Unteres Kerspetal: Die Heimat von Feldlerche und Madesüß

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Ein landschaftliches Juwel: Das 3,5 Kilometer lange Kerspetal zwischen Bruch und Sundern ist eines der 25 Naturschutzgebiete auf Kiersper Stadtgebiet.

Kierspe - Das Kerspetal zwischen Bruch und Sundern ist ein landschaftliches Juwel am. Sanft geschwungen fügt sich das Wiesental zwischen Kreisstraße 3 und Waldrand in das Bild. Doch solch ein Idyll braucht und genießt besonderen Schutz – wie auch weitere 24 Gebiete auf Kiersper Stadtgebiet.

Hermann Reyher kann sich noch gut an die Zeiten erinnern, in denen Naturfreunde aus dem Ruhrgebiet ihre Picknickdecken auf den Wiesen des Tals ausbreiteten, Reiter auf ihren Pferden durchs Tal ritten, Wanderer am Flussufer gingen und Hunde geworfenen Stöckchen nachjagten.

Seit Anfang der Nuller-Jahre sind diese Zeiten vorbei. Denn zu Zeiten der Jahrtausendwende wurde das Tal unter Naturschutz gestellt, genau wie weitere 24 Gebiete in Kierspe. „Vorher mussten viele Gespräche mit den Grundstückseigentümern geführt werden, denn für diese wurden die Flächen nahezu unnutzbar, zumindest aber unwirtschaftlich“, erzählt Reyher.

Im Kerspetal zeigten sich letztlich alle Betroffenen einsichtig und machten dadurch den Weg frei, damit das 3,5 Kilometer lange Tal mit seinen rund 23 Hektar unter Naturschutz gestellt werden konnte. Entscheidend war dabei, dass ein Landbesitzer erlaubte, dass am Waldrand ein neuer Weg entstehen konnte, auf dem nun Wanderer und Reiter gleichermaßen unterwegs sind.

Landschaftswächter Hermann Reyher.

Abgetrennt durch einen Holzbohlenzaun, den damals die Wuppertaler Stadtwerke als Betreiber der Kerspetalsperre bezahlten, verläuft dieser zum Teil in einem ehemaligen Obergraben – ein Grund, warum auch das Landesamt für Bodendenkmäler dem Weg zustimmen musste. Doch auch die Olper Behörde wollte sich dem Ansinnen der Naturschützer nicht verschließen.

Nur die Hundebesitzer täten sich nach wie vor schwer, ihre Tiere nicht in dem Tal laufen zu lassen. „Wobei das ausdrücklich verboten ist, genau wie das Verlassen der Wege, das Wegwerfen von Abfällen, das Beschädigen oder Ausreißen von Pflanzen und das Beunruhigen der wildlebenden Tiere“, sagt Reyher und gibt damit wieder, was auch auf den Tafeln vermerkt ist, die auf das Naturschutzgebiet hinweisen. Die wildlebenden Tiere, die beunruhigt werden könnten, waren neben der Sorge um das Gewässers auch ein Grund für die Einrichtung des Schutzraumes.

Zum Teil verläuft der Weg, der sich am Rand des Naturschutzgebietes befindet, durch einen alten Obergraben.

Reyher, dem das Gebiet nicht nur aufgrund seiner Lieber zur Natur am Herzen liegt, sondern auch weil es in seine Zuständigkeit als Landschaftswächter fällt, nennt als Beispiel Feldlerche, Graureiher und Schwarzstorch. „Weil es sich bei der Feldlerche um einen Bodenbrüter handelt, ist auch das Mähen erst nach dem 15. Juni erlaubt“, erklärt der Naturschützer. Überhaupt dürfe ein Naturschutzgebiet extensiv landwirtschaftlich und gar nicht forstwirtschaftlich genutzt werden.

Um diese Auflagen zu erledigen, ist Reyher regelmäßig in den Naturschutzgebieten unterwegs. Mit dem Fahrrad, zu Fuß und auch schon mal mit dem Auto – letzteres erlaubt ihm der Kreis, damit er die Aufgaben mit einem überschaubaren Aufwand erledigen kann. Reyher: „Das Hauptproblem sind Müllablagerungen. Entdecke ich diese, rufe ich sofort beim Ordnungsamt an. Dann ist das auch schnell erledigt, da ist die Verwaltung sehr kooperativ.“ Menschen, die durch ihr Betreten die Schutzwürdigkeit missachten würden, gäbe es kaum noch – Sumpfdotterblume, Madesüß und Binsen werden es ihnen danken.

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