Kräftige Linde in Rönsahl fällt Frühjahrssturm zum Opfer

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Dem Zahn der Zeit zum Opfer fiel jetzt eine mächtige und von Kernfäule befallene Linde in der Ortslage Felderhof in Rönsahl.

Rönsahl – Dieser Sturm war der alten Linde dann doch zu viel: Sie fiel einer kräftigen Windböe zum Opfer und ist nicht weiterhin ortsbildprägend für den Bereich Felderhof in Rönsahl.

Nur gut, dass die Bewohner des unmittelbar benachbarten Wohnhauses mit dem Schrecken davonkamen, denn zum Zeitpunkt des Baum-Falls war niemand in der Nähe, und vor allem war die Fallrichtung des etwa 200 Jahre alten Veteranen so günstig, dass auch das Wohnhaus nicht in Mitleidenschaft gezogen wurde. So hielt sich der Sachschaden im überschaubaren Rahmen.

Der Blick ins Innere offenbarte dann aber, dass der alte Baum, äußerlich kaum feststellbar, im Kern und bereits im Wurzelbereich durch und durch marode war und definitiv keinerlei Standfestigkeit mehr hatte, somit nicht mehr zu retten gewesen wäre.

Heiliger Baum der Germanen

Alte Lindenbäume gibt es auch heute noch an mehreren Stellen in Rönsahl. Sie stehen zum Teil unter Schutz und werden regelmäßigen Kontrollen durch Beauftragte des Naturschutzes unterzogen. Die Linde als solche galt bereits in alter Zeit als heiliger Baum der Germanen. Unter ihrem Dach wurde, so sagt das die Überlieferung, beispielsweise Gericht gehalten (etwa an der Thingslinde in Kierspe), fanden Versammlungen der Dorfältesten, die sogenannten Erbentage, statt (wie möglicherweise unter den alten Linden Vor dem Isern in Rönsahl) und man traf sich dort zu Spiel und Tanz. 

Insofern sind Heimat- und Naturfreunde froh darüber, dass es in Kierspe ein Baumschutzkataster gibt und schützenswerte Bäume so lange wie möglich erhalten werden. Gegen Stürme und Fäule kann aber auch das Kataster nichts ausrichten.

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