die Predigt hielt Monika Hahn. Sie knüpfte dabei am aktuellen Top-Thema der evangelischen Kirche an, dem 500-jährigen Jubiläum der Reformation.

Der unmittelbare Anlass dazu war der Missbrauch des sogenannten Ablasses, vor allem aber Luthers Erkenntnis, dass der Glaube und nicht die Taten entscheidend seien. „Damals war das revolutionär,“ sagte Hahn, aber die Frage dahinter sei so aktuell wie eh und je: „Wodurch werden wir erlöst?“ Damit war sie auch schon bei der Bibelstelle, die dem Gottesdienst zugrunde lag und auf die sich auch das Motto der gesamten Gebetswoche bezieht: Der Satz „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“ (Joh 14,6) drücke den „Alleinvertretungsanspruch“ Jesu aus.

Monika Hahn.

„Das klingt für unsere Ohren nach Fundamentalismus.“ Tatsächlich passe er auch nicht zum Relativismus, der zur Maxime der Aufklärung, der Toleranz geführt habe. Wahrheit beruhe aber nicht auf „intellektuellem Erkennen“, sondern auf Beziehung – der Beziehung zu Jesus. Jesus sei die Wahrheit und sie sei ihr erschienen. Dieses Erweckungserlebnis, das dem persönlichen Leben von Monika Hahn eine andere Richtung gegeben hatte, bildete das Zentrum der Predigt.

Jamal el Ali übersetzte den Gottesdienst ins Arabische.

Sie lehne deshalb auch die Prinzipien des Humanismus ab, der das Verhalten der Menschen in den Mittelpunkt stelle. Der Himmel sei keine Belohnung für ein gutes Leben, „keine Willkommensparty für Leute, die wir gerne wiedersehen würden.“ Der Glaube als Beziehung allein zähle, wer die Erlösung durch Jesus am Kreuz annehmen könne, der sei frei. „Wir brauchen eine neue Reformation, wir müssen wieder hin zu den Evangelien,“ forderte sie deshalb zum Abschluss.

Die Gottesdienstbesucher hatten im Anschluss Zeit über die Predigt nachzudenken, zu beten und zu meditieren, aber auch die Lieder mitzusingen, mit denen eine Combo diese Gebetszeit begleitete. Für die Kinder gab es während der Predigt einen eigenen Gottesdienst, zum Abschluss trafen sich Groß und Klein wieder in der Kirche. Wer wollte, blieb noch zu einem kleinen Imbiss bei Pizza oder einer Tasse Kaffee.

Pfarrer Martin Spindler.

In der Rönsahler Servatiuskirche fand eine Parallelveranstaltung zur Eröffnung der Gebetswoche statt. So stellte Pfarrer Martin Spindler das von Jesus Christus an den Apostel Thomas gerichtete Wort: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben – niemand kommt zum Vater denn durch mich“ an den Anfang seiner Ausführungen und der Predigt nach einem für das Epiphanias-Fest vorgesehenen Text aus dem Johannes-Evangelium Kapitel 1.15-18.

Niemand außer Jesus selbst, so der Pfarrer, habe Gott je gegenständlich gesehen. Gott lasse sich eben nicht „her zitieren“, – möchte uns aber dennoch begegnen. Der himmlische Vater biete Rettung aus allem, was uns Menschen bedrücke. Allerdings führe der einzige Weg zu Gott über Jesus Christus als alleinigem Mittler zwischen Gott und den Menschen.

Termine

Weitere Veranstaltungen zur Allianzgebetswoche finden heute ab 19.30 Uhr mit Pfarrer Reiner Fröhlich, am Mittwoch ab 15.30 Uhr beim Seniorennachmittag im evangelischen Gemeindehaus in Rönsahl mit Pastor Werner Steinbach, am Donnerstag ab 19.30 Uhr in der Christuskirche, am Freitag ab 19 Uhr im Gemeindehaus Vollme in Form eines Jugendgottesdienstes und am Samstag als Frauenfrühstück in der FeG statt.

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