SuK bringt Color Tuner bis zur Serienreife

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Das Projekt Color Tuner lag bei SuK vor allem in den Händen von Entwickler Klaus Billhardt. ▪

KIERSPE ▪ Mit dem Color Tuner lässt sich punktuell Farbe in die Haare bringen. Die Colorierungen glänzen im Fall von Blond so natürlich, als wenn sie von Sonneneinstrahlung herrührten.

Dabei ist es eine besonders schonende Verfahrensweise, weil die Farbe nicht mit der Kopfhaut in Kontakt kommt und zudem aufliegt und nicht eindringt, so dass der Haarstruktur nicht geschadet wird. Die Nutzung von Metallfolien ist nicht mehr nötig, denn der Färbeeffekt wird durch Oxidierung an der Luft erzeugt. Martin Witulski, Chef des Kunststofftechnikbetriebs SuK, und sein Projektentwickler Klaus Billhardt sind zufrieden, es geschafft zu haben, dieses Produkt für die Friseurbranche bis zur Serienreife gebracht zu haben. In Berlin wurde es im Oktober bei der Weltpremiere 3500 internationalen Fachkollegen vorgestellt.

„Ich saß direkt neben dem dem Starcoiffeur Udo Walz“, erinnert sich Witulski an das Spektakel und schmunzelt dabei. Der Event war für ihn schon etwas völlig anderes als sein gewohntes Metier, denn SUK beliefert normalerweise als Spezialist für technische Kunststoffteile die Automobil- und Elektroindustrie. Für den Kiersper Betrieb, der jetzt einmal in einen ganz anderen Markt hineingegangen ist, ist es zudem das erste Mal, dass ein Endverbraucherprodukt bis hin zu Konfektionierung und Vertrieb entwickelt und hergestellt wird. Auch die Montage der einzelnen Komponenten findet im Hause statt. Das Gerät wird in einem exklsiven schwarzen Beutel ausgeliefert, darin befinden sich neben dem Color Tuner selbst auch ein Ständer dafür, ein Mischbehälter für die Farben sowie auswechselbare Führungsapplikatoren.

„Für den Color Tuner mussten elf Werkzeuge gebaut werden“, berichtet der SUK-Chef. Seit Ende 2011 war vor allem Projektentwickler Klaus Billhardt damit befasst. Als besondere Herausforderungen stellten sich die Dichtigkeit bei gleichzeitiger Leichtgängigkeit heraus, so dass auch zierliche Friseurinnenhände das Gerät ohne Probleme bedienen können. Hinzu kommt, dass die Farben teilweise unterschiedliche Viskositäten haben. Aus dem Grund wurde mit Materialien bis hin zu einem speziellen eigenen Mix experimentiert.

Im Rahmen der Entwicklung arbeitete SuK mit einem Düsseldorfer Hairstylingstudio zusammen, dessen Mitarbeiter immer wieder die manchmal nur geringfügig modifizierten Prototypen auf ihre Praktikabilität testeten. Zehnmal mindestens war SuK dort. Billhardt musste sich immer neuen technischen Schwierigkeiten und Herausforderungen stellen. So wurde unter anderem noch ein Ventil integriert, um den Druck in der Spritze abzubauen. In der Konstruktionsabteilung stand über Monate eine Frisierkopf mit einer Perücke, anhand der auch in Kierspe Veränderungen laufend ausprobiert wurden. „Wir waren praktisch das Versuchslabor“, ergänzt Witulski.

Für die Vermarktung fand in Mailand bereits im März ein großes Fotoshooting mit mehreren Profimodels statt, an dem Marin Witulski ebenfalls teilnahm, was für ihn natürlich ein Erlebnis gewesen sei, wie er einräumt.

Zunächst geht das Gerät an 40 verschiedene Schulungszentren, wo Trainingsmaßnahmen geplant sind. Die offizielle Markteinführung ist dann ab 2013. Derzeit wird noch der chinesische Markt erschlossen, dazu war Witulksi jetzt in Shanghai.

SuK liegen bereits 11 000 Bestellungen vor. Diese große Nachfrage erklärt sich nach Meinung des Chefs durch dieVorteile des Color Tuners, mit dem sich spielend leicht und komfortabel Farbreflexe in die Haare mit einmalig changierenden Effekten erzielen ließen. Zudem seien Strähnen viel schneller als nach der herkömmlichen Methode gemacht. Er ist überzeugt von seinem Erzeugnis.

Rolf Haase

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