Eröffnung und Fest am Freitag

Keine drei Jahre von der Planung bis zur Eröffnung

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Im Herbst des vergangenen Jahres waren schwere Maschinen im Einsatz, um die Landschaftsbauwerke fertigzustellen und die Betonstufen einzubauen.

Kierspe - „Papa, komm wir gehen in den Park“, sagte ein kleiner Besucher des Autofreien Volmetals. Doch der Vater konnte dem Wunsch des Kindes nicht entsprechen. Denn eröffnet wird der Park erst am Freitag, 21. Juli. Dann steht das größte Kiersper Regionale-Projekt allen Familien, Skatern, Parcours-Läufern und Erholungssuchenden offen. Dann liegt es an den Kierspern, das Millionen-Projekt mit Leben zu füllen.

Der Weg zu dem neuen Projekt war lang und manches mal auch steinig. Nachträglich geänderte Gesetze erschwerten die Verwendung der bewegten Erdmassen und ein Bombenfund sorgte für die Evakuierung etlicher Häuser im Bereich Kierspe-Bahnhof. Der Tod des Leiters für das Sachgebiet Tiefbau Karsten Seil stellte die Verwaltung vor weitere Herausforderungen.

Doch – abgesehen von einigen Verzögerungen durch Schnee und Asphalt – schritt der Bau im Zeitplan voran. So war zwar ursprünglich geplant, den Park im Winter fertigzustellen, es war aber auch von vornherein klar, dass dieser dann nicht eröffnet werden könnte.

Von Anfang war klar, dass der Park mit möglichst großer Bürgerbeteiligung errichtet werden sollte, deshalb gab es neben dem Planungswettbewerb der Profis auch einen Ideen-Wettberwerb der Bürger. Dem Sieger des Planungswettbewerbs – der im September 2014 feststand – oblag es dann, die Wünsche der Kiersper in die eigenen Planungen einzuarbeiten. Eine Aufgabe, die letztlich von dem Landschaftsarchitekten Franz Reschke und dem Architekten Jan Derveaux zu erledigen war. Damals wurde auch die Idee geboren, den Park langfristig bis zur Kölner Straße zu ziehen und ihn damit im Stadtbild präsenter zu machen.

Anfangs ging man von Baukosten in Höhe von 800 000 Euro und einem Baubeginn im Sommer des Jahres 2015 aus. Während der pünktliche Baubeginn kein Problem darstellte, war das mit den Kosten nicht so einfach. Letztlich sorgten strengere Umweltschutzrichtlinien – die erst während des Baus ihre Gültigkeit bekamen – und höhere Kosten beim Bau der Brücke dafür, dass die Baukosten anstiegen, wobei eine Endabrechnung noch nicht erfolgt ist.

Eine unfreiwillige Unterbrechung der Bauarbeiten gab es am 12. August 2015. Bei den Arbeiten wurde im Hangbereich gegen 11.30 Uhr eine Weltkriegsbombe gefunden. Nicht einmal zwei Stunden später waren Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes der Bezirksregierung vor Ort. Bei dem Fund handelte es sich um eine „Demolition Bomb 250 AN-M64“. Die 250 Kilogramm-Fliegerbombe hatte sich tief in die Erde eingegraben und sich im Fels verkeilt, dabei wurde der Kopfzünder deformiert. Die Experten entschlossen sich für eine Entschärfung vor Ort. Doch das machte weiträumige Evakuierungsmaßnahmen erforderlich. Um 15.22 Uhr war die Bombe entschärft und die Kiersper konnten wieder zurück in ihre Wohnungen und Häuser.

Die Verlegung der Volme von der Straße mitten in den Park und damit in einen alten Obergraben war eine der zentralen Aufgaben beim Bau. Ende September 2015 erfolgte der sogenannte Durchstich und die Volme konnte in ihr neues Bett. Im Herbst des vergangenen Jahres stand Karsten Seil als verantwortlicher Mitarbeiter der Stadtverwaltung der MZ Rede und Antwort. Damals erklärte er, dass der nasse Sommer viel Zeit gekostet habe, doch durch den trockenen Herbst sei es gelungen, vieles aufzuholen. Zu dieser Zeit war die Brücke fertiggestellt und überall im Park schwere Baumaschinen im Einsatz. Die ersten Betonstufen wurden damals verlegt und die Landschaftsbauwerke fertiggestellt. In einem Bericht der MZ vom 21. Januar dieses Jahres war zu lesen: „Niedrige Temperaturen verzögern Arbeiten im Park“. Und im Frühjahr gab es dann aufgrund von Fahrzeugspuren, die sich in den Asphalt gedrückt hatten, noch eine weitere kleine Verzögerung.

Doch am Freitag ist es nun so weit. Um 12 Uhr wird der Park im Beisein der NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach feierlich eröffnet. Ab 13.30 Uhr beginnt dann ein Fest mit einem Rahmenprogramm, bei dem der Volme-Freizeitpark von den Besuchern in Beschlag genommen werden kann. Ein Kletterturm steht als zusätzliche Attraktion bereit, aber es gibt auch Torwandschießen, Tischtennis, Indiaca und Stelzenlauf. Ab 14 Uhr können Karten für einen Luftballonwettbewerb ausgefüllt werden. Der Sieger erhält einen Gutschein im Wert von 150 Euro. Um 15.30 Uhr findet ein Plastikentenrennen auf der Volme statt, bei dem 150 „Tiere“ oberhalb des Parks eingesetzt werden. Die Besitzer der ersten drei Enten, die vor der Brücke des Bachs ankommen, erhalten Preise.

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