Engagiertes Team bei Kindern und Eltern beliebt

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Das Team der Verlässlichen Grundschule von acht bis eins und der Offenen Ganztagsgrundschule an der Bismarckschule hat laut dem Vorsitzenden des Betreuungsvereins, Lars Kriesten, in all den Jahren eine engagierte Arbeit gemacht. Jetzt hoffen die sechs Frauen auf die Weiterbeschäftigung beim DRK als neuem Träger, schweben in dem Punkt allerdings nach wie vor im Ungewissen. ▪

KIERSPE ▪ „Der Betrieb lief immer einwandfrei, so dass es praktisch nie Beschwerden gab“. Alle Mitarbeiter hätten eine sehr gute und engagierte Arbeit gemacht, lobte der Vorsitzende des Betreuungsvereins an der Bismarckschule, Lars Kriesten, das gesamte Team.

Dieses besteht aus sechs Personen, mit Marit Becker, die seit diesem Jahr die Offene Ganztagsgrundschule leitet, ihren Kollegen Anita Jerchel und Anette Ackermann, sowie den Mitarbeitern der Verlässlichen Grundschule von acht bis eins, Christiane Klamm, Sabine Käsler und Dagmar Ludes. Jerchel ist die einzige davon, die von Anfang an, also seit fast zwölf Jahren, dabei ist und Klamm stieß ebenfalls bereits ein Dreivierteljahr später dazu. Alle haben jetzt die Kündigung erhalten, weil Ende Juli ein Trägerwechsel bevorsteht.

Der Betreuungsverein, der 2005 erst von der Caritas die Verlässliche Grundschule übernommen hatte und 2009 dann auch als Träger eingesprungen war, als Verwaltung und Politik eine OGS an der Grundschule am Richelnkamp etablieren wollten, hatte den Betrieb aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr länger aufrechterhalten können und dies der Stadt mitgeteilt. Ein höherer Kiersper Zuschuss bei der Mischkalkulation aus Mitteln von Land, Stadt und letztlich sogar der Schule war dem Verein lange Zeit nachdrücklich verweigert worden, doch jetzt, nachdem die Stadt mit dem DRK einen professionellen Träger beauftragt hat, ist genau dies auf einmal kein Problem mehr. Weder das DRK noch die Arbeiterwohlfahrt, die das erste Angebot unterbreitet hatte, kamen nämlich ohne höhere Finanzausstattung aus. Was Kriesten nicht verwundert, da die Raumverteilung einen größeren Personalaufwand bedingt, die Zahl der Kinder immer an der untersten Grenze liegt und aufgrund der Sozialstruktur der Familien zudem viele nur den Mindestbeitrag zahlen.

Gestern waren Mitarbeiter des DRK vor Ort, um sich noch einmal die Räume anzusehen. Dabei wurde signalisiert, dass grundsätzlich Bereitschaft besteht, die Mitarbeiter weiterzubeschäftigen. Sie sollten sich bewerben, so die Aufforderung, was einzelne auch schon gemacht haben. Nach wie vor schwebt das Team wie schon seit rund einem halben Jahr jedoch im Ungewissen. Lange war sogar unklar, ob es überhaupt weitergeht, und nun, ob und wie alle ihren Job behalten. Für etwas Unruhe hat bei der Belegschaft gesorgt, dass der Zuschussbedarf beim DRK nochmals geringer ist als bei der Awo und das DRK bei seiner Kalkulation von der Stadt nur 6000 statt 12 000 Euro benötigt. Da ist natürlich die Befürchtung, dass dieses günstigere Angebot auf Kosten der Mitarbeiter gehen könnte.

Der Betreuungsvereinsvorsitzende würde sich im Interesse des Teams und auch der kontinuierlichen Fortführung der Arbeit wünschen, dass das DRK hier möglichst schnell Klarheit schafft. Kriesten selbst hatte die Vereinsführung im vergangenen Jahr von Anette Klingelhöfer übernommen, die die Geschicke lange gelenkt hatte. Erster Vorsitzender war 2005 Roland Schönfeld gewesen.

Dass die wirtschaftlichen Probleme für den Verein sofort mit der Eröffnung der OGS begannen, darauf weist Kriesten nochmals ausdrücklich hin. Gerne hätte die Elterninitiative die Betreuung ebenfalls in Zukunft weiter angeboten, doch hatten die in Frage gekommenen neuen Träger jeweils nur Interesse, wenn beide Einrichtungen übernommen werden könnten. Daher bleibt nun bloß die Auflösung. Das berührt seltsam in Zeiten, wo ehrenamtliches Engagement eigentlich immer höher gehängt wird.

Als im Jahr 2000 die Betreuung an der Bismarckschule startete, um ein Angebot zu schaffen, dass Müttern erlaubt, ihrer Berufstätigkeit wieder nachzugehen, nahmen zunächst rund 20 Kinder daran teil. Schnell entwickelte sich dieses zum Erfolgsmodell. Ganz anders als die OGS, wo die Gruppe kaum zu füllen war, wurde die Betreuung bis zuletzt ausgezeichnet angenommen, wie die Buchungszahlen zeigen. Wichtig ist das Angebot zudem für Migrantenkinder, weil sie besonders gefördert werden können. Grundsätzlich ist das Gemeinschaftserlebnis aber genauso für alle anderen Kinder äußerst positiv. Das gilt natürlich für die Verlässliche Grundschule von acht bis eins wie die Offene Ganztagsgrundschule. Die Hausaufgabenhilfe und die gezielte Förderung bringen viele Kinder weiter.

Die Mitarbeiter zeigten sich bei der Programmgestaltung in allen Jahren kreativ und aktiv: So führte die Abschlussfahrt der OGS 2010 in den Dortmunder Tierpark, es wurde auch schon gekegelt oder ein Fußballturnier auf den Gummiplätzen veranstaltet. An Elternsprechtagen und Lehrerfortbildungen gab es ein Extraprogramm wie eine Bäckereibesichtigung, eine Wanderung mit Rallye oder auch gemeinsames Eisessen, als es sehr warm war. Zu den Freizeitaktivitäten gehören darüber hinaus die Schwimm-, Sport-, Theater-und die Tanz-AG.

Der Betreuungsverein, der zurzeit 55 Mitglieder hat, beschloss bereits im März vorsorglich, sich aufzulösen, falls er seine Grundlage, die Tägerschaft beider Angebote verlieren sollte, wie das jetzt tatsächlich passierte.

Rolf Haase

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