Ernstfall geübt: Brand bei der Baptistengemeinde

Ein großes Aufgebot an Einsatzkräften und Fahrzeugen probte gestern Morgen auf dem Gelände der Baptistengemeinde den Ernstfall.

KIERSPE ▪ In der zum Werkraum gehörenden Schreinerei, die sich im inzwischen fertiggestellten neuen Gebäude der Baptistengemeinde befindet, sollte es brennen, so die Annahme bei der Übung gestern Morgen. Neun verletzte Personen befanden sich im Gebäude, davon drei ohne Bewusstsein. Eine sollte in der total verqualmten Schreinerei liegen. Um möglichst realistische Einsatzbedingungen zu erhalten, setzte die Feuerwehr Disconebel ein, der genauso die Sicht behindert wie echter Rauch.

So mussten sich die insgesamt sechs Atemschutztrupps in dem allen absolut unbekannten großen und verwinkelten Komplex wirklich ganz behutsam vorarbeiten, wie bei einem realistischen Einsatz.

„Ziel der Übung sollte unter anderem sein, die dreiteilige Schiebeleiter und die vierteilige Steckleiter zu nutzen und auch die neuen Rauchverschlüsse einzusetzen“, erläuterte Bernd Kriesten, der als Zugführer der Einheit Stadtmitte die Übung im Einzugsgebiet des Löschzuges ausgearbeitet und vorbereitet hatte. Er hatte vor zwei Wochen damit begonnen und Kontakt mit der Baptistengemeinde aufgenommen, die sofort einwilligte. Fünf Kinder aus ihren Reihen stellten sich gestern Morgen sogar zur Verfügung, um einige der Verletzten zu spielen, die anderen kamen von der Jugendfeuerwehr. Sie waren teilweise geschminkt worden, was ebenfalls dazu diente, eine wirklichkeitsnahe Situation zu erhalten.

Als die Feuerwehr gegen 8.15 Uhr ausrückte, waren alle unvorbereitet und hatten gerade erst gehört, worum es ging. Mit von der Partie war neben dem Löschzug 2 auch der Löschzug 1 von der Wehestraße und das DRK mit der schnellen Einsatztruppe und zwei Fahrzeugen. Die Feuerwehr war mit 55 Helfern und allen sieben Wagen am Blankenberg.

Versorgung der

Verletzten im Zelt

Die Wasserentnahme erfolgte vom Hydranten an der Thingslindestraße aus über eine A-Leitung mit großem Querschnitt. Nach der Verteilungarmatur ging es dann mit mehreren C-Schläuchen ins Gebäude, wo der Brand mittels eines Hohlstrahlrohrs bekämpft wurde. Auf dem Verletztensammelplatz war ein binnen Sekunden aufzublasendes Zelt aufgebaut worden, in dem die Verletzten durch die Sanitäter versorgt werden konnten.

Fiktiv wurde wegen der Höhe des nach hinten hinaus zweieinhalbgeschossigen Bauwerks auch die Meinerzhagener Drehleiter zur Verstärkung gerufen, mehrere Rettungswagen und Notärzte sowie, um die Atemschutzflaschen auszutauschen, auch der Atemschutzgerätewagen aus Iserlohn. Die Leitung des Einsatzes hatten Bernd Kemper vom Löschzug 2 und Ralf Potthoff vom Löschzug 1.

Bernd Kriesten und sein Kollege Andreas Pfaffenbach von der Wehestraße fungierten diesmal allein als Beobachter genau wie Stadtbrandinspektor Georg Würth. Sie machten sich jedoch für die anschließende Manöverkritik im Gerätehaus Stadtmitte Notizen. „Es klappte alles insgesamt ganz gut. Verbessern lässt sich aber natürlich immer etwas“, zog Kriesten eine erste Bilanz. Auch die während der Übung gemachten Fotos sollen bei einer weiteren Besprechung auf Gruppenführerebene in vierzehn Tagen noch ausgewertet werden. ▪ rh

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