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Energie ist ein großer Kostenfaktor bei Bestattungen

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Von: Göran Isleib

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Kiersper Friedhof aus der Vogelperspektive
Der Hauptausschuss winkte die Verwaltungsvorlage zur Gebührenkalkulation im Bestattungswesen durch an den Rat. © Becker, Johannes

Kostensteigerungen überall – so auch im Bestattungswesen. Der Hauptausschuss hat sich am Dienstag kurz mit der Thematik beschäftigt und dem Rat auf den Weg gegeben, nach Vorlage zu beschließen.

Kierspe - Dabei ging es um die Gebührenkalkulation für die städtischen Friedhöfe und die entsprechend anzupassende Satzung.

„Die im Jahr 2023 zu verteilenden Gesamtkosten werden voraussichtlich 387 689,83 Euro betragen“, rechnet die Verwaltung der Volmekommune vor. Sie liegen damit um 15 500 Euro über der Summe des Vorjahres. Dazu heißt es in einer Vorlage der Verwaltung: „Dies ist insbesondere der Tatsache geschuldet, dass die Betriebsabrechnung für das Jahr 2021 mit einem Verlust von rund 156 000 Euro abgeschlossen hat.“ Dieser Verlust konnte nur zum Teil durch eine Entnahme aus der Gebührenausgleichsrücklage in Höhe von 32 000 Euro gedeckt werden, die damit vollständig aufgebraucht sei. Die Gründe für diesen hohen Verlust sind schnell ausgemacht: Auslösender Faktor seien unter anderem die erfolgten Instandsetzungsarbeiten an der großen Friedhofskapelle. „Dieser Fehlbedarf ist nun in den folgenden drei Jahren auszugleichen und belastet das Ergebnis jährlich mit rund 41 400 Euro“, rechnet die Verwaltung vor. Als größte Kostenposition ist mit 158 540 Euro die Leistungsverrechnung des Bauhofes. Darin finden sich zum einen die Personalkosten für das auf den Friedhöfen eingesetzte Personal und zum anderen die Kosten für den Maschinen- und Geräteeinsatz. Eingerechnet wurde eine Lohnsteigerung von fünf Prozent.

„Nachdem in 2021 das Dach der großen Friedhofskapelle erneuert wurde, sind in 2022 nach Absprache mit der Arbeitsgruppe Friedhof die Aufträge zur Erneuerung der Fensteranlage in der großen Friedhofskapelle, die Erneuerung des Dachs des Geräteschuppens und dessen Anstrich vergeben worden“, heißt es seitens der Verwaltung. Für 2023 wären zunächst keine größeren Investitionen in diesem Bereich geplant, weshalb die Unterhaltungskosten für die Gebäude und Grundstücke gegenüber dem Vorjahr auf das „normale“ Niveau von 10 000 Euro sinke.

Der Kostenansatz für die laufende Unterhaltung der Friedhöfe habe sich in den vergangenen Jahren als auskömmlich erwiesen und wurde nur aufgrund der allgemeinen Kostensteigerung um 5000 Euro erhöht. Es gibt allerdings auch eine Kehrseite der Medaille, führt die Verwaltung aus: Bei den Energiekosten wird mit einem drastischen Anstieg gerechnet, sodass diese mit mehr als der doppelten Summe einkalkuliert wurden (35 400 Euro gegenüber zuvor 16 100 Euro).

Nach einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts vom 17. Mai dieses Jahres, wurde zur Berechnung von kalkulatorischen Abschreibungen und Zinsen eine entsprechende Anpassung des Zinssatzes von bisher 5 Prozent auf nunmehr 0,46 Prozent vorgenommen. Der Ansatz verringert sich damit auf rund 525 Euro, was einem Minus von 5250 Euro entspricht. Bei den Abschreibungen wurde unter anderem der in diesem Jahr neu angeschaffte Friedhofsbagger entsprechend berücksichtigt, sodass diese um rund 3000 Euro höher ausfallen. „Insgesamt führt das Urteil jedoch zu sinkenden Einnahmen für den städtischen Haushalt aus diesem Bereich“, so die Verwaltung. Alle übrigen Kostenpositionen seien aufgrund der Entwicklung in den Vorjahren entweder unverändert geblieben oder wurden nur marginal angepasst.

„Aufgrund der geschilderten Situation ist eine Anpassung der Friedhofunterhaltungsgebühr um 6 Euro jährlich auf nunmehr 26 Euro unumgänglich. Auch die Kosten für die Durchführung der Bestattungen mussten teilweise deutlich angepasst werden. Von einer Erhöhung der übrigen Gebühren wurde zunächst abgesehen. Hier wird in 2023 eine Neubewertung erfolgen.

Die Kosten

Vorbehaltlich der Zustimmung des Stadtrates stellen sich die Gebühren wie folgt dar: Nutzungsrecht Wahlgräber 612 Euro; Verlängerung der Nutzungsrechte: Nutzungsrecht Reihengräber 168 Euro (anonym 768 Euro); Nutzungsrecht Urnenerdgräber (Wahlstellen) 153 Euro; Nutzungsrecht Urnenerdgräber (Reihenstellen) 84 Euro (anonym 168 Euro); Nutzungsrecht Urnenkammern 800 Euro; Nutzungsrecht Urnenrondell 1195 Euro; nicht anonyme Rasengräber 2722 Euro. Die Kosten für die jährliche Unterhaltung werden auf 26 Euro angehoben.

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