Energiebilanz der Stadt: Deutliche Einsparung

Verfolgen am PC die Energiebilanz der Photovoltaikanlage auf dem Dach der Gesamtschule: Hartwig Benne vom Gebäudemanagement und Kämmerer Olf Stelse. ▪

KIERSPE ▪ Am Anfang sollten gerade einmal 20 Prozent Energie in zehn Jahren in öffentlichen Gebäuden eingespart werden. Ausgehend von dem Umweltbericht der Stadt Kierspe von 1993 fasste der Rat diesen Beschluss 1995.

Zehn Jahre später lag der Gasverbrauch 44 Prozent unter den Zahlen von ‘93 und beim Strom waren es immerhin 30 Prozent. Doch auch in den Folgejahren arbeiteten die städtischen Mitarbeiter stetig an dem Ziel, den Energiebedarf weiter zu senken. Heute, wo die Zahlen für das Jahr 2009 vorliegen, kann beim Gas – gemessen an den Zahlen von 1993 – eine Reduktion von 59 Prozent und beim Strom von 57 Prozent verbucht werden. „All diese Zahlen beziehen sich auf das Schul- und Sportzentrum, aber bei den anderen öffentlichen Gebäuden sieht es ähnlich aus“, erklärt Hartwig Benne vom Gebäudemanagement der Stadt, der auch aufzählt, welche Mengen an CO2 in den Jahren eingespart wurden. Für die Jahre 1993 bis 2009 hat er für das Schulzentrum 5515 Tonnen ausgerechnet. Benne: „Der Trend wird auch weiter nach unten gehen, allerdings sind wir mit den technischen Möglichkeiten fast am Ende.“ „Günstig ausgewirkt hat sich bei den Bemühungen um Energieeinsparung natürlich auch das Geld aus dem Konjunkturpaket zwei, das uns allein in der Gesamtschule Investitionen von 500 000 Euro in die energetische Sanierung ermöglichte“, ergänzt Kämmerer Olaf Stelse. Auch in Zukunft wolle man auf diesem Weg weitergehen, allerdings müsse dabei natürlich die schwierige Haushaltslage berücksichtigt werden.

Die bisherigen Einsparungen sind vor allem auf die Fernwirküberwachung, neue Beleuchtung und neue Kesselanlagen zurückzuführen. Aber auch die Optimierung der Lufteinlässe der Gesamtschule hat zu der neuen Energiebilanz beigetragen. Den größten Effekt hatten natürlich Dämmung und der Einbau neuer Fenster. Sehr positiv habe sich auch der Einbau der Blockheizkraftwerke (BHKW) ausgewirkt. Als Beispiele nennt Benne die Anlage, die in den 90er Jahren für den Bäderbetrieb angeschafft wurde. Besonders günstig wirke sich das kleine Kraftwerk in der Bismarckschule aus, das mittlerweile mit einem Alter von zehn Jahren abgeschrieben wurde und nun Gewinne in die Stadtkasse spüle. Ein weiteres Kraftwerk dieser Art wurde vor zwei Jahren in die neue Sporthalle eingebaut. Wie bei all diesen Anlagen, muss nicht nur der erzeugte Strom genutzt oder ins Netz gespeist, sondern auch die produzierte Wärme genutzt werden. Bei dem BHKW in der Sporthalle wird die Wärme für die Warmwasserbereitung der Halle genutzt. Der Rest geht in die Heizung des Schulzentrums. Aus Zuschüssen und eingespartem Strom errechnet sich ein Gewinn von rund 120 000 Euro in zwei Jahren. Benne: „Selbst wenn wir das verbrauchte Gas gegenrechnen, wird sich die Anlage in vier Jahren amortisiert haben.“

Doch trotz aller Einsparungen beim Verbrauch, konnte beim Gas kein Geld gespart werden. So wurden 1993 123 900 Euro für den Brennstoff ausgegeben, Im Jahr 2009 waren es 179 800 Euro. „Entscheidend ist aber, was wir ausgeben müssten, wenn wir auf all diese Maßnahmen verzichtet hätten“, erklärte Stelse. Und natürlich verbrauchen das BHKW auch zusätzliches Gas.

Beim Strom sieht die Rechnung schon deutlich besser aus. Damals gab die Stadt für den Strom des Schul- und Sportzentrums 197 500 Euro aus. 2009 waren es noch 96 500 Euro.

Die Stadt setzt nicht nur bei den Blockheizkraftwerken auf Energiegewinnung, sondern auch mit der Photovoltaikanlage auf dem Dach der Gesamtschule.

Dort wurden im März 5450 Kilowatt produziert und im April 7008. „Allein in diesen beiden Monaten haben wir 8093 Euro verdient“, so Stelse. ▪ Johannes Becker

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