Elektrofahrräder werden immer beliebter

+
Mit einem Handgriff lässt sich der Akku am Rad austauschen. Die einfache Bedienung der Räder ist für Ulrich Berg, den Inhaber des Kiersper Fahrradgeschäftes X-Bike, ein Verkaufsargument. ▪

KIERSPE ▪ Die Elektrofahrräder verändern den Radmarkt deutlich. Berge verlieren ihren Schrecken und die Reichweite der Fahrzeuge steigt. Das merkt auch der Kiersper Fahrradhändler Ulrich Berg.

„Die Anzahl der Fahrradgeschäfte verrät schon, dass wir uns im Sauerland befinden. In der Region um Münster gäbe es in einer Stadt von der Größe Kierspes sicher fünf Fahrradgeschäfte“, da ist sich Ulrich Berg sicher. Doch der Fachhändler sieht Besserung, denn die Elektro-Fahrräder nehmen an Beliebtheit zu und den Bergen den Schrecken.

„Noch sind es vor allem ältere Kunden, die zu den sogenannten E-Bikes greifen. Sie erhoffen sich so mehr Mobilität, größere Reichweite und natürlich weniger Kraftanstrengung an den Bergen“, so Berg, der mit seinem Geschäft X-Bike mittlerweile den einzigen Fahrradladen in Kierspe betreibt.

Wie hilfreich die Tretunterstützung von bis zu 100 Prozent im Sauerland sein kann, weiß Berg aus eigener Erfahrung. „Wenn es nicht gerade regnet, dann fahre ich die Strecke von Zuhause zum Geschäft mit dem Elektrorad, immerhin rund zwölf Kilometer. Dann habe ich mich bewegt und komme trotzdem nicht verschwitzt an. Und das auch noch in einer akzeptablen Zeit“, so Berg.

Damit hat der Unternehmer dann auch schon nahezu alle Vorteile des Rades angepriesen. Durch die Unterstützung des Elektromotors, der entweder auf die Nabe des Vorderrades oder auf das Tretlager wirkt, erreichen die Räder eine erstaunliche Unterstützung.

Allerdings gibt es auch dabei Grenzen – vor allem juristische. Der Gesetzgeber erlaubt die Unterstützung nur bis zu einer Geschwindigkeit von 25 Kilometern pro Stunde. Wer schneller mit dem Rad unterwegs sein will, muss dann kräftig in die Pedale treten oder zu einem Modell mit Kennzeichen greifen. Dann unterliegen die Fahrräder einer Versicherungspflicht, die der von Mofas ähnlich ist. Allerdings wird der Fahrer dann bis zu einer Geschwindigkeit von 40 Kilometern pro Stunde durch den Motor unterstützt – und auf den Helm besteht der Gesetzgeber auch nicht.

Doch die Zielgruppe, die bislang bei Berg diese Räder gekauft hat, legt wohl nicht so großen Wert auf die Endgeschwindigkeit, wichtiger ist diesen Kunden die Zuverlässigkeit und die Reichweite der Fahrräder.

„Die Technik ist erprobt. Bereits vor elf Jahren hat sich meine Mutter ein Elektrorad gekauft und fährt bis heute täglich damit. Doch auf den Messen und in der Masse ist das Elektrofahrrad erst in den vergangenen zwei Jahren zum Thema geworden. Auf einmal gab es auf den Messen zahlreiche Anbieter und auch die Möglichkeit zum Test“, so der Kiersper Fahrradhändler.

Bei der Reichweite hat sich auch einiges getan. „Mit voller Tretunterstützung sind bei einem Mittelklasserad rund 65 Kilometer Reichweite kein Problem, auf mittlerer Einstellung reicht der Strom für etwa 100 Kilometer und im sogenannten Eco-Modus können gar 120 Kilometer zurückgelegt werden“, erklärt Berg.

Ausreizen sollten die Kunde aber die Reichweite nicht. Denn durch Akku und Motor wiegen die Räder gut acht Kilogramm mehr. Und die wollen erst einmal von reiner Muskelkraft bewegt werden, wenn der Akku schlapp macht. Mal eben aufladen, geht auch nicht, da eine Ladezeit von fünf Stunden dem Durchschnitt entspricht.

Abgeschreckt werden viele Kunden noch von den Preisen der neuen Räder. Zwar ist ein Neukauf bereits ab 1000 Euro zu tätigen. Doch im Mittel liegen die Räder dann eher bei 1500 bis 2000 Euro. Für Top-Modelle müssen gar bis zu 3000 Euro gezahlt werden.

Fragt man Ulrich Berg nach den Verkaufszahlen, dann erfährt man, dass etwa jedes 20. Rad bereits mit Tretunterstützung verkauft wird. Für die Zukunft erhofft sich der Fachhändler aber einen deutlichen Anstieg in diesem Fahrradsegment, da die Vielfalt der Modelle noch deutlich zunehmen soll. Vor allem Treckingräder und Mountainbikes sollen einen Motor erhalten. Bereits in diesem Jahr hat die Nachfrage nach sportlichen Herrenfahrrädern deutlich zugenommen – zumindest haben sich die Lieferzeiten für diese Räder stark verzögert. ▪ jobek

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare