Eintauchen in Gottes Liebe am alten Strandbad

Mit strahlenden Augen harrte Laura Poszich während des Taufspruchs und des Segens in ihren nassen Kleidern aus. ▪

KIERSPE ▪ Auch wenn sie mit ihrem Lied „Die güldne Sonne, voll Freud und Wonne“, selbige nur zu wenigen wärmenden Strahlen verlocken konnten, hatten sich doch zahlreiche Christen der evangelischen Kirchengemeinde am Sonntagmorgen zum Gottesdienst am Brucher Teich im Kerspetal eingefunden.

Grund für den ungewöhnlichen Veranstaltungsort war die Taufe der neunjährigen Laura Poszich. „Ich möchte richtig im Wasser untergetaucht werden. So hat Jesus das auch gemacht“, lautete ihr Wunsch. Gar nicht so einfach war es für Pfarrer Reiner Fröhlich, den zu erfüllen, denn Brucher und Lingese Talsperre gehören nicht zum Einzugsgebiet der Kiersper Gemeinde und die Jubach darf als Trinkwassertalsperre nicht betreten werden. Die Wahl fiel schließlich auf das idyllische Grundstück von Familie Schmidt mit seinem großen Teich, der in den 1930er-Jahren als Freibad genutzt wurde.

Auf Klappstühlen, Holzbänken oder einfach im Gras ließen sich die Gottesdienstbesucher nieder und verfolgten die Lesung aus der Apostelgeschichte 8, Vers 26-39. Zurück zu den Ursprüngen der christlichen Kirche führte die Geschichte des äthiopischen Finanzverwalters, der 3000 Kilometer von seiner Heimat entfernt, von Philippus in einem Teich nahe Gaza getauft wurde. „Früher wurden alle Menschen bei der Taufe untergetaucht. Da die meisten nicht schwimmen konnten, bedeutete das Wasser für sie Lebensgefahr. In der Taufe sollte ihr altes Leben symbolisch sterben und sie erlangten das ewige Leben von Gott“, erklärte Pfarrer Fröhlich.

Musikalisch umrahmt wurde der ungewöhnliche Gottesdienst vom CVJM-Posaunenchor und dem Gemeinschaftschor unter der Leitung von Jürgen Lebershausen. Mit Frühlingsliedern und christlichen Liedern luden sie die Gemeinde zum Mitsingen ein. Auch eine kleine Gruppe Kiersper Pfadfinder ließ mit „All Zeit bereit“ und „Nehmt Abschied Brüder“ Lieder zur Gemeinschaft erklingen.

„Liebe Laura, mit der Taufe wirst du ganz und gar zu Gott gehören. Dein Glaube soll wachsen und du sollst seinen Ruf vernehmen“, sagte Reiner Fröhlich. Dann führte er seinen Täufling an der Hand ins Wasser. Bei nur 14 Grad Celsius ließ Laura sich mutig untertauchen und harrte während des Taufspruchs und des Segens mit strahlenden Augen in ihren nassen Kleidern im Teich aus. Applaus, Glück- und Segenswünsche begleiteten sie anschließend auf ihrem Weg zu trockenen Kleidern und einer fröhlichen Tauffeier. ▪ msh

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