Ende eines NSU RO 80

Nicht mehr zu retten: Oldtimer brennt in Kierspe fast vollständig aus

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Kierspe - [Update 16.35 Uhr] Was als Bewegungsfahrt begann, endete mit dem Totalverlust eines NSU RO 80. Flammen im Fußraum hatten den Fahrer zum Halten gezwungen. Nachdem Versuche, den Brand selbst zu löschen, scheiterten, musste die Feuerwehr ran, die dann letztlich Schaum einsetzte.

Eigentlich wollte der Kiersper am Samstag zu einem Oldtimertreffen ins Siegerland fahren. Dazu hatte er seinen Oldtimer aus der Garage geholt, um ihn vor der längeren Fahrt zu bewegen. 

Als er die Friedrich-Ebert-Straße in Richtung Dorf befuhr, sah er plötzlich Rauch im Fußraum des Wagens. Geistesgegenwärtig verließ der Fahrer die Landesstraße und steuerte in die Bachstraße, wo er selbst versuchte, den Brand zu löschen. Als das nicht gelang, rief er die Feuerwehr, die um 14.45 Uhr alarmiert wurde. 

Spitzen-Oldtimer nicht mehr zu retten

Mittlerweile hatte sich der Brand so weit ausgedehnt, dass trotz des vielen eingesetzten Löschwassers die Flammen immer wieder aufloderten. Schließlich wurde Schaum eingesetzt, um die brennenden Kunststoffteile abzulöschen und auch den Bränden unter dem Wagen den Garaus zu machen. Für den Wagen bedeuteten Feuer und Wasser das Ende. 

„Oh, wie schade, so ein schönes Auto“, kommentierte ein Wehrmann die Situation. Und damit sprach er aus, was wohl viele dachten. In einer Zeit, in der die Buchstaben NSU noch nicht für eine rechte Terrorzelle, sondern für beste deutsche Automobilbaukunst standen, war der RO 80 der Wagen, der die meiste Begeisterung hervorrief. Auch bei dem Besitzer des Wagens, der gestern ausbrannte. Insgesamt habe er vier der seltenen Wagen besessen, heute seien es noch zwei.

Der türkismetallicfarbene RO 80, der gestern brannte, gehörte dann auch noch zu den Spitzenmodellen. 135 PS, Leder und ein elektrisches Schiebedach waren 1971, als der Wagen vom Band lief, keine Selbstverständlichkeit.

Noch erste Maschine unter der Haube

Üblicherweise grüßen sich bis heute RO-80-Fahrer mit nach oben gestreckten Fingern, die Anzahl der Finger steht dabei für die Zahl der Motoren, die mittlerweile in dem eigenen Wagen verbaut wurden. Denn der Kreiskolbenmotor, gerne auch nach seinem Erfinder Wankel-Motor genannt, war die Schwachstelle des Fahrzeugs. Bei dem Wagen des Kierspers kann davon allerdings keine Rede sein. Denn dieser hatte trotz der rund 100.000 Kilometer Fahrleistung noch die erste Maschine unter der Haube.

Tragisch, dass dieser Wagen nun am Ende seines Automobillebens noch zu einem Umweltproblem wurde. Denn trotz der Abdichtung eines Regenwasserschachtes drang Löschwasser in die Abwasseranlage. 

Außerdem sammelten sich nicht unerhebliche Mengen des Wasser-Schaumgemischs auf der Straße. Um die Schäden möglichst gering zu halten, wurde ein Entsorgungsunternehmen gerufen, das dann die Flüssigkeiten absaugte.

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