Emde erwartet vom dritten Stern wichtige Impulse

Ein wichtiges Stadtteilprojekt im Rahmen der Regionale 2013 ist „Kierspe-Bahnhof – total aktiv“ mit der neuen Verkehrsdrehscheibe im Bereich des ZOB und Bahnhofs, dem Kreativzentrum im alten Helit-Gebäude und dem Volme-Freizeitpark.

KIERSPE ▪ Dem Vorschlag des Regionale-Beirates folgte jetzt auch der Regionale-Ausschuss und vergab gestern im Kreishaus in Olpe unter anderem auch für das Projekt der vier Kommunen Kierspe, Meinerzhagen, Halver und Schalksmühle den ersehnten dritten Stern, womit es nun grünes Licht für die Umsetzung gibt.

Damit rückt die Realisierung der zuerst geplanten Maßnahmen auch vor Ort in greifbare Nähe. Allerdings werden die Fördermittel größtenteils voraussichtlich erst bereitgestellt, wenn sich eine neue Landesregierung gebildet hat und der Haushalt verabschiedet ist, so dass es mindestens noch eine Verzögerung bis zum Herbst gibt. Trotzdem sind jetzt die Räte gefordert, um die Weichen für die konkrete Umsetzung der verschiedenen Einzelmaßnahmen zu stellen.

Außerdem wurde gestern noch der dritte Stern für das Projekt Naturerlebnisgebiet Bigge und Listersee verliehen mit neuen Wander- und Radwegen, besseren Aufenthalts- und Bademöglichkeiten am Wasser sowie umfangreichen städtebaulichen Maßnahmen in Sondern als Inhalten. Auch davon profitiert die Nachbarstadt Meinerzhagen natürlich mit, da die Lister sich mit auf ihrem Stadtgebiet befindet.

Die Vergabe des dritten Sterns im Rahmen des nordrhein-westfälischen Strukturförderungsprogramms Regionale 2013 eröffnet positive Entwicklungschancen für Kierspe, was Bürgermeister Frank Ende, als er gestern die Nachricht vernahm, zu folgender Stellungnahme veranlasste: „Das ist ein absolut erfreuliches Ergebnis für die Arbeit, die seit gut drei Jahren für die Öffentlichkeit nicht erkennbar äußerst zeitintensiv betrieben wurde. Damit ist eine große Hürde genommen. Aber der dritte Stern stellt nicht nur eine Anerkennung dieser Arbeit dar, sondern vor allem auch des Zusammenwirkens von Bürgern, Stadträten und Ausschüssen von Anfang an“, betonte er und verwies auf die verschiedenen Bürgerversammlungen im Rahmen des Regionale-Prozesses.

Dabei war Emde gar nicht unbedingt überrascht, denn die vielen Gespräche mit den übergeordneten Behörden und Regierungsstellen hatten bereits klar die positive Einschätzung zu den Planungen im Rahmen des Projektes „Oben an der Volme“ gezeigt, so dass eine Förderung in Aussicht stand. „Anerkannt wurde besonders auch die wegweisende Richtung, mit der alle vier Kommunen in abgestimmter Kooperation die Herausforderungen der Zukunft, was unter anderem den demografischen Wandel, die Verbesserung der Mobilität, eine ganzheitliche kooperative Siedlungsentwicklung und wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit des Gebietes angeht, zu meistern versuchen“, konstatierte Emde weiter. So seien nicht schillernde Leuchtturmprojekte in den Vordergrund gerückt worden, sondern das Miteinander der Städte und Gemeinden im oberen Volmetal zur gemeinsamen Zukunftssicherung mit einer Bündelung von Maßnahmen unterverschiedenen Aspekten.

Der Bürgermeister erwartet von dem dritten Stern nun auch Schub für Maßnahmen im Bereich des oberen Volmetals in anderer Trägerschaft wie die Reaktivierung der Bahnstrecke, wo bis 2014 die letzten Arbeiten zur Aufnahme des Personennahverkehrs anstehen. Dazu gehörten genauso aber auch die Aufnahme der Planung für den Radweg, der im Kontext zu sehen ist mit dem Radwegenetz Südwestfalen, und die Revitalisierung der Volme, die wiederum im Zusammenhang mit dem Regionale-Projekt des Märkischen Kreises „Ein Kreis packt aus“ steht.

Von den Maßnahmen im Rahmen des Regionale-Projektes verspricht sich Emde wichtige Impulse für Kierspe und das obere Volmetal, von denen durchaus auch die heimische Wirtschaft profitieren werde. „Denn alle Maßnahmen zusammen haben ein Investitionsvolumen von 65 Millionen Euro, davon entfallen 17 Millionen Euro auf den Städtebau und 29 Millionen auf die Bahnreaktivierung,“, macht der Bürgermeister darauf aufmerksam, das viel Geld in der Region bleiben werde. Der Radweg sei mit 3,3 Millionen Euro enthalten und die Revitalisierung der Volme mit 4 Millionen Euro.

Ebenfalls im Regionalrat der Bezirksregierung Arnsberg ging es am Dienstag um die Regionale 2013: Behandelt wurden die Städtebaufördermittel, wovon für Kierspe 2012 ein Maßnahmevolumen von 1,852 Millionen Euro bei 70-prozentiger Förderung vorgesehen ist und 2013 von 1,778 Millionen Euro. Für Meinerzhagen ging es um 1,236 Milliionen Euro in 2012 und 2,059 Millionen Euro in 2013, allerdings bei nur 60-prozentiger Förderung. In Halver sollen hier 2,937 Millionen Euro in 2012 und 656 000 Euro in 2013 bei 70-prozentiger Förderung ausgegeben werden. 50 Prozent Förderung kann Schalksmühle aus diesem Topf für die Regionale-Maßnahmen erwarten bei einem Volumen von 1,184 Millionen in 2012 und 948 000 Euro in 2013. Auch diese Gelder fließen tatsächlich natürlich wohl erst, wenn der Landeshaushalt verabschiedet ist.

Die Regionalratsentscheidung ist wie die Vergabe des dritten Sternes ein gutes Zeichen, so dass beste Aussichten dafür bestehen, dass es zur formellen Förderung kommt, wie Bürgermeister Frank Emde überzeugt ist. „Wir werden jetzt die nächsten vorbereitenden Maßnahmen einleiten, so dass dann umgehend weitergearbeitet werden kann“, kündigt er an. Bevor jedoch irgendetwas von den Einzelprojekten konkret angepackt wird, werden immer erst noch die Ausschüsse und Räte beteiligt. Teilweise sind sogar Bauleitverfahren mit Bürgerbeteiligungen erforderlich.

Das Regionale Integrierte Entwicklungs- und Handlungskonzept wurde von den vier Räten als Leitlinie des zukünftigen gemeinsamen Agierens beschlossen. Angestrebt wird durch die insgesamt elf Leitprojekte eine nachhaltige Entwicklung in den Kommunen Kierspe, Meinerzhagen, Halver und Schalksmühle. Die Vernetzung der Maßnahmen mit unterschiedlicher Bedeutung bietet eine gemeinsame Plattform mit großer Breitenwirkung.

Auf Kierspe beziehen sich folgende Einzelmaßnahmen: Ein wichtiges Leitprojekt ist so Stadtteilprojekt ist „Kierspe-Bahnhof – total aktiv“. Vielfalt soll den Bereich beleben durch Kreativwirtschaft, Gastronomie, Plätze, Kultur, Angebote für Kinder und Jugendliche, die Stabilisierung des zentralen Angebots, besonders des Einzelhandels sowie die Schaffung zusätzlicher Angebote von Arbeiten und Wohnen sowie den Volme-Freizeitpark als Eingangstor von der B 54 aus.

Weitere Planungen in dem Zusammenhang sind der Ausbau der Verkehrsdrehscheibe im Bereich des neuen ZOB und Bahnhofs mit einer Radstation und der Qualifizierung des Umfelds, die Etablierung des Kreativzentrums im alten Helit-Gebäude sowie Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität und Aufenthaltsqualität. Im Bereich des Volme-Freizeitparks ist die Öffnung der Volme und die Gestaltung eines naturbezogenen öffentlich zugänglichen Freiraums fester Bestandteil schon in der ersten Ausbaustufe, die zu den Starterprojekten gehört. Später soll es vielleicht eine Bühne für kulturelle Aktionen, Konzerte und Theateraufführungen geben, zudem Ruheplätze am Wasser und Freizeiteinrichtungen wie Kletterwand, Beachvolleyball oder Badminton. Als Privatmaßnahmen wird an Wellness und Fitness gedacht. Soweit aber nur die ersten Ideen. Bevor es losgeht, ist noch ein Gestaltungswettbewerb geplant, an dem alle Bürger mitwirken sollen. Integriert ist zudem Mehrgenerationenwohnen im Bereich des Tulpenplatzes.

Zu den Starterprojekten zählt außerdem die Wasserkraftnutzung und touristische Erschließung der ehemaligen Firma Brune in Bollwerk mit der Renaturierung des Geländes und des Volmeabschnitts zwischen In der Grüne und Oberbrügge, was allerdings Bestandteil eines separaten Förderantrags ist.

Tangiert ist die Volmestadt natürlich ebenfalls von der Reaktivierung und dem Ausbau der Volmetalbahnstrecke, dem Volmetalradweg und der Revitalisierung der Volme, da Kierspe einen beträchtlichen Anteil an Fläche in diesem Bereich beisteuert. ▪ Rolf Haase

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