Der Enkeltrick ist bei Betrügern besonders beliebt

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Wolfgang Opitz referierte am Dienstag vor den knapp 20 Mitgliedern des Seniorenbeirats zu den Themen Betrügereien, Immobilienrente und Seniorenkonto.

KIERSPE ▪ „Wenn ein Betrüger bei Senioren zuhause anruft, setzt er denjenigen immer unter Druck. Da bleibt gar keine Zeit, zu überlegen, ob es sich bei dem Anrufer tatsächlich um den Enkel handelt oder nicht“, erklärte am Dienstagnachmittag Sparkassen-Vorstand Wolfgang Opitz den Mitgliedern des Seniorenbeirats.

Nach drei Jahren waren die knapp 20 Vertreter wieder einmal in das Tresörchen der Sparkassen-Hauptstelle gekommen, um dort einem Vortrag von Opitz zu drei verschiedenen Themen zu folgen und anschließend mit ihm zu diskutieren.

Nach einer kurzen Einführung zur weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise, von der Opitz meint, dass Deutschland wieder positiv in die Zukunft blicken könne, wendete sich der Referent dem Wunschthema „Betrügereien“ zu. Der Sparkassen-Vorstand sieht in eben solchen Betrügereien das Geschäft mit der größten Wachstumsrate, weshalb Senioren sich in Zukunft noch viel mehr vorsehen müssten.

Sechs Punkte stellte Opitz vor, die bei einem Betrug meist übereinstimmten. So würden gezielt ältere Bürger ausgewählt, in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle beginne der Betrug zudem telefonisch. Ein angeblicher Verwandter bitte in diesem Anruf um Geld und mache zudem die Dringlichkeit deutlich, durch die der Senior überrumpelt werde. Durch geschickte Fragen – Betrüger seien mittlerweile gut geschult – bekämen die Gauner wichtige Informationen heraus, ohne dass das Opfer dies bemerke, zudem werde hierüber Vertrauen erschlichen. Im Anschluss werde die Geldübergabe vereinbart, zu der aus bestimmten Gründen nicht der Verwandte selbst, sondern ein Mittelsmann erscheine. „Rund die Hälfte aller Fälle führen für die Betrüger zum Erfolg“, erklärte Opitz.

„Ich verstehe aber nicht, warum so viele Senioren noch immer auf diese Art von Betrug hereinfallen. Es wird doch so viel gewarnt. Außerdem sollte man sein Geld doch auf der Bank haben“, kam ein Einwand. Die prompte Antwort aus der Versammlung: „Aber die älteren Leute sind sofort ganz aufgeregt, wenn sie hören, dass einem Verwandten etwas passiert ist und sie bei einem Notfall helfen müssen. Da können sie nicht mehr richtig nachdenken.“ Zudem hätten viele Senioren Geld zuhause deponiert, um es später nicht offen legen zu müssen, wenn sie mal ein Pflegefall würden.

Bei leckeren Häppchen und kalten Getränken referierte Opitz auch noch zur Immobilienrente, die laut dem Sparkassen-Vorstand in Deutschland aber keine Zukunft habe, und das neue Seniorenkonto, bei dem Kunden ab 60 Jahren sich einmal im Monat einen Betrag bis 1000 Euro nach Hause bringen lassen können. Damit wolle das Kreditinstitut dem demographischen Wandel Rechnung tragen und den älteren Mitbürgern das Leben auf dem Land erleichtern, so Opitz. ▪ isas

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