Engagierte Eltern vermitteln religiöse Themen

Der KU 3 ist vielfältig: Diese Mädchen und Jungen nahmen an einem Tag zum Thema „Schöpfung“ an der Jubachtalsperre und in Vollme teil.

KIERSPE ▪ Bereits seit zehn Jahren gibt es nunmehr den Kirchlichen Unterricht im 3. Schuljahr (KU 3) in der evangelischen Kirchengemeinde Kierspe. Dort war dieser Unterricht bis 1995 unbekannt, doch ein pädagogischer Ausschuss der Kirchengemeinde arbeitete dann über mehrere Jahre an dieser Neuerung. Der Ausschuss tauschte sich mit anderen evangelischen Gemeinden in Münster und Reichhof sowie mit der katholischen Gemeinde in Kierspe aus. Mit verschiedenen pädagogischen Konzepten und Entwicklungspsychologie, insbesondere der des US-amerikanischen Theologen James Fowler, wurde sich befasst.

Im Jahr 1998 zeichnete sich die Richtung hin zum KU 3 ab. Pfarrer Reiner Fröhlich und ein Pastor im Hilfsdienst wurden damit beauftragt, diesen Unterricht in Kierspe für alle drei Schulbezirke durchzuführen. Im Spätsommer 2000 startete schließlich der erste Jahrgang.

Im KU 3 würden normalerweise 20 bis 30 Kinder von einem Pfarrer oder einer Jugendreferentin im Gemeindehaus unterrichtet, heißt es seitens der evangelischen Kirchengemeinde. Doch neben den regelmäßigen Gesamttreffen gebe es eine Neuerung: Die Schüler würden in Kleingruppen zu jeweils sechs Kindern unterteilt und treffen sich unter der Leitung von jeweils zwei Eltern. Diese würden von Pfarrer Fröhlich und erfahrenen Mitarbeitenden der Gemeinde auf die Gruppenstunden vorbereitet. Mehr als 80 Kiersperinnen und Kiersper hätten in den vergangenen zehn Jahren mitgearbeitet, manche sogar mehrmals, freut man sich bei der evangelischen Gemeinde. Zwischen 10 und 15 Eltern seien pro Jahrgang aktiv.

Das KU 3-Jahr startet jeweils mit dem Thema „Gott hat die Welt und uns Menschen wunderbar geschaffen“. An einem Samstag treffen sich Familien, unter anderem zum Grillen, an der Jubachtalsperre und im Gemeinschaftshaus Vollme. Im KU 3 sei es wichtig, dass die Kinder ein Thema nicht nur „behandeln“, sondern dass sie etwas sehen und erleben, betont man seitens der evangelischen Kirchengemeinde.

Von Herbst bis Weihnachten steht im KU 3 das Alte Testament auf dem Plan. Und meist in der Adventszeit unternehmen die Mädchen und Jungen eine Besuchstour bei Senioren in der Gemeinde, die sich über die singenden Kinder freuen.

Besuch im „Ostergarten“

Von Januar bis Ostern steht das Neue Testament im Mittelpunkt. Viele Geschichten von Jesus werden kreativ erzählt und nacherlebt. Seit einigen Jahren wird zum Abschluss gemeinsam ein sogenannter „Ostergarten“ besucht. Für diesen Anlass wird ein Gemeindehaus zwei Monate lang für die normale Nutzung gesperrt. Stattdessen werden dort zehn Räume eingerichtet, in denen die Stationen des letzten Tages von Jesus in Jerusalem nachgestellt werden. In diesem Jahr war ein solcher „Ostergarten“ bei der evangelischen Kirchengemeinde in Gummersbach aufgebaut worden.

Das KU 3-Jahr endet mit dem Thema „Taufe“. 30 Kinder und sechs bis acht Mitarbeitende der Gemeinde verbringen ein Wochenende mit biblischen Geschichten über die Taufe, Liedern und einem Geländespiel. Zudem werden Taufkerzen gebastelt. Im Anschluss an das gemeinsame Wochenende findet ein Tauf erinnerungs-Gottesdienst in der Christuskirche oder in der Margarethenkirche statt.

Auch wenn das KU 3-Jahr dann vorbei ist, wollen die Kinder meist gerne weitermachen, weiß man bei der evangelischen Kirchengemeinde. So hätte in zwei Jahrgängen des KU 3 jeweils eine Kleingruppe mit zwei Müttern den Unterricht fortgesetzt.

Das Presbyterium der Kirchengemeinde zieht nach zehn Jahren KU 3 ein überaus positives Fazit. Mehr als 500 Kinder hätten dieses erste Jahr des kirchlichen Unterrichts bislang durchlaufen. Die Mädchen und Jungen seien begeistert und würden die biblischen Geschichten mit Freude lernen, heißt es. Sie würden zu einer frohen Gemeinschaft zusammenwachsen und die Kleingruppen würden ihnen dabei helfen, sich persönlich mit den Fragen nach Gott zu beschäftigen. Auch die stillen und zurückhaltenden Kinder würden in den Kleingruppen aufblühen. Dies habe außerdem positive Auswirkungen auf das Verhalten der Kinder in der Schule. Sie würden sich auch dort mehr zutrauen, meint man im Presbyterium.

Ebenfalls positiv sei, dass immer genügend Eltern in den Kleingruppen mitgearbeitet hätten. So hätten in jedem Jahr zehn bis zwölf Eltern zur Verfügung gestanden.

Nun geht der KU 3 in der evangelischen Kirchengemeinde Kierspe also ins zweite Jahrzehnt. Und er werde dank der Kreativität und der Rückmeldungen der Eltern permanent weiterentwickelt, kündigt die Gemeinde an.

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