Sicherheit durch eine PIN

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Die Karte zeigt die Kommunen, in denen Enervie Vernetzt die Erdgasumstellung durchführen muss, dieses reicht von Hagen bis Hohenlimburg.

Kierspe - In der Volmestadt sind es 1624 Hausanschlüsse, hinter denen 2049 Zähler und etwa 2500 Geräte liegen, die derzeit noch mit L-Gas betrieben werden. In Westdeutschland sind es fünf bis sechs Millionen Gasgeräte – 70 bis 80 Prozent davon sind Heizungen –, die im Rahmen einer Marktumstellung bis zum Jahr 2028 angepasst werden müssen.

Mit der Umstellung auf H-Gas (höherer Methangehalt, höherer Brennwert) beginnt die Enervie Vernetzt – die das Kiersper Gasleitungsnetz von den Stadtwerken gepachtet hat – in ihrem Gebiet in der Volmestadt und zwar im Februar. Folgen werden Hagen-Dahl, Hohenlimburg, Lüdenscheid, Schalksmühle und Altena. In den anderen Kommunen wird die Erdgasumstellung ebenfalls folgen, betonte Volker Neumann, Prokurist der Enervie Vernetzt.

In Kierspe wird in den Räumen der Stadtwerke extra ein Erdgas-Büro eingerichtet wird, wo Oliver Bings und Zoltan Hülle Ansprechpartner für alle Fragen zum Thema sind. Im Februar erhalten die Gaskunden der Stadtwerke ein Info-Schreiben, in dem sie über das weitere Vorgehen informiert werden.

Im März gibt es ein weiteres Schreiben an die Kunden, mit dem ein Termin für die Erhebung von Gasgeräten vereinbart wird. 21 000 Gasgeräte Die Erhebung selbst soll am 3. April beginnen. Denn bei den verschiedenen Geräten – auf der Liste stehen mittlerweile rund 21 000 – muss genau ermittelt werden, welche Anpassung notwendig ist.

Ab Februar wird Oliver Bings ein Erdgas-Büro in den Räumen der Stadtwerke besetzen und Ansprechpartner für alle Fragen zur Erdgasumstellung sein.

Das Spektrum reicht von selbst adaptierenden Gasdüsen, bei denen ein kleiner Handgriff für die Umstellung genügt, bis hin zum Austausch der Düsen. Der Anteil der nicht anpassbaren Geräte, die ausgetauscht werden müssen, liege bei unter einem Prozent, sagen die Verantwortlichen.

Erfolgt kein Austausch bis zum Umstellungstermin auf H-Gas, der in Kierspe im Juni oder Juli 2022 liegen wird, muss die Gaslieferung gestoppt werden, da die Gefahr für den Betrieb dann einfach zu groß ist. „Aber wir wollen das natürlich nicht, wie wollen keinen Kunden verlieren“, betonte Volker Neumann ausdrücklich und wies auf die Beratungsmöglichkeiten im künftigen Erdgas-Büro hin, die auch Hinweise auf Fördermöglichkeiten, auch durch die Stadtwerke Kierspe, beinhalten.

Neben der Möglichkeit für den Kunden, den Termin für die Erhebung bei ihm im Haus zu verschieben, ist natürlich die Sicherheit ein sehr wichtiges Thema: Kein Kunde wird weder bei der Erhebung ab April 2018 noch bei der Anpassung im Jahr 2022 eine Rechnung erhalten und auch nichts bezahlen müssen.

Das eigens geschulte Personal von der Firma U-SERV, das die Erhebung und Umstellung vornimmt, wird das HL-Logo mit dem Motto „Wir drehen auf H-Gas“ sowohl auf dem Auto als auch auf einem Ausweis haben. Der Ausweis enthält zudem Namen und Passbild und kann mit dem Personalausweis, den der Mitarbeiter vorzeigen soll, verglichen werden.

Ab Februar wird Zoltan Hülle im Erdgas-Büro in den Räumen der Stadtwerke Ansprechpartner für alle Fragen zur Erdgasumstellung sein.

Zusätzlich erhält der Gaskunde mit dem Schreiben, mit dem der Erhebungstermin vereinbart wird, eine PIN. Diese kann dann beim U-SERV-Mitarbeiter nachgefragt werden – ein Trittbrettfahrer mit betrügerischen Absichten wird diese PIN nicht kennen. Außerdem wird bei der Polizei hinterlassen, welcher Mitarbeiter gerade in Kierspe unterwegs ist – also kann im Zweifelsfall bei der Polizei nachgefragt werden.

Qualitätskontrolle Gleiches gilt für die Mitarbeiter von Enervie Service, die eine Qualitätskontrolle – bei rund zehn Prozent der Erhebungen – durchführen. Das bedeutet, dass ein Zehntel der Kiersper Gaskunden zweimal an einem Tag im kurzen Abstand Besuch erhalten werden, wobei beide Mitarbeiter dasselbe Procedere der Erhebung durchführen.

Dadurch ist ein Abgleich möglich. Im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung hatten die Unternehmen U-SERV und Enervie Service jeweils den Zuschlag erhalten. Deren Mitarbeiter verfügen nicht nur über Erfahrung, die bei der Durchführung gleichgelagerter Projekte in Norddeutschland gesammelt wurden, sondern sind auch besonders geschult worden.

Die einzelne Erhebung dauere zwischen 30 und 45 Minuten, so dass etwa 50 Geräte pro Woche erfasst werden können. Die Anpassung dauert zwischen einer Stunde und 90 Minuten, daher können 20 bis 30 Gasgeräte pro Woche umgestellt werden.

Projektmanager Oliver Bings geht davon aus, dass die Erhebung im Juni des kommenden Jahres abgeschlossen werden kann. Keine Kosten Wenn die Netzbetreiber Open Grid Europe und Westnetz dann den Termin im Juni oder Juli 2022 festgelegt haben, dass dann H- statt L-Gas in die Leitungen strömt, wird in einem Zeitraum von sechs Wochen vor diesem Umstellungstermin bis zwei Wochen danach die Anpassung erfolgen.

Darüber werden die Gaskunden natürlich ebenfalls informiert. Kosten entstehen ihnen auch dann nicht, die benötigten Ersatzteile werden vom Netzbetreiber beschafft. Der rechnet seine Kosten mit der Bundesnetzagentur ab. Die wiederum wird die Kosten auf die Netzentgelte umwälzen, die von allen erdgasversorgten Haushalten und Firmen in ganz Deutschland zu tragen sind.

Fünf bis sechs Millionen Gasgeräte müssen in Westdeutschland umgestellt werden – pro Jahr sind dies 550 000 – , wobei mit einem Kostenaufwand von 250 bis 300 Euro pro Gerät gerechnet wird.

Weitere Informationen finden Interessierte im Internet unter www.enervie-vernetzt.de sowie www.stadtwerke-kierspe.de oder ab Februar im Erdgas-Büro im Gebäude der Stadtwerke Kierspe.

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