Enforcement-Trailer misst Tempo von 375 000 Fahrzeugen

Mit 95 und 76 km/h an der GSK vorbei

Radarkontrolle - Enforcement-Trailer - Kierspe
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Insgesamt 2311 Mal wurde die Blitzanlage des Radar-Anhängers durch Fahrzeuge ausgelöst, die auf der Friedrich-Ebert-Straße in Höhe der Gesamtschule zu schnell unterwegs waren.

Der sogenannte Enforcement-Trailer des Märkischen Kreises hat im vergangenen Jahr deutlich länger am Standort Friedrich-Ebert-Straße (Höhe Gesamtschule) in Kierspe gestanden als ursprünglich geplant.

Kierspe - Sehr zum Ärger der unverbesserlichen Raser, die sich nicht ans Tempolimit halten. Und dass auf der Friedrich-Ebert-Straße nicht nur abends beziehungsweise nachts gerast wird, zeigt ein Blick auf die Auswertung des Enforcement-Trailers: 76 km/h beim erlaubten Tempo 30 und gar 95 km/h bei Tempo 50 waren im zweiten Halbjahr die Schnellsten.

Denn der Radar-Anhänger stand von Ende Juni bis zu Beginn dieses Jahres am Felderhof, weil zwei andere Standorte im Kreisgebiet nicht zur Verfügung standen. Dies ist auch der Grund dafür, dass der Enforcement-Trailer, wie berichtet, nun an der Kölner Straße (B 237, Richtung Rönsahl) steht. Dort hatten Messungen mit dem städtischen Seitenradar die subjektiven Angaben der Anwohner, es werde zu schnell gefahren, bestätigt. An der B 237 stand der Radar-Anhänger keine Woche, dann ist das rund 120 000 Euro teure Hitech-Gerät durch offensichtliche Brandstiftung erheblich beschädigt worden. Ob es ein zuvor erwischter Raser war, ist nicht bekannt – die Polizei ermittelt.

Weniger Raser aus Richtung Dorf

Die Raserei auf der Friedrich-Ebert-Straße in Höhe der Gesamtschule in Fahrtrichtung Kreuzung Wildenkuhlen hält sich noch in Grenzen. Der Enforcement-Trailer wurde in der Zeit vom 27. November bis 16. Dezember herumgedreht, um die Geschwindigkeit der Fahrzeuge zu überprüfen. Für rund 63 Stunden wurden Messungen vorgenommen, dabei passierten 5974 Fahrzeuge die Radaranlage, die 54 mal auslöste und die berühmt-berüchtigten teuren Fotos schoss. Neun davon mussten jedoch gleich in den Müll geworfen werden, da sie ungültig waren.

Das könne ein Krankenwagen im Einsatz sein, lautet dazu die Erklärung von verantwortlicher Seite des Märkischen Kreises. Die würden natürlich sofort herausgenommen. Oder auch Motorradfahrer; da sie von vorne fotografiert werden – habe man kein Kennzeichen, können also weder Fahrer noch Fahrzeughalter belangt werden.

In Fahrtrichtung Wildenkuhlen wurde ausschließlich tagsüber zwischen 7 und 18 Uhr, also bei Tempo 30, geblitzt. Mit durchschnittlich 27 km/h blieb das Gros der Autofahrer unter diesem Wert, 45 waren jedoch zu schnell: Der Schnellste wurde mit Tempo 53 erwischt, und zwar am 16. Dezember.

Messstelle erfasst 368 953 Fahrzeuge

Deutlich mehr Daten und damit auch Geschwindigkeitsüberschreitungen lieferte der Radar-Anhänger allerdings bei den Fahrzeugen, die in Richtung Dorf unterwegs waren – weil dieser an den meisten Tagen vom 26. Juni bis Anfang dieses Jahres so ausgerichtet war. In insgesamt 1711 Stunden konnte die Geschwindigkeit von 368 953 Fahrzeugen überprüft werden, sowohl von 7 bis 18 Uhr, wenn auf der Friedrich-Ebert-Straße im Bereich der Gesamtschule das Tempolimit 30 gilt, als auch abends und nachts, wenn 50 km/ gefahren werden darf.

In der Summe schafften es 2257 Fahrer und Fahrerinnen, dass der Blitz der Anlage ausgelöst wurde, sowohl tagsüber als auch nachts. Als gültig wurden 1945 Messungen gewertet. Unrühmlicher Tagessieger zwischen 7 und 18 Uhr, also bei erlaubtem Tempo 30, war ein Fahrzeug, das mit 76 Stundenkilometern in Richtung Dorf fuhr. Abends beziehungsweise nachts wurde es noch deutlich schneller: Zwar darf in der Zeit von 18 bis 7 Uhr dieser Teil der Friedrich-Ebert-Straße mit 50 km/h befahren werden. Doch sind 95 km/h beinahe das Doppelte, gemessen am 20. November. Am 9. August war bereits ein Fahrzeug mit 94 Stundenkilometern erwischt worden.

Für beide und auch alle anderen, die 31 Kilometer pro Stunde und schneller als das erlaubte Tempo fahren und erwischt werden, bedeutet dies ein Fahrverbot. Tagsüber droht sogar schon bei 61 Kilometern pro Stunde die zeitlich befristete Abgabe des Führerscheins – und die Auswertung des Enforcement-Trailers durch den Märkischen Kreis weist eine Reihe von Geschwindigkeitsüberschreitungen jenseits der 61 km/h. Überhaupt fällt auf, dass der Verkehr in Richtung Dorf schneller unterwegs ist als der in Richtung Wildenkuhlen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit beträgt für den genannten Zeitraum Juni bis Jahresende 32 km/h, beim Gegenverkehr waren es, allerdings in einem deutlich kürzeren Zeitraum, 27 Kilometer pro Stunde.

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