„Einfach schön, wenn man zusammensitzt“

Als die „Küchenfeen“ Frieda Hallmann und Christel Grüber die Deckel der großen Töpfe öffnen, steigt den Besuchern der Geruch von Weißkraut nach bayrischer Art, Kartoffelpüree und Bratwürstchen verführerisch in die Nase. - Fotos: Haski

KIERSPE - An den langen, T-förmig gestellten Tischen haben sich am Samstagmittag Alt und Jung erwartungsvoll versammelt. Als die „Küchenfeen“ Frieda Hallmann und Christel Grüber die Deckel der großen Töpfe öffnen, steigt den Besuchern der Geruch von Weißkraut nach bayrischer Art, Kartoffelpüree und Bratwürstchen verführerisch in die Nase.

Von Martina Haski

„Auch heute sind wieder mehr Gäste gekommen, als eigentlich angemeldet waren“, erzählt Ulrike Decker vom Organisationsteam. Gemeinsam mit ihren 14 Mitstreiterinnen zeichnet sie verantwortlich dafür, dass an jedem ersten Samstag im Monat im Bürgerzentrum Felderhof pünktlich um 12 Uhr eine leckere, frisch gekochte Mahlzeit für alle hungrigen Besucher auf dem Tisch steht.

„Bei unserer Gründungsversammlung im März 2009 konnte niemand damit rechnen, dass Essen in Gemeinschaft einmal ein solches Erfolgsmodell wird“, freut sich Decker. Damals startete das Kochteam in den Räumen des Jugendcafés Da Capo und stand unter der Schirmherrschaft des evangelischen Familienzentrums Felderhof. Seit 2012 gehört es zum Angebot des Bürgerzentrums Hand in Hand.

„Ich lebe allein und freue mich immer, wenn meine Bekannte mich zu Essen in Gemeinschaft abholt. Es ist einfach so schön, wenn man zusammensitzt“, erzählt Rosemarie Schicke. Ihr hat es bisher immer geschmeckt und sie schätzt es sehr, dass das Kartoffelpüree nicht aus der Tüte kommt, sondern aus frisch geriebenen Kartoffeln zubereitet wird. Am Ende der langen Tischreihe sitzt eine junge Mutter mit zwei Kindern. „Die Leute hier haben uns freundlich aufgenommen und es ist leicht mit den Sitznachbarn ins Gespräch zu kommen“, zeigt sie sich zufrieden. Nach dem Rezept für das bayrische Kraut möchte sie anschließend gleich fragen.

Günter und Christel Henseler kommen her, weil sie die Aktion Essen in Gemeinschaft sowohl ideell als auch finanziell unterstützen wollen. Mittlerweile treffen sie eine Reihe bekannter Gesichter, denn viele der regelmäßigen Gäste sind durch Mund-zu-Mund-Propaganda hier.

Die Mahlzeit kostet mindestens einen Euro, wer mehr geben kann, tut das gerne und bislang ist es dem Organisationsteam immer gelungen, eine Kostendeckung zu erreichen.

Während die Tischgemeinschaft sich noch angeregt unterhält und die letzten Reste der duftenden Bratäpfel verspeist, zückt Herbert Knabe seine Mundharmonika. Denn es ist zur Tradition geworden, Essen in Gemeinschaft immer mit gemeinsamem Gesang ausklingen zu lassen.

Das nächste Essen in Gemeinschaft findet am Samstag, 1. Februar, wie immer um 12 Uhr im Bürgerzentrum Felderhof statt. Zur besseren Planung wird aber jedes Mal um eine vorherige Anmeldung unter der Telefonnummer (02359) 1611 gebeten.

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