UWG-Antrag zur Baustelle auf B 54 im Rat diskutiert

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So sieht es derzeit auf der Bundesstraße 54 im Bereich Bollwerk aus. Ende November soll der erste Bauabschnitt fertiggestellt sein, im kommenden Frühjahr, entgegen der einstigen Planungen, muss dann in einem zweiten Bauabschnitt die Maßnahme des Landesbetriebs Straßen.NRW fertiggestellt werden.

Kierspe - Nicht allzu oft ist bei einer Ratssitzung der Stadt Kierspe so viel los, dass zusätzliche Stühle in den Ratssaal getragen werden müssen. Viele Bürger waren am Dienstagabend erschienen. Ihr Interesse galt auch dem UWG-Antrag zur Baustellensituation auf der Bundesstraße 54.

UWG-Fraktionsvorsitzender Dieter Grafe trug den Antrag, der in der Meinerzhagener Zeitung bereits ausführlich vorgestellt wurde, vor und betonte, dass er seitens der Stadt und des planungsausführenden Landesbetriebs Straßen.NRW um rechtzeitige Aufklärung gebeten habe.

Man müsse aufgrund der verzögerten Fertigstellung der Baumaßnahme im Bereich Bollwerk für den zweiten Bauabschnitt im kommenden Jahr dringend eine Lösung finden.

„Der jetzige Zustand ist nicht akzeptabel“, betonte Grafe, der eine einspurige Ampelregelung für notwendig und machbar erachtet – und erntete für seine Ausführungen Applaus, nicht nur von den Bürgern, sondern auch aus den Reihen der Kommunalpolitik.

Anlieger fahren pro Tag Umwege, die 2500 Euro kosten

Vehement widersprach Grafe den Ausführungen des Landesbetriebs gegenüber der Meinerzhagener Zeitung (Ausgabe 24.11.’15), wonach eine einspurige Verkehrsführung während der Baustelle nicht möglich sei.

Der Fraktionsvorsitzende stellte eine Rechnung auf, nach der die von den Anliegern zu fahrenden Umwege pro Tag 2500 Euro kosteten. Hinzu käme, dass die Verbindung zwischen Neuenhaus und Rhadermühle unter der starken Belastung als Umfahrungsstrecke leide und die Instandsetzung die Stadt bald wahrscheinlich einiges kosten werde.

Schon allein deswegen müsse etwas geschehen. Grafe verlangte, die Stadt möge sich mit dem Landesbetrieb an einen Tisch setzen und eine Lösung erarbeiten.

Verwaltung soll mit Landesbetrieb sprechen und Informationen erwirken

Zudem müsse sich die Informationspolitik im Interesse der Bürger und betroffenen Anwohner deutlich verbessern. Dem pflichteten auch Hermann Reyher (Grüne), Peter Christian Schröder und Martin Schlüchting (beide FWG) bei.

Es sei „kein Zustand“ (Schröder), zudem werde „eine Menge Diesel und Benzin auf den Umleitungsstrecken verfahren“ (Reyher). Der Grünen-Fraktionsvorsitzende habe zudem erwartet, dass die Stadt Kierspe die Bürger über die Verzögerungen informiert hätte.

Schlüchting hingegen sieht das Informationsproblem bei Straßen.NRW und nicht bei der Stadt. Die Verwaltung aber solle mit dem Landesbetrieb sprechen und so regelmäßige Informationen an die Bürger erwirken.

Bürgermeister Frank Emde betonte, dass die Baumaßnahme keine städtische sei. Sehr wohl aber gehe man allen Beschwerden aus der Bevölkerung nach – und die hätten sich in der Vergangenheit gehäuft. Die Verwaltung habe bereits Kontakt sowohl mit Straßen.NRW als auch mit dem Straßenverkehrsamt des Märkischen Kreises aufgenommen.

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