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Eine-Welt-Initiative betroffen vom Tod eines Schulgründers 

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Von: Birgitta Negel-Täuber

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Die Eine-Welt-Initiative ist Träger des Weltladens und nicht nur räumlich eng mit Hand in Hand verbunden. Jetzt fand dort die Mitgliederversammlung der Eine-Welt-Initiative statt.
Die Eine-Welt-Initiative ist Träger des Weltladens und nicht nur räumlich eng mit Hand in Hand verbunden. Jetzt fand dort die Mitgliederversammlung der Eine-Welt-Initiative statt. © Negel-Täuber, Birgitta

Seit Jahren unterstützt der Weltladen die Landwirtschaftsschule von Pastor Paul Kyalimpa in Uganda. Ob dieses Engagement weitergeführt werden kann, ist unklar, denn im Juni ist der Schulgründer verstorben. 

Kierspe - Auch einer seiner Söhne starb, erfuhren die Aktiven der Eine-Welt-Initiative durch eine Mail. Die Betroffenheit war groß, denn Paul, wie der Pastor von seinen Kiersper Bekannten kurz genannt wird, war zweimal mit seiner Frau in der evangelischen Gemeinde zu Gast gewesen. Auf diese Weise war auch der Kontakt zur Eine-Welt-Initiative zustande gekommen.

Bei der Mitgliederversammlung im großen Saal des Sozialen Bürgerzentrums wurde deshalb beschlossen die alljährliche Spende erst einmal auszusetzen, bis Informationen vorhanden sind, ob und wie es mit der Schule weitergeht. Auch die Patenschaften werden vorläufig nicht ausgezahlt. Mehrere Mitglieder der Initiative finanzieren seit Jahren die Gehälter von Lehrern an der Schule.

Die Unterstützung der Schule ist für das Weltladen-Team eine wichtige Motivation den Laden auch weiterhin offenzuhalten, wobei der fast anderthalb Jahre coronabedingt geschlossen bleiben musste. Auch Bewirtungen waren mangels Veranstaltungen nicht möglich. Aber das ändert sich gerade. Am Samstag übernimmt das Weltladen-Team erstmals wieder den Getränkeausschank bei einer Großveranstaltung, dem Jubiläum von KuK.

Die wirtschaftliche Lage des Vereins hat sich trotz der Einnahme-Ausfälle erstaunlicherweise kaum verschlechtert, ergab der Kassenbericht von Barbara Rittinghaus, denn der Wareneinkauf war ebenfalls entfallen und die noch vorhandenen Kaffeevorräte konnte Ulla Reyher verkaufen.

Zusammen mit Hermann Reyher werden die beiden Frauen auch in den nächsten beiden Jahren das Vorstandsteam bilden. Erwartungsgemäß wurden alle drei einstimmig wiedergewählt.

Kaffee ist das wichtigste Einzelprodukt im Weltladen, unter anderem hat das Café im Sozialen Bürgerzentrum fair gehandelten Kaffee im Ausschank. Dank Home Office in der Corona-Zeit sei der Kaffeekonsum gewaltig gestiegen, berichtete Hermann Reyher in seinem traditionellen Bericht zur Lage des fairen Handels. 212 Liter Kaffee trinke Jedermann und Jedefrau in Deutschland, davon seien 13 Prozent fair gehandelt.

Staatlich unterstützt wird Fairtrade nicht. Von jedem Kilo Kaffee, das über die Ladentheke wandert, gehen 2,19 Euro an den Fiskus – zusätzlich zur Mehrwertsteuer. Entwicklungsminister Gerd Müller setzt sich schon lange für die Abschaffung der Kaffeesteuer für fair gehandelten Kaffee ein. Unterstützung bekam er von Olaf Scholz, als der noch Bürgermeister in Hamburg war. Als Finanzminister wollte Scholz auf diese Einnahmequelle wohl nicht verzichten.

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