Ellington Trio überzeugt in der Historischen Brennerei

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Pianist Gero Körner improvisierte mitreißend auf dem Flügel der Brennerei.

Rönsahl - Einen zauberhaften Abend mit einem längeren Ausflug in die swingende Welt des Duke Ellington und jener Komponisten, die für seine Bigband komponierten, erlebten die Besucher der Historischen Brennerei am Samstagabend mit dem Ellington Trio.

Die Musiker waren auf Einladung des KuK-Vereins in Rönsahl zu Gast.

Sängerin Barbara Barth brachte eine wunderbar schlanke und dennoch kraftvolle und äußerst präzise Stimme sowie ein grandioses Gefühl für Timing und Rhythmus mit. Und eine Fähigkeit, von der Bassist Caspar van Meel wohl nicht ganz zu Unrecht behauptete, dass sie leider aus der Mode gekommen sei: „Es gibt nur noch wenige Sängerinnen, die scatten können.“

Sein Kontrabass und der von Gero Körner bediente Flügel der Brennerei unterstützten die Sängerin bei einem Programm, das tatsächlich vollständig einem der ganz Großen der Swingjazz-Ära gewidmet war. „Viele Titel für die Hitparade des Jazz“, kündigte Barbara Barth an, nachdem der programmatische Titel „I’m beginning to see the light“ verklungen war. „It don’t mean a thing, if it ain’t got that swing“ lautete die Devise an diesem Abend.

Nach dem Auftakt ging es weiter mit dem flotten Song über das „Brown Skinned Gal“ und seine Kleidung. Rhythmisch wunderbar schräg schaukelte anschließend Ellingtons Kamelkaravane in die Brennerei. Das Intro zum berühmten „Caravan“ lieferte Bassist Caspar van Meel, nachdem Gero Körner in die Kulturgeschichte der „Jungle Pieces“ der 1930er-Jahre eingeführt hatte.

In „Do nothing till you hear from me“ scattete Barbara Barth dann zum ersten Mal ausgiebig und vor allem mitreißend. Nicht fehlen durfte auch Billy Strayhorns „Take the A-Train“ – eine Art Hymne der Duke Ellington Band. Aus dem „C-Jam Blues“ war über die Stationen Louis Armstrong und Ella Fitzgerald das muntere „Duke’s Place“ geworden – das Titelstück der CD des Ellington Trios, die an diesem Abend recht gut verkauft wurde.

Nur einmal verließ die Sängerin die beiden Jungs, die mit „Pitter, Panther, Patter“ ein prächtiges Duett für Piano und Kontrabass und einen Ausflug in die Welt des Ragtime hinlegten. Bevor dann „Satin Doll“ erklang, klärte die Sängerin für ihren einst sprachlich wohl etwas desorientierten Bassisten aus den Niederlanden den gravierenden Unterschied zwischen „den Hals umdrehen“ und „den Kopf verdrehen“.

Trio begeistert auch mit Balladen

Nicht immer braucht grandiose Musik Tempo, um das Publikum zu erreichen. Dass Ellington und andere auch wunderbare Balladen komponierten, machte das Trio an diesem Abend gleich mehrfach deutlich: „In a sentimental Mood“, „Mood Indigo“ und „I got it bad“ gehören ebenfalls in die ewige Bestenliste des Jazz, und hier kam der ausdrucksstarke Gesang von Barbara Barth natürlich noch einmal ganz anders zum Tragen.

Dass es eine Zugabe gab, war schließlich Ehrensache in der bestens gefüllten Brennerei: „Knuddel mich, und ärgere mich nicht“, verkündete die Sängerin. „Just squeeze me.“

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